Eine Stadt voller Geschichten – Hildesheim verbindet Mittelalter und lebendige Gegenwart
Hildesheim gehört zu den deutschen Städten, deren Bedeutung man auf den ersten Blick leicht unterschätzt. Rund 30 Kilometer südlich von Hannover treffen hier UNESCO-Welterbe, mittelalterliche Kirchen, rekonstruierte Fachwerkpracht, Museen und grüne Parkanlagen auf angenehm kurze Wege. Besonders der historische Marktplatz, der Mariendom und St. Michaelis geben der Stadt einen unverwechselbaren Charakter.

Wer Hildesheim als Reiseziel auswählt, muss keinen hektischen Besichtigungsmarathon einplanen. Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und lassen sich bequem zu Fuß verbinden. Gleichzeitig gibt es genügend interessante Ziele für zwei oder drei Tage – vom Roemer- und Pelizaeus-Museum über den Hohnsensee bis zu Ausflügen zum Schloss Derneburg oder zum UNESCO-Welterbe Fagus-Werk.
Besonders spannend ist der Kontrast zwischen der jahrtausendealten Geschichte und dem heutigen Stadtbild. Große Teile der Innenstadt wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der historische Marktplatz wurde später mit seinen charakteristischen Fassaden rekonstruiert und vermittelt heute wieder einen Eindruck von der einstigen Fachwerkstadt.

Der historische Marktplatz ist Hildesheims gute Stube
Der historische Marktplatz von Hildesheim gehört zu den schönsten Plätzen der Stadt. Rund um das Kopfsteinpflaster stehen Rathaus, Tempelhaus, Knochenhauer-Amtshaus und weitere reich verzierte Gebäude. Straßencafés und Restaurants sorgen dafür, dass der Platz nicht wie ein Museum wirkt, sondern ein lebendiger Teil der Innenstadt geblieben ist.
Besonders auffällig ist das Knochenhauer-Amtshaus. Das ursprüngliche Gildehaus stammte aus dem Jahr 1529. Seine reich geschmückte Fachwerkfassade machte es zu einem der bekanntesten Gebäude Hildesheims. Nach der Zerstörung im Krieg wurde das Haus originalgetreu rekonstruiert.
Gleich daneben stehen weitere historische Fassaden, sodass sich der Marktplatz hervorragend als Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang eignet. Auch die Tourist-Information befindet sich hier im Tempelhaus aus dem 14. Jahrhundert.
Mariendom – mehr als 1.000 Jahre Kirchengeschichte
Der Hildesheimer Mariendom gehört gemeinsam mit St. Michaelis seit 1985 zum UNESCO-Welterbe. Beide Kirchen und ihre Kunstschätze zählen zu den herausragenden Zeugnissen romanischer religiöser Kunst im Heiligen Römischen Reich.
Im Dom befinden sich außergewöhnliche mittelalterliche Kunstwerke. Besonders berühmt sind die Bernwardtür mit ihren plastischen biblischen Szenen und die Christussäule, deren Reliefs Geschichten aus dem Leben Christi erzählen. Beide entstanden im frühen 11. Jahrhundert und gehören zu den kostbarsten Kunstschätzen Hildesheims.
Wer sich für Kunst und Geschichte interessiert, sollte zusätzlich das Dommuseum Hildesheim besuchen. Dort werden Teile des Domschatzes und weitere bedeutende Werke gezeigt, die eng mit dem UNESCO-Welterbe verbunden sind.

Der legendäre 1.000-jährige Rosenstock
An der Außenwand des Doms wächst eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt: der Tausendjährige Rosenstock von Hildesheim.
Sein genaues Alter lässt sich natürlich nicht auf das Jahr genau bestimmen, doch der Rosenstock ist seit Jahrhunderten mit der Gründungsgeschichte des Bistums und der Stadt verbunden. Selbst nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs trieb die Pflanze erneut aus. Heute gehört sie untrennbar zum Bild des Domhofs.
Besonders schön ist der Besuch während der Blütezeit. Dann wird verständlich, warum die Rose überall in Hildesheim auftaucht – auf Souvenirs, als Symbol der Stadt und sogar als Orientierungshilfe auf einem besonderen Stadtrundgang.
