Vier wunderschöne Orte in Frankreich, die du einmal im Leben bereisen solltest

Frankreich ist eines dieser Länder, in die man immer wieder zurückkehren kann, weil jede Region ihren ganz eigenen Charakter hat. In Frankreich findest du große Städte mit Museen und Boulevards, stille Dörfer zwischen Weinreben, wilde Küsten und Alpenpanoramen.

Panorama über die Pariser Dächer mit der Opéra Garnier im warmen Abendlicht.
Dächer und Opernhaus von Paris bei Sonnenuntergang – Bildnachweis: encrier – iStock-Datei-ID: 528558473

In Paris läufst du an der Seine entlang und schaust auf die Silhouette des Eiffelturms, während Straßencafés schon morgens voller Leben sind. An der Côte d’Azur rund um Nizza mischen sich Palmen, Stadtstrände und kleine Buchten, die in der Nachmittagssonne glitzern. In der Provence duftet es im Sommer nach Lavendel und Kräutern, in Dörfern sitzen Menschen unter Platanen und trinken Pastis. In der Bretagne prallen Gischt und Wellen auf Granitfelsen, während im nächsten Hafen Austern und Crêpes serviert werden.

Blick über ruhende Weinberge der Provence auf ein Dorf auf einem Hügel.
Weinberge und Dorf in der Provence im Winter – Bildnachweis: phbcz – iStock-Datei-ID: 2221802398

Alle vier Traumziele lassen sich gut erreichen, bieten dir solide Infrastruktur und trotzdem genug Ecken, in denen du dich einfach treiben lassen kannst. Je nachdem, ob du mehr Lust auf Stadt, Meer, Land oder alles zusammen hast, passt eines dieser Ziele perfekt zu deiner nächsten Frankreichreise.

Paris – Klassiker mit Cafés, Museen und Ufermomenten

Paris ist als Reiseziel fast ein eigenes Versprechen. Du stellst dir die Stadt schon vorher vor, und trotzdem überrascht sie dich, sobald du wirklich da bist. Du kommst meist am Flughafen Charles de Gaulle oder Orly an oder mit dem Zug am Gare du Nord. Dann steigst du in RER, Metro oder Bus und bist schnell mitten im Leben. Paris ist groß, manchmal auch anstrengend, aber es ist eine Stadt, die sich erstaunlich gut zu Fuß erschließt, wenn du dir die Tage nicht zu voll packst.

Schon nach den ersten Schritten merkst du, wie sehr Paris aus Vierteln besteht, die sich jeweils anders anfühlen. Du läufst an Hausfassaden vorbei, die wie Filmkulissen wirken, hörst Sprachen aus aller Welt und findest trotzdem immer wieder ruhige Straßen, in denen nur Fahrradklingeln und das Klappern von Geschirr aus einem Café zu hören sind. Genau diese Mischung aus Alltag und Postkartenmoment macht den Reiz aus.

Eiffelturm in Paris zwischen Haussmann-Häusern mit blühenden rosa Magnolien im Vordergrund.
Frühlingsblick auf den Eiffelturm in Paris – Bildnachweis: Elena Zolotova – iStock-Datei-ID: 2211711751

Rund um die Seine liegen viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Der Eiffelturm ist so präsent, dass du ihn immer wieder zufällig zwischen Häusern auftauchen siehst. Das Musée d’Orsay fühlt sich an wie ein Kunsttempel im ehemaligen Bahnhof, und allein das Gebäude ist schon ein Erlebnis. Auf der Île de la Cité stehst du an einem der historischsten Punkte der Stadt. Notre Dame zieht auch dann den Blick an, wenn du nur kurz vorbeiläufst, und die benachbarte Sainte Chapelle wirkt innen wie ein Farbrausch, wenn das Licht durch die Glasfenster fällt. Wenn du Paris langsam angehst, reicht oft schon ein Spaziergang am Wasser, um das Gefühl zu bekommen, dass hier ständig Geschichte neben dir herläuft.

Wenn du Lust auf Viertel hast, in denen du dich treiben lassen kannst, ist das Marais perfekt. Du gehst durch schmale Straßen, schaust in kleine Läden, Galerien und Concept Stores und findest zwischendrin ruhige Innenhöfe. In Saint Germain wirkt alles ein bisschen eleganter, mit Cafés, Buchläden und einem Hauch klassischem Paris. Rund um den Canal Saint Martin ist die Stimmung oft entspannter und jünger. Dort sitzen Menschen am Wasser, trinken etwas, reden stundenlang und machen aus einem einfachen Nachmittag ein kleines Ritual.

Montmartre mit Sacré Coeur ist touristisch, das stimmt. Die Treppen, die Plätze, die Maler, das Gedränge. Trotzdem hat das Viertel immer noch Ecken, in denen es ruhiger wird, sobald du ein paar Straßen vom Hauptstrom weggehst. Dann findest du kleine Treppenwege, Häuser mit Gärten, winzige Plätze und Ausblicke, bei denen du plötzlich verstehst, warum so viele Künstler hier hängen geblieben sind. Ein Tipp ist, Montmartre eher morgens oder am späten Abend zu besuchen. Dann gehört dir das Gefühl mehr als das Gedränge.

Die Kathedrale Notre-Dame in Paris vor einem rosa-violetten Abendhimmel.
Notre-Dame de Paris im Abendlicht – Bildnachweis: HyperlapsePro – iStock-Datei-ID: 2185376246

Paris lebt auch von seinen Museen und davon, dass du Kultur nicht nur „machst“, sondern nebenbei mitnimmst. Du kannst einen ganzen Tag im Louvre verbringen, musst es aber nicht. Manchmal ist es schöner, sich ein oder zwei Bereiche herauszupicken und danach einfach wieder rauszugehen, statt sich zu überfordern. Dazu kommen kleinere Museen, Ausstellungen und immer wieder Kirchen, die von außen unscheinbar wirken und innen plötzlich beeindruckend still sind.

Und dann sind da die Parks und Gärten. Paris wirkt dicht, aber es hat diese grünen Inseln, die den Tag retten. Du setzt dich in einen Park, holst dir ein Baguette, Käse und Obst, und plötzlich fühlt sich das teuerste Pflaster der Welt ganz einfach an. Ein Picknick ist hier nicht nur eine Budgetidee, sondern fast schon ein Teil des Lebensgefühls.

Kulinarisch bekommst du in Paris wirklich alles. Du startest mit einem Croissant an der Ecke, das allein schon besser schmeckt, als du es gewohnt bist. Mittags kannst du in einem Bistro ein Menü nehmen, das oft preislich fairer ist als abends. Abends hast du die Wahl zwischen klassischer Bistroküche, kleinen Weinbars und gehobener Gastronomie. Dazu kommen Wein, Apéritif, Käse, Desserts und diese kleinen Momente, in denen du merkst, dass Essen hier nicht nur satt macht, sondern den Rhythmus des Tages bestimmt. Wenn du nicht ständig in den berühmtesten Straßen isst, findest du viele Orte, die richtig gut sind, ohne dass du dafür ein