Tschechien: Von märchenhaften Altstädten bis ins Riesengebirge

Die Karlsbrücke in Prag spannt sich über die Moldau, daneben ragen historische Türme und Dächer auf.

Tschechien: Prag, Burgen, historische Städte und faszinierende Natur

Prächtige Altstädte, mächtige Burgen, bewaldete Mittelgebirge und kleine Orte, die aussehen wie aus einem historischen Bilderbuch: Tschechien gehört zu den vielseitigsten Reisezielen Mitteleuropas. Viele Besucher kennen vor allem Prag, doch außerhalb der Hauptstadt warten mittelalterliche Städte, traditionsreiche Kurorte, Weinregionen und außergewöhnliche Naturlandschaften.

Luftaufnahme einer Altstadt in einer Flussschleife mit roten Dächern und Brücken in Tschechien.
Tschechien sieht von oben besonders ruhig aus – Bildnachweis: Roman Kybus – iStock-Datei-ID: 2224902047

Durch seine zentrale Lage eignet sich das Land hervorragend für Rundreisen. Die Entfernungen sind vergleichsweise überschaubar und viele Ziele lassen sich mit Bahn, Bus oder Auto miteinander verbinden. Wer eine Woche oder länger Zeit hat, kann Prag, Böhmen und Mähren kennenlernen und dabei ganz unterschiedliche Seiten Tschechiens erleben.

Prag ist das kulturelle Herz Tschechiens

Für viele Reisen beginnt der Aufenthalt in Prag, und dafür gibt es gute Gründe. Die tschechische Hauptstadt verbindet eine außergewöhnlich gut erhaltene historische Kulisse mit einem lebendigen modernen Stadtleben.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Prager Burg, die Karlsbrücke und der Altstädter Ring mit der astronomischen Uhr. Auf beiden Seiten der Moldau warten historische Viertel, Kirchen, Paläste und Aussichtspunkte.

Wer Prag intensiver erleben möchte, sollte mindestens drei Tage einplanen. Besonders am frühen Morgen lohnt sich ein Spaziergang durch die Altstadt, bevor sich die bekannten Plätze und Brücken mit Besuchern füllen.

Historische Altstadt mit Holzbrücke, bunten Häusern und Kirchturm am Fluss in Tschechien.
Tschechien fühlt sich hier wie ein Märchen am Fluss an – Bildnachweis: Yasonya – iStock-Datei-ID: 1157959428

Die Prager Burg thront über der Moldau

Hoch über der Stadt liegt die Prager Burg, ein weitläufiger Komplex aus Palästen, Kirchen, Höfen und historischen Gebäuden. Innerhalb der Anlage steht mit dem Veitsdom eines der bedeutendsten Gotteshäuser des Landes.

Von verschiedenen Punkten rund um die Burg öffnet sich ein weiter Blick über die roten Dächer Prags. Unterhalb liegt die Malá Strana, die sogenannte Kleinseite, mit barocken Gebäuden und schmalen Straßen.

Ein Besuch lässt sich hervorragend mit der Karlsbrücke verbinden. Wer früh startet, erlebt beide Wahrzeichen wesentlich entspannter.

Český Krumlov wirkt wie eine mittelalterliche Filmkulisse

Im Süden Böhmens liegt Český Krumlov, eine der bekanntesten historischen Städte des Landes. Die Moldau windet sich in mehreren Schleifen durch den Ort, während darüber ein mächtiger Schlosskomplex aufragt.

Das historische Zentrum gehört zum UNESCO-Welterbe. Bunte Fassaden, Kopfsteinpflaster und verwinkelte Straßen verleihen der Stadt eine beinahe märchenhafte Atmosphäre.

Český Krumlov kann als Tagesausflug besucht werden, schöner ist jedoch mindestens eine Übernachtung. Am Abend und frühen Morgen zeigt sich die Altstadt häufig deutlich ruhiger.

Hoher Aussichtsturm steht am Waldrand mit Blick über Hügel und Dörfer in Tschechien.
Tschechien öffnet von diesem Turm den Blick in die Weite – Bildnachweis: Castka – iStock-Datei-ID: 2221636528

Karlsbad gehört zu Europas berühmten Kurorten

Im Westen Tschechiens liegt Karlovy Vary, im Deutschen besser als Karlsbad bekannt. Die Stadt entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem bedeutenden europäischen Kurort.

Elegante Kolonnaden, historische Hotels und warme Mineralquellen bestimmen das Stadtbild. Besucher können an verschiedenen Quellen das mineralreiche Wasser probieren, wobei Geschmack und Temperatur deutlich variieren.

Zusammen mit Marienbad und Franzensbad gehört Karlsbad zum sogenannten böhmischen Bäderdreieck. Wer historische Kurarchitektur mag, findet in dieser Region einige der schönsten Stadtlandschaften Tschechiens.

Kutná Hora überrascht mit außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten

Östlich von Prag liegt Kutná Hora, dessen Wohlstand im Mittelalter eng mit dem Silberbergbau verbunden war. Die Stadt war zeitweise eines der bedeutendsten wirtschaftlichen Zentren des Königreichs Böhmen.