St. Michaelis gehört zu den bedeutendsten romanischen Kirchen Europas
Nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt steht die Michaeliskirche Hildesheim. Sie wurde zwischen 1010 und 1020 errichtet und gilt als herausragendes Beispiel ottonisch-romanischer Architektur. Der streng symmetrische Grundriss mit zwei Chören und zwei Querhäusern war für seine Zeit außergewöhnlich.
Im Inneren zieht besonders die monumentale bemalte Holzdecke die Blicke auf sich. Das mittelalterliche Deckenbild gehört zu den großen Kunstschätzen der Kirche und macht St. Michaelis selbst für Besucher interessant, die normalerweise nur selten Kirchen besichtigen.
Dom und Michaeliskirche sollte man möglichst gemeinsam besuchen. Zwischen beiden führt das sogenannte Welterbeband, das die wichtigsten UNESCO-Orte miteinander verbindet. Der Weg beginnt am Marktplatz und führt über rund 1,2 Kilometer zum Michaelishügel und weiter zum Dom.
Magdalenengarten – Rosen und Wein direkt neben dem Welterbe
Nur wenige Schritte von St. Michaelis entfernt liegt der Magdalenengarten, einer der überraschendsten Orte im Zentrum.
Die Anlage geht auf das Jahr 1224 zurück und zählt damit zu den ältesten Parks Norddeutschlands. Wo früher Obst und Gemüse für das angrenzende Kloster angebaut wurden, wachsen heute Rosen, alte Obstsorten und weitere Pflanzen. Auf dem sonnigen Südhang befindet sich sogar ein kleiner Weinberg.
Gerade nach dem Besuch von Dom und Michaeliskirche ist der Garten ideal für eine ruhige Pause. Trotz seiner zentralen Lage wirkt er teilweise erstaunlich abgeschieden.

Die Rosenroute führt zu vielen Sehenswürdigkeiten auf einmal
Wer Hildesheim zum ersten Mal besucht und keinen Stadtführer benötigt, kann einfach der Rosenroute folgen.
Mehr als 150 in den Boden eingelassene Keramikrosen weisen den Weg durch die Innenstadt und zu vielen bekannten Sehenswürdigkeiten. Die komplette Route ist rund 5,3 Kilometer lang und führt unter anderem durch das Fachwerkviertel, vorbei an Kirchen und historischen Plätzen.
Für einen ersten Tag in Hildesheim ist diese Strecke besonders praktisch. Man muss nicht ständig auf das Smartphone schauen und entdeckt unterwegs auch kleinere Straßen, die man sonst vielleicht übersehen würde.
Fachwerkviertel – Hildesheim von seiner romantischen Seite
Südlich des Zentrums befindet sich das historische Fachwerkviertel von Hildesheim. Besonders rund um die Keßlerstraße stehen Häuser, die einen Eindruck davon vermitteln, wie große Teile der Stadt vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ausgesehen haben.
Zu den sehenswerten Gebäuden gehört das reich verzierte Wernersche Haus. Dazwischen stehen kleinere Fachwerkhäuser, an deren Fassaden teilweise Rosen und andere Pflanzen emporwachsen.
Gerade dieser Bereich wirkt wesentlich ruhiger als Marktplatz und Fußgängerzone. Wer Fachwerk liebt, sollte deshalb nicht nach dem Marktplatz umdrehen, sondern den Spaziergang bis zum südlichen Altstadtbereich fortsetzen.
Kehrwiederturm – letzter Turm der mittelalterlichen Befestigung
Am Rand des Fachwerkviertels steht der Kehrwiederturm. Er ist der letzte erhaltene Turm der ehemaligen Hildesheimer Stadtbefestigung und gehört zu den markanten historischen Bauwerken der Stadt. Heute wird er vom Kunstverein Hildesheim genutzt.
Direkt daneben beginnt der Kehrwiederwall. Wer den Stadtrundgang etwas grüner gestalten möchte, kann von hier auf Teilen der ehemaligen Befestigungsanlagen weiterlaufen.
Wallanlagen – drei grüne Kilometer um das Zentrum
Teile der früheren Stadtbefestigung wurden zu Grünanlagen umgestaltet. Die Hildesheimer Wallanlagen bilden heute einen rund drei Kilometer langen grünen Gürtel um Teile der Innenstadt.
