Warum Colmar zu den schönsten Städten im Elsass gehört
Colmar im Elsass wirkt an vielen Stellen beinahe wie eine sorgfältig erhaltene historische Kulisse: farbenfrohe Fachwerkhäuser stehen entlang schmaler Kanäle, Kopfsteinpflaster führt durch verwinkelte Gassen und zwischen Renaissancebauten, Kirchen und kleinen Plätzen öffnen sich immer wieder neue Fotomotive.

Dazu kommen Weinlokale, traditionelle elsässische Küche und die unmittelbare Nähe zur Elsässer Weinstraße, an der einige der schönsten Dörfer Frankreichs liegen.
Für einen ersten Urlaub in Colmar sind zwei Tage ideal. Die Altstadt selbst lässt sich zwar auch an einem Tag entdecken, doch mit einer Übernachtung erlebt man die besonders stimmungsvollen Morgen- und Abendstunden. Wer zusätzlich Eguisheim, Kaysersberg, Riquewihr oder Ribeauvillé besuchen möchte, sollte drei bis fünf Tage einplanen. Dadurch eignet sich Colmar gleichermaßen für einen romantischen Wochenendtrip, eine Genussreise und als Ausgangspunkt für eine längere Tour durch das Elsass.

Klein-Venedig und das Fischerviertel gehören zu den schönsten Ecken von Colmar
Das bekannteste Viertel ist die Petite Venise, auf Deutsch Klein-Venedig. Der Name bezeichnet den Bereich entlang der Lauch südöstlich des historischen Zentrums. Die kleinen Wasserläufe ziehen sich zwischen Fachwerkhäusern hindurch und führen vom Bereich hinter dem Koïfhus über den Quai de la Poissonnerie bis zu den Brücken Turenne und Saint-Pierre. Besonders früh am Morgen besitzt dieser Teil von Colmar eine fast ruhige, dörfliche Atmosphäre.
Direkt daran schließt sich der Quai de la Poissonnerie an. In diesem früheren Fischerviertel lebten und arbeiteten einst Fischer und Bootsleute. Heute gehören die farbenfrohen Häuser am Wasser zu den bekanntesten Motiven der Stadt. Kleine Brücken verbinden die Straßen, Blumen schmücken im Sommer viele Fassaden und vom Ufer öffnen sich immer wieder schöne Blicke auf die Kanäle von Colmar.
Wer die Stadt aus einer anderen Perspektive erleben möchte, kann eine kurze Fahrt mit einem flachen Boot durch Klein-Venedig unternehmen. Die klassischen Rundfahrten dauern ungefähr 25 Minuten und führen unter anderem durch Petite Venise und entlang des Fischerviertels. Gerade bei einem ersten Besuch ist das eine angenehme Ergänzung zum Spaziergang.