Besonders eindrucksvoll ist die spätgotische Kathedrale der heiligen Barbara. Zusammen mit dem historischen Zentrum gehört sie zum UNESCO-Welterbe.

Eine vollkommen andere Sehenswürdigkeit wartet im Ortsteil Sedlec. Das dortige Beinhaus ist mit menschlichen Knochen dekoriert und zählt zu den ungewöhnlichsten historischen Orten des Landes.

Brünn zeigt die moderne Seite Mährens

Mit Brno beziehungsweise Brünn besitzt Tschechien eine zweite große Stadt, die international deutlich weniger bekannt ist als Prag. Brünn ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Mährens und wird stark von Universitäten und einer jungen Bevölkerung geprägt.

Über der Innenstadt erhebt sich die Burg Špilberk. Ebenfalls markant sind die Kathedrale St. Peter und Paul sowie die historischen Plätze im Zentrum.

Architekturfans kennen Brünn vor allem wegen der Villa Tugendhat. Das von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Gebäude gehört zum UNESCO-Welterbe und gilt als bedeutendes Werk der modernen Architektur.

Festlich beleuchteter Platz in Prag mit Marktständen, Weihnachtsbaum und vielen Menschen am Abend.
Abendstimmung in Prag auf dem Altstädter Ring – Bildnachweis: rglinsky – iStock-Datei-ID: 1807280541

Südmähren ist Tschechiens Weinregion

Rund um Brünn beginnt eine vollkommen andere Landschaft. Südmähren ist geprägt von Weinbergen, kleinen Dörfern, Schlössern und sanften Hügeln.

Besonders die Umgebung von Mikulov gehört zu den reizvollen Zielen der Region. Über dem Ort erhebt sich ein großes Schloss, während rundherum Weinberge die Landschaft bestimmen.

Auch Lednice und Valtice sind einen Besuch wert. Die Kulturlandschaft mit ihren Schlössern, Parks und historischen Bauwerken gehört zum UNESCO-Welterbe und lässt sich gut mit einer Reise durch Südmähren verbinden.

Die Böhmische Schweiz bietet spektakuläre Felslandschaften

Tschechien besitzt nicht nur historische Städte. Im Norden liegt mit der Böhmischen Schweiz eine der beeindruckendsten Naturlandschaften des Landes.

Sandsteinfelsen, Schluchten und bewaldete Täler prägen das Gebiet an der Grenze zu Deutschland. Bekannt ist besonders das Pravčická brána, das Prebischtor, eine große natürliche Sandsteinfelsbrücke.

Die Region eignet sich hervorragend zum Wandern. Nach Waldbränden und wetterbedingten Schäden können einzelne Wege zeitweise gesperrt oder umgeleitet sein, weshalb vor einer Tour die aktuellen Hinweise des Nationalparks geprüft werden sollten.

Holzsteg führt durch eine enge Sandsteinschlucht zu einem steinernen Torbogen.
Tschechien überrascht mit wilden Felsenwegen – Bildnachweis: ViliamM – iStock-Datei-ID: 2232983548

Das Riesengebirge lockt Wanderer und Wintersportler

An der Grenze zu Polen erhebt sich das Riesengebirge, tschechisch Krkonoše. Hier liegt mit der Schneekoppe, der Sněžka, der höchste Berg Tschechiens.

Im Sommer führen zahlreiche Wanderwege durch die Berglandschaft. Im Winter verwandeln sich Orte wie Špindlerův Mlýn in bekannte Wintersportziele.

Das Riesengebirge zeigt, wie abwechslungsreich die Landschaft Tschechiens ist. Zwischen historischen Städten und Weinregionen findet man hier eine deutlich rauere Gebirgswelt.

Burgen und Schlösser gehören überall zur Landschaft

Tschechien besitzt eine beeindruckende Dichte an Burgen und Schlössern. Viele Anlagen liegen auf Hügeln über Flüssen oder kleinen historischen Städten.

Besonders bekannt ist Burg Karlštejn südwestlich von Prag. Kaiser Karl IV. ließ die Anlage im 14. Jahrhundert errichten, um dort unter anderem königliche Schätze und Reichskleinodien aufzubewahren.

Weitere bekannte Ziele sind beispielsweise Schloss Hluboká, Burg Křivoklát oder die Anlagen von Lednice und Valtice. Wer eine Rundreise plant, kann problemlos mehrere historische Bauwerke in die Route integrieren.

Pilsen ist untrennbar mit Bier verbunden

Im Westen des Landes liegt Plzeň beziehungsweise Pilsen. Der Name der Stadt ist weltweit mit einer bestimmten Art von Bier verbunden.

1842 wurde hier das erste Bier gebraut, das später als Pilsner Bierstil internationale Bekanntheit erlangte. Bis heute spielt die Brautradition eine wichtige Rolle für die Stadt.

Pilsen besitzt darüber hinaus ein sehenswertes historisches Zentrum. Der große Platz der Republik mit der St.-Bartholomäus-Kathedrale bildet das Herz der Innenstadt.