Bäume, Wege und Rasenflächen bieten eine angenehme Abwechslung zu Kirchen und Fachwerk. Besonders im Frühling und Sommer lässt sich ein Altstadtrundgang wunderbar mit einem Spaziergang über Kehrwiederwall, Hohen Wall oder andere Abschnitte verbinden.
Zusammen mit Magdalenengarten, Ernst-Ehrlicher-Park und Liebesgrund zeigt sich hier eine Seite Hildesheims, die viele Besucher zunächst nicht erwarten.

St.-Andreas-Kirchturm – der beste Blick über Hildesheim
Wer keine Angst vor Treppen hat, sollte den St.-Andreas-Kirchturm besteigen. Mit 114,5 Metern ist er der höchste Kirchturm Niedersachsens. Bis zur Aussichtsplattform auf 75 Metern Höhe müssen 364 Stufen überwunden werden. Einen Aufzug gibt es nicht.
Oben wartet dafür ein weiter Rundumblick über Marktplatz, Dom, Michaeliskirche und die gesamte Stadt. Bei sehr klarer Sicht kann der Blick sogar bis zum Brocken im Harz reichen.
Die Öffnung des Turms ist saisonabhängig. 2026 ist der reguläre Aufstieg zwischen März und Anfang November an bestimmten Tagen möglich, während in niedersächsischen Ferien zusätzliche Öffnungstage angeboten werden. Wer unbedingt hinauf möchte, sollte die aktuellen Zeiten unmittelbar vor der Reise kontrollieren.
Basilika St. Godehard rundet den Kirchenrundgang ab
Etwas südlich der zentralen Sehenswürdigkeiten steht die Basilika St. Godehard.
Die romanische Kirche wirkt zurückhaltender als Dom und St. Michaelis, passt aber hervorragend in einen Rundgang durch das Fachwerkviertel. Vom Zentrum ist sie bequem zu Fuß erreichbar.
Wer Hildesheim nur für einen halben Tag besucht, wird sie wahrscheinlich auslassen. Bei einem ganzen Wochenende lohnt sich der zusätzliche Abstecher jedoch.
Roemer- und Pelizaeus-Museum – plötzlich mitten im alten Ägypten
Zu den größten Überraschungen Hildesheims gehört das Roemer- und Pelizaeus-Museum, kurz RPM.
Das Museum ist international vor allem für seine umfangreiche Sammlung zum Alten Ägypten bekannt. Darüber hinaus gibt es naturkundliche und ethnologische Bestände, Stadtgeschichte sowie Gemälde und Grafiken. Die Ägypten-Dauerausstellung wurde Ende 2025 neu eröffnet und präsentiert Objekte aus mehreren Jahrtausenden altägyptischer Kultur.
Gerade bei schlechtem Wetter ist das RPM eine hervorragende Adresse. Für Familien gibt es ebenfalls zahlreiche interaktive Elemente. Wer sich für Ägypten interessiert, sollte mindestens zwei Stunden einplanen.
Hohnsensee – Strandgefühl mitten in der Stadt
Hildesheim besitzt zwar keinen Meeresstrand, dafür aber mit dem Hohnsensee ein beliebtes Naherholungsgebiet dicht an der Innenstadt.
Im Sommer wird hier gebadet und entspannt, während die Wege rund um den See zum Joggen und Spazieren geeignet sind. Auch die nahe Innerste bietet Möglichkeiten für Kanutouren und Stand-up-Paddling.
Wer im Hochsommer nach Hildesheim reist, kann deshalb morgens die UNESCO-Sehenswürdigkeiten besuchen und den Nachmittag am Wasser verbringen.

Mit dem Fahrrad entlang der Innerste
Auch Radfahrer finden rund um Hildesheim überraschend viele Möglichkeiten. Der Innerste-Radweg führt über insgesamt etwa 105 Kilometer vom Harz durch die Region und verbindet dabei bedeutende Kultur- und Naturlandschaften.
Für einen kürzeren Ausflug muss natürlich nicht die gesamte Strecke gefahren werden. Bereits entlang der Innerste rund um Hildesheim ergeben sich schöne Möglichkeiten für eine Halbtagestour.
Wer eine längere Runde sucht, kann den Hi-Ring wählen. Die etwa 45 Kilometer lange Route führt einmal rund um Hildesheim und eröffnet immer wieder Ausblicke auf Stadt und Umgebung.