Maison Pfister, Koïfhus und Martinsmünster prägen die historische Altstadt
Außerhalb von Klein-Venedig lohnt es sich, einfach durch die Altstadt von Colmar zu schlendern. Zu den markantesten Gebäuden gehört die Maison Pfister aus dem Jahr 1537 mit ihrem Erker, den umlaufenden Holzgalerien und der ungewöhnlichen Mischung aus mittelalterlicher Bauweise und Renaissanceelementen. Ganz in der Nähe steht der Koïfhus, das ehemalige Zollhaus, dessen heutiger Bau 1480 fertiggestellt wurde und als ältestes erhaltenes öffentliches Gebäude Colmars gilt.
Ebenfalls auffällig ist die Maison des Têtes, deren Fassade mit mehr als hundert Köpfen und Masken geschmückt ist. Solche Gebäude erzählen vom wirtschaftlichen Wohlstand der Kaufleute und machen verständlich, warum Colmar architektonisch so vielfältig wirkt. Innerhalb weniger Straßen wechseln sich Fachwerk, Renaissancefassaden, Bürgerhäuser und sakrale Architektur ab.
Im Zentrum erhebt sich die Collégiale Saint-Martin, die meist einfach als Martinsmünster bezeichnet wird. Rund um die Kirche führen mehrere besonders schöne Straßen durch das historische Zentrum. Statt die wichtigsten Häuser nur auf einer Liste abzuhaken, lohnt es sich hier, bewusst Zeit für die kleineren Plätze und Seitengassen einzuplanen – gerade sie machen einen Stadtbummel durch Colmar so abwechslungsreich.
Das Musée Unterlinden ist Colmars wichtigstes Museum
Kunst- und Kulturinteressierte sollten das Musée Unterlinden einplanen. Das Museum befindet sich teilweise in einem ehemaligen Kloster aus dem 13. Jahrhundert und wurde durch moderne Bereiche erweitert. Seine Sammlungen reichen von Archäologie und mittelalterlicher Kunst über Kunsthandwerk bis zu Werken des 19. und 20. Jahrhunderts.
Das berühmteste Werk ist der Isenheimer Altar, eines der bedeutenden Kunstwerke am Oberrhein. Auch wer normalerweise nicht mehrere Stunden in Museen verbringt, kann das Unterlinden deshalb gut in einen Colmar-Aufenthalt einbauen. Für einen ausführlichen Besuch sollte man etwa zwei Stunden oder mehr einplanen. Aktuelle Öffnungstage und Sonderausstellungen prüft man am besten unmittelbar vor dem Besuch.
Wer Kultur lieber draußen erlebt, findet schon beim Spaziergang durch die Altstadt genügend historische Architektur. Gerade diese Mischung macht Colmar Sehenswürdigkeiten angenehm unkompliziert: Ein Museumsbesuch kann problemlos mit Klein-Venedig, Markthalle und Altstadt verbunden werden, ohne dass dafür lange Wege notwendig sind.

Die Markthalle und elsässische Küche gehören zu einem Colmar-Urlaub dazu
Die Markthalle von Colmar liegt unmittelbar am Wasser und eignet sich hervorragend für eine kulinarische Pause. Regionale Produkte, Käse, Wurstwaren, Backwaren, Gemüse und weitere Spezialitäten geben einen guten Eindruck davon, wie stark Essen und Genuss im Elsass zur regionalen Identität gehören. Die Markthalle zählt auch offiziell zu den zentralen Besuchszielen der Altstadt.
Zu den bekanntesten Gerichten gehört der Flammkuchen, im Elsass Tarte flambée genannt. Ebenfalls typisch sind Choucroute mit Sauerkraut und verschiedenen Fleisch- oder Wurstsorten, Baeckeoffe als langsam gegarter Eintopf sowie Spätzle und regionale Wurstwaren. In der kühleren Jahreszeit passen diese eher deftigen Gerichte besonders gut zur Atmosphäre der alten Weinstuben.
Zum Nachtisch begegnen einem Kougelhopf, Obstkuchen und weitere elsässische Backwaren. Dazu gehören die Weine der Region: Riesling, Gewürztraminer, Pinot Gris, Pinot Blanc und Crémant d’Alsace sind nur einige Beispiele. Als Mitbringsel eignen sich Wein, Käse, Marmeladen, Gewürze, Lebkuchen oder regionale Feinkost. Colmars Lage im Herzen des Weinbaugebiets macht die Kombination aus Städtereise und Genussurlaub besonders reizvoll.
Colmar ist ein idealer Ausgangspunkt für die Elsässer Weinstraße
Eine große Stärke Colmars ist seine Lage an der Elsässer Weinstraße. Die berühmte Route zieht sich über rund 170 Kilometer durch Weinberge und historische Weinorte. Rund um Colmar liegen mehrere besonders bekannte Dörfer so nah beieinander, dass sie sich hervorragend für einen halben oder ganzen Ausflugstag eignen.
Nur wenige Kilometer südwestlich liegt Eguisheim mit kreisförmig angelegten Gassen, Fachwerkhäusern und Weinbetrieben. Nördlich von Colmar folgen Orte wie Kaysersberg, Riquewihr und Ribeauvillé. Jeder besitzt einen etwas anderen Charakter, gemeinsam sind ihnen aber historische Ortskerne, Weinberge und eine ausgeprägte elsässische Weinkultur.
Wer nur einen zusätzlichen Tag hat, sollte nicht versuchen, fünf Orte gleichzeitig abzuhaken. Eguisheim und Kaysersberg oder Riquewihr und Ribeauvillé lassen sich jeweils gut kombinieren. Mit mehreren Tagen wird Colmar zu einer ausgesprochen praktischen Basis für eine kleine Rundreise. Saisonale Angebote verbinden teilweise verschiedene Orte der Weinstraße miteinander, sodass Ausflüge nicht zwingend einen eigenen Mietwagen erfordern.