Viele Menschen gehen über die Karlsbrücke in Prag, im Hintergrund liegt die Prager Burg.
Karlsbrücke in Prag mit Blick zur Burg – Bildnachweis: KellyISP – iStock-Datei-ID: 1492969945

Böhmische Küche ist herzhaft und sättigend

Wer durch Tschechien reist, begegnet einer Küche, die besonders für herzhafte Gerichte und Knödel bekannt ist. Fleisch, kräftige Saucen, Kohl und Kartoffeln spielen traditionell eine wichtige Rolle.

Zu den bekanntesten Gerichten gehört Svíčková, meist Rindfleisch mit einer cremigen Gemüsesauce und böhmischen Knödeln. Ebenfalls verbreitet sind Gulaschvarianten, Schweinebraten und unterschiedliche Suppen.

Eine süße Spezialität sind beispielsweise Fruchtknödel. In touristischen Zentren findet man außerdem Trdelník an vielen Verkaufsständen, wobei das heute stark mit Prag verbundene Gebäck nicht als ursprünglicher Klassiker der Prager Küche betrachtet werden sollte.

Tschechien besitzt eine lange Biertradition

Bier gehört fest zur tschechischen Ess- und Alltagskultur. Neben großen bekannten Brauereien existieren zahlreiche kleinere regionale Brauereien und Gasthausbrauereien.

Pilsen und České Budějovice sind zwei Städte mit besonders bekannten Brautraditionen. Gleichzeitig unterscheiden sich die angebotenen Biere je nach Region und Brauerei.

Wer keinen Alkohol trinkt, findet inzwischen ebenfalls zahlreiche alkoholfreie Varianten. Zu einem kulinarischen Streifzug gehören ohnehin weit mehr als nur Bier und deftige Hauptgerichte.

Blick über Prag mit der Karlsbrücke und der Moldau, dahinter die Altstadt und Hügel.
Tschechien zeigt in Prag sein großes Panorama – Bildnachweis: DaLiu – iStock-Datei-ID: 538600418

Frühling und Herbst eignen sich hervorragend für Rundreisen

Tschechien kann grundsätzlich das ganze Jahr über besucht werden. Frühling und Herbst sind besonders angenehm für Städtereisen, Wanderungen und Rundreisen.

Im Sommer können Prag und andere bekannte Orte sehr gut besucht sein. Dafür eignen sich die langen Tage hervorragend, um Stadtbesichtigungen und Natur miteinander zu kombinieren.

Der Winter besitzt vor allem in Prag und den historischen Städten eine besondere Atmosphäre. Weihnachtsmärkte und verschneite Landschaften können reizvoll sein, während im Riesengebirge die Wintersportsaison beginnt.

Eine Woche reicht für einen guten ersten Eindruck

Wer Tschechien zum ersten Mal besucht, kann innerhalb einer Woche bereits mehrere Regionen kennenlernen. Drei Tage in Prag lassen sich beispielsweise mit Český Krumlov und einem weiteren Ziel wie Kutná Hora oder Karlsbad kombinieren.

Für eine größere Rundreise sind zehn bis vierzehn Tage angenehmer. Dann bleibt zusätzlich Zeit für Brünn, Südmähren und eine der Naturlandschaften.

Das Bahnnetz verbindet viele größere Städte miteinander. Für ländliche Regionen, kleinere Burgen und abgelegenere Naturziele bietet ein Auto dagegen häufig mehr Flexibilität.

Die Karlsbrücke in Prag spannt sich über die Moldau, daneben ragen historische Türme und Dächer auf.
Prag an der Karlsbrücke mit Türmen und Moldau – Bildnachweis: f11photo – iStock-Datei-ID: 1354316721

Tschechien bietet weit mehr als Prag

Prag allein wäre bereits Grund genug für eine Reise, doch Tschechien beginnt eigentlich erst außerhalb seiner Hauptstadt richtig überraschend zu werden. Mittelalterliche Städte, Weinberge, Kurorte, Burgen und Gebirge liegen teilweise nur wenige Stunden voneinander entfernt.

Morgens kann man durch eine historische Altstadt spazieren, am Nachmittag eine Burg besuchen und den nächsten Tag auf einem Wanderweg zwischen Sandsteinfelsen verbringen. Gleichzeitig sorgen regionale Küche und jahrhundertealte Traditionen dafür, dass jede Region ihren eigenen Charakter besitzt.

Wer Mitteleuropa entdecken möchte, sollte Tschechien deshalb nicht auf einen Wochenendtrip nach Prag reduzieren. Böhmen, Mähren und die tschechischen Gebirgsregionen bieten genügend Abwechslung für eine komplette Rundreise – und wahrscheinlich deutlich mehr, als viele Besucher vor ihrer ersten Reise erwarten.

Wart ihr schon einmal in Tschechien? Welche Stadt oder Region hat euch besonders gefallen – Prag, Český Krumlov, Südmähren oder vielleicht die Böhmische Schweiz? Schreibt eure Tschechien-Tipps und Erfahrungen gerne in die Kommentare.


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