Hildesheim kulinarisch entdecken
Hildesheim besitzt keine einzelne Speise, die deutschlandweit so bekannt wäre wie Nürnberger Bratwürste oder Lübecker Marzipan. Dafür gibt es mehrere regionale Produkte aus Hildesheim, die sich gut als Mitbringsel eignen.
Die Tourist-Information hebt insbesondere lokal gebrautes Bier sowie Hildesheimer Rum hervor. Daneben gibt es Produkte rund um die Rose und die sogenannten Hildesheimer Himmlischen Trüffel, handgefertigte Schokoladenpralinen mit cremiger Füllung.
Für ein Mittag- oder Abendessen findet man rund um Marktplatz und Innenstadt sowohl deutsche als auch internationale Küche. Besonders angenehm sind in den wärmeren Monaten die Außenterrassen am historischen Marktplatz.
Wochenmärkte und kleine Genusspausen
Wer lieber regionale Produkte einkauft, kann einen der Märkte in der Stadt besuchen. Obst, Gemüse, Käse, Backwaren und weitere Lebensmittel eignen sich auch hervorragend für ein kleines Picknick.
Gerade in Verbindung mit Magdalenengarten, Wallanlagen oder Hohnsensee lässt sich daraus ein entspannter Urlaubstag machen, der nicht ausschließlich aus Sehenswürdigkeiten besteht.
Schloss Derneburg – Kunst in außergewöhnlicher Umgebung
Ein besonders interessanter Ausflug von Hildesheim führt zum Schloss Derneburg südöstlich der Stadt.
Das historische Anwesen beherbergt heute das Kunstmuseum Schloss Derneburg der Hall Art Foundation. In historischen Gebäuden und im Skulpturenpark werden Werke internationaler zeitgenössischer Künstler gezeigt. Der Schlossbereich selbst kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Von Hildesheim fährt der Regionalzug nach Derneburg ungefähr 15 Minuten; vom Bahnhof sind es anschließend etwa zehn Gehminuten bis zum Museum. Damit eignet sich der Ausflug sogar ohne eigenes Auto.
Fagus-Werk in Alfeld – ein zweites UNESCO-Welterbe in der Region
Architekturfreunde sollten einen Ausflug nach Alfeld an der Leine einplanen. Dort steht das von Walter Gropius und Adolf Meyer entworfene Fagus-Werk, das seit 2011 zum UNESCO-Welterbe gehört.
Das Besondere: Die historische Fabrikanlage ist kein stillgelegtes Industriedenkmal, sondern wird weiterhin genutzt. Besucher können sich im UNESCO-Besucherzentrum mit Architektur und Firmengeschichte beschäftigen und an bestimmten Tagen Führungen buchen.
Damit lässt sich eine Reise nach Hildesheim gleich mit mehreren bedeutenden Welterbestätten verbinden.
Hannover liegt nur einen kurzen Ausflug entfernt
Auch Hannover lässt sich unkompliziert mit Hildesheim kombinieren. Die niedersächsische Landeshauptstadt liegt nur rund 30 bis 35 Kilometer entfernt und ist über Bahn und S-Bahn angebunden.
Herrenhäuser Gärten, Neues Rathaus, Maschsee und die Innenstadt bieten genügend Programm für einen vollständigen Tagesausflug.
Umgekehrt eignet sich Hildesheim hervorragend als Tagesziel für Reisende, die in Hannover übernachten und eine kleinere historische Stadt kennenlernen möchten.
Auch der Harz ist nicht weit entfernt
Südlich und südöstlich von Hildesheim beginnt allmählich die Landschaft des Harzes. Besonders Goslar lässt sich gut in eine längere Reise durch Südniedersachsen integrieren.
Wer mehrere Tage zur Verfügung hat, kann Hildesheim daher als Bindeglied zwischen Hannover, Harz und den kleineren Orten der Region nutzen. Gerade mit dem Auto eröffnet sich eine große Auswahl an Burgen, Wanderwegen, Fachwerkstädten und Naturzielen.

Die beste Reisezeit für Hildesheim
Für einen klassischen Städtetrip nach Hildesheim eignen sich April bis Oktober besonders gut. Im Frühling beginnen Parks und Gärten zu blühen, während sich im Frühsommer der Magdalenengarten und die Rosen rund um die Stadt von ihrer schönsten Seite zeigen.