Colmar im Advent verwandelt die ganze Altstadt
Eine besondere Reisezeit ist der Advent. Der Weihnachtsmarkt in Colmar verteilt sich nicht nur auf einen einzigen Platz, sondern über mehrere Bereiche der historischen Innenstadt. Fachwerkhäuser, Gassen und Plätze werden beleuchtet und geschmückt, wodurch die ohnehin malerische Altstadt noch einmal völlig anders wirkt. Für 2026 sind die Weihnachtsmärkte erneut für die Zeit ab Ende November bis Ende Dezember angekündigt.
Gerade in dieser Zeit gehört Colmar allerdings zu den besonders gefragten Adventszielen im Elsass. Wer die Stadt etwas ruhiger erleben möchte, sollte möglichst unter der Woche kommen und mindestens eine Nacht bleiben. Morgens und später am Abend lassen sich die beleuchteten Straßen wesentlich entspannter genießen als während der größten Besucherströme.
Colmar lohnt sich aber keineswegs nur zu Weihnachten. Im Frühling bringen Blumen und frisches Grün Farbe in Klein-Venedig, im Sommer spielt sich viel Leben draußen ab und der Herbst passt besonders gut zur Weinregion rund um Colmar. Dadurch besitzt praktisch jede Jahreszeit ihren eigenen Charakter.
Die beste Reisezeit für Colmar
Für klassische Stadtbesichtigungen eignen sich April bis Juni sowie September und Oktober besonders gut. Dann lassen sich Altstadt, Weinorte und Spaziergänge meist angenehm miteinander verbinden. Im Sommer sind die Tage lang und die gesamte Region sehr lebendig, allerdings gehört Colmar dann zu den stärker besuchten Orten des Elsass.
Der Herbst ist für einen Urlaub im Elsass besonders interessant, weil die Weinberge die Landschaft prägen und Genuss, Weinorte und Stadtbesichtigung hervorragend zusammenpassen. Auch die Farben in den Weinbergen machen Ausflüge auf der Elsässer Weinstraße reizvoll.
Im Winter steht dagegen die Weihnachtsstimmung im Mittelpunkt. Wer weder große Hitze noch Adventstrubel möchte, trifft mit dem späten Frühjahr oder frühen Herbst eine gute Wahl. Für Museen und Altstadt eignet sich Colmar als Reiseziel grundsätzlich das ganze Jahr.
Anreise nach Colmar und Fortbewegung vor Ort
Colmar liegt verkehrsgünstig zwischen Straßburg und Basel und besitzt einen eigenen Bahnhof. Besonders einfach ist die Anreise über Straßburg nach Colmar: Direkte Züge benötigen auf den schnellsten Verbindungen derzeit weniger als eine halbe Stunde, wodurch sich beide Städte sehr gut miteinander kombinieren lassen.
Für Flugreisende kommen unter anderem der Flughafen Straßburg und der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg infrage. Wer ohnehin eine Rundreise durch das Elsass plant, kann Colmar außerdem bequem über die A35 erreichen. Die regionale Tourismusorganisation nennt sowohl Straßburg Airport als auch den EuroAirport als gut erreichbare Flughäfen für die Stadt.
In der Altstadt von Colmar braucht man kein Auto. Klein-Venedig, Unterlinden-Museum, Maison Pfister, Martinsmünster und Markthalle liegen dicht beieinander und lassen sich hervorragend zu Fuß verbinden. Ein Auto ist hauptsächlich für flexible Ausflüge zu kleineren Weinorten praktisch. Wer ohne Wagen unterwegs ist, kann je nach Saison Bus- und Ausflugsangebote entlang der Weinstraße nutzen.
Zwei Tage in Colmar zwischen Fachwerk und Wein
Am ersten Tag sollte man früh in Klein-Venedig beginnen und über den Quai de la Poissonnerie langsam Richtung Altstadt laufen. Markthalle, Koïfhus und Maison Pfister liegen anschließend praktisch auf dem Weg. Nach einer Mittagspause passen Martinsmünster und das Musée Unterlinden gut in den Nachmittag. Am Abend lohnt sich ein zweiter Spaziergang durch die beleuchteten Gassen, wenn viele Tagesbesucher bereits abgereist sind.
Der zweite Tag kann der Elsässer Weinstraße gehören. Eguisheim lässt sich wegen seiner Nähe besonders gut einbauen. Wer mehr sehen möchte, fährt anschließend Richtung Kaysersberg oder Riquewihr und nimmt sich dort Zeit für einen Spaziergang und ein Mittagessen. Statt möglichst viele Dörfer anzusteuern, ist es angenehmer, zwei Orte ausführlicher kennenzulernen.
Mit einem dritten Tag bleibt genügend Zeit für Ribeauvillé, weitere Weinorte oder einen bewusst ruhigen Tag in Colmar. Gerade bei drei Tagen in Colmar wird aus dem klassischen Städtetrip ein kleiner Elsassurlaub.

Häufige Fragen & Antworten für die Reise nach Colmar
Ist Colmar eine Reise wert?
Ja. Die Kombination aus Fachwerkhäusern, Klein-Venedig, elsässischer Küche und Weinstraße macht Colmar zu einem der vielseitigsten Städtereiseziele im Elsass.
Wie viele Tage braucht man für Colmar?
Ein Tag reicht für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Altstadt. Zwei Tage sind deutlich angenehmer, während drei bis fünf Tage zusätzlich Ausflüge zu mehreren Weinorten ermöglichen.
Was muss man in Colmar unbedingt gesehen haben?
Zu den wichtigsten Colmar Sehenswürdigkeiten gehören Klein-Venedig, Quai de la Poissonnerie, Maison Pfister, Koïfhus, Martinsmünster und das Musée Unterlinden.
Kann man Colmar gut zu Fuß erkunden?
Ja. Das historische Zentrum ist kompakt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander. Gerade Klein-Venedig und die Altstadt entdeckt man am schönsten zu Fuß.
Lohnt sich Colmar auch ohne Auto?
Ja. Die Stadt selbst benötigt kein Auto und ist gut per Bahn erreichbar. Für Weinorte in der Umgebung gibt es öffentliche und teilweise saisonale touristische Verbindungen.
Welche Ausflüge lohnen sich von Colmar?
Besonders schön sind Eguisheim, Kaysersberg, Riquewihr und Ribeauvillé. Sie liegen an beziehungsweise nahe der Elsässer Weinstraße und lassen sich gut mit Colmar kombinieren.
Was sollte man in Colmar essen und trinken?
Typisch sind Flammkuchen, Choucroute, Baeckeoffe und Kougelhopf. Dazu passen elsässischer Riesling, Gewürztraminer oder Crémant d’Alsace.
Wann ist Colmar besonders schön?
Frühling und Herbst sind ideal für Altstadt und Weinstraße. Im Advent verwandeln Weihnachtsmärkte und Beleuchtung die historische Innenstadt und machen Colmar zur Weihnachtszeit besonders atmosphärisch.

Colmar ist dort am schönsten, wo Fachwerkhäuser, Kanäle und Weinberge zusammenkommen
Colmar lebt nicht nur von seinen berühmten Fotomotiven. Erst die Mischung aus verwinkelter Altstadt, kleinen Kanälen, Renaissancehäusern, elsässischem Essen und den nahen Weinbergen des Elsass macht die Stadt zu einem Reiseziel, bei dem sich zwei oder drei Tage erstaunlich abwechslungsreich füllen lassen.
Besonders schön ist Colmar, wenn man nicht ausschließlich zwischen den bekanntesten Sehenswürdigkeiten wechselt. Ein früher Spaziergang durch Klein-Venedig, eine lange Mittagspause mit elsässischer Küche und ein Ausflug in eines der umliegenden Weindörfer vermitteln oft mehr vom Charakter der Region als ein möglichst vollgepacktes Programm.
Warst du schon einmal in Colmar? Welche Gasse, welches Weindorf oder welchen persönlichen Tipp würdest du anderen Reisenden für ihre erste Colmar-Reise empfehlen?
- AI-Assisted: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung vom Autor geprüft und redaktionell überarbeitet.