Juni bis August sind ideal, wenn zusätzlich ein Nachmittag am Hohnsensee oder eine Fahrradtour geplant ist.
September und Oktober eignen sich wiederum hervorragend für längere Spaziergänge und Ausflüge in die Umgebung. Die Temperaturen sind meist angenehmer als im Hochsommer und das Stadtzentrum wirkt etwas ruhiger.
Auch die Adventszeit besitzt ihren Reiz. Rund um Marktplatz und Fachwerkfassaden entwickelt Hildesheim dann eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre.
Mit der Bahn direkt nach Hildesheim
Die Anreise mit der Bahn ist ausgesprochen bequem. Der Hildesheimer Hauptbahnhof liegt nur ungefähr zehn Gehminuten von Tourist-Information und historischer Innenstadt entfernt.
Hildesheim wird sowohl von Regionalzügen als auch von einzelnen ICE-Verbindungen bedient. Direkte Fernverbindungen bestehen laut aktueller Tourismusinformation unter anderem aus Richtung Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart, Braunschweig und Göttingen.
Für einen Wochenendtrip benötigt man deshalb nicht zwingend ein Auto.
Hildesheim mit dem Auto
Mit dem Auto ist die Stadt unter anderem über die A7 gut erreichbar. Rund um das Zentrum stehen Parkhäuser und öffentliche Parkmöglichkeiten zur Verfügung.
Für die eigentliche Stadtbesichtigung sollte das Auto anschließend möglichst stehen bleiben. Marktplatz, St. Andreas, Michaeliskirche, Dom, Fachwerkviertel und viele Museen liegen nah genug beieinander, um sie zu Fuß zu verbinden.
Ein Auto wird erst dann besonders praktisch, wenn mehrere kleinere Ziele in der Region besucht werden sollen.
Ein Tag in Hildesheim – so gelingt der erste Rundgang
Der Vormittag beginnt idealerweise am historischen Marktplatz. Nach einem Blick auf Rathaus und Knochenhauer-Amtshaus führt der Weg zur St.-Andreas-Kirche. Wer den Turm besteigen möchte, sollte dafür genügend Zeit einplanen.
Anschließend geht es zum Michaelishügel und in die UNESCO-Welterbekirche St. Michaelis. Danach bietet sich eine Pause im Magdalenengarten an.
Von dort führt das Welterbeband hinunter zum Mariendom. Dom, Rosenstock und – bei genügend Zeit – Dommuseum bilden den nächsten Schwerpunkt.
Am Nachmittag geht es durch das Fachwerkviertel zur Basilika St. Godehard und zum Kehrwiederturm. Anschließend kann der Tag am Marktplatz oder bei schönem Wetter am Hohnsensee ausklingen.
Zwei Tage sind für Hildesheim besonders angenehm
Am zweiten Tag bleibt Zeit für das Roemer- und Pelizaeus-Museum, das allein problemlos mehrere Stunden füllen kann. Danach lassen sich Wallanlagen und weitere grüne Bereiche erkunden.
Alternativ kann der zweite Tag einem Ausflug gehören: Schloss Derneburg ist für Kunstinteressierte interessant, das Fagus-Werk für Architekturfreunde und Hannover für alle, die zusätzlich Großstadtflair möchten.
Mit drei Tagen lässt sich Stadt, Museum und Umland sehr entspannt miteinander verbinden.
Praktische Tipps für die Reise nach Hildesheim
Bequeme Schuhe sind empfehlenswert. Obwohl die Entfernungen kurz sind, kommen auf der Rosenroute und bei zusätzlichen Abstechern schnell mehrere Kilometer zusammen.
Wer den St.-Andreas-Kirchturm besteigen möchte, sollte bedenken, dass 364 Stufen ohne Aufzug zu bewältigen sind. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist diese Sehenswürdigkeit daher nicht geeignet.
Für Dom, St. Michaelis und Museen lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten, da Gottesdienste, Veranstaltungen oder saisonale Regelungen den Besuch beeinflussen können.
Wer im Sommer zum Hohnsensee oder an andere Badestellen fährt, sollte außerdem vor dem Schwimmen die jeweils aktuelle Wasserqualität prüfen. Die Tourismusorganisation verweist hierfür auf den niedersächsischen Badegewässer-Atlas.

Häufige Fragen & Antworten für die Reise nach Hildesheim
Ist Hildesheim eine Reise wert?
Ja. Besonders interessant ist Hildesheim für Reisende, die UNESCO-Welterbe, historische Kirchen, Fachwerk und kleinere Städte mit kurzen Wegen mögen. Mariendom und St. Michaelis gehören seit 1985 zum UNESCO-Welterbe.
Wie viele Tage sollte man für Hildesheim einplanen?
Ein Tag reicht für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Zwei Tage sind deutlich entspannter und lassen zusätzlich Zeit für ein Museum oder den Hohnsensee. Mit drei Tagen kann ein Ausflug in die Region ergänzt werden.
Was muss man in Hildesheim unbedingt gesehen haben?
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Hildesheim gehören der historische Marktplatz, Mariendom, Tausendjähriger Rosenstock, St. Michaelis, St.-Andreas-Kirchturm, Fachwerkviertel und Kehrwiederturm.
Warum gehört Hildesheim zum UNESCO-Welterbe?
Der Mariendom und St. Michaelis besitzen außergewöhnliche frühromanische Architektur und Kunstschätze aus der Zeit Bischof Bernwards. Beide Kirchen wurden 1985 gemeinsam in die Welterbeliste aufgenommen.
Ist das Knochenhauer-Amtshaus original?
Das historische Gebäude von 1529 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das heutige Knochenhauer-Amtshaus ist eine detailreiche Rekonstruktion des früheren Fachwerkhauses.
Kann man Hildesheim gut zu Fuß erkunden?
Ja. Bahnhof, Marktplatz und die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander. Die Rosenroute verbindet viele Highlights auf einem rund 5,3 Kilometer langen Rundgang.
Wo hat man den besten Blick über Hildesheim?
Die spektakulärste Aussicht bietet der St.-Andreas-Kirchturm. Nach 364 Stufen erreicht man eine Aussichtsplattform auf 75 Metern Höhe.
Kann man in Hildesheim baden?
Ja. Der Hohnsensee liegt stadtnah und wird im Sommer zum Baden und Entspannen genutzt. Auch in der Region gibt es weitere Badeseen.
Welches Museum sollte man in Hildesheim besuchen?
Besonders bekannt ist das Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner bedeutenden Ägypten-Sammlung. Für mittelalterliche Kunst und kirchliche Schätze ist das Dommuseum interessant.
Welche Ausflüge lohnen sich von Hildesheim?
Empfehlenswert sind Schloss Derneburg, das UNESCO-Welterbe Fagus-Werk in Alfeld und Hannover. Auch Rad- und Naturausflüge entlang der Innerste bieten sich an.
Hildesheim überrascht zwischen Welterbe, Rosen und Fachwerk
Hildesheim in Niedersachsen ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine interessante Städtereise keine Millionenmetropole braucht. Auf wenigen Kilometern begegnen Besuchern Bauwerke, deren Geschichte mehr als tausend Jahre zurückreicht, außergewöhnliche Kunstschätze, romantische Fachwerkstraßen und erstaunlich viele Grünanlagen.
Besonders die Kombination aus Mariendom und St. Michaelis, dem rekonstruierten Marktplatz und dem ruhigeren Fachwerkviertel macht den Reiz aus. Dazu kommen mit Magdalenengarten, Wallanlagen und Hohnsensee Orte, an denen man nach mehreren Stunden Kultur einfach einmal im Grünen sitzen kann.
Wer etwas länger bleibt, entdeckt außerdem, wie gut Hildesheim als Ausgangspunkt für die Region funktioniert. Zeitgenössische Kunst im Schloss Derneburg, moderne Architektur im Fagus-Werk und die Nähe zu Hannover und zum Harz machen aus einem Wochenende schnell eine abwechslungsreiche kleine Niedersachsen-Reise.
Warst du schon einmal in Hildesheim, und welche Sehenswürdigkeit hat dir besonders gefallen? Kennst du vielleicht ein schönes Fachwerkhaus, ein gutes Restaurant, einen Ausflug oder einen persönlichen Geheimtipp, den andere Hildesheim-Reisende unbedingt entdecken sollten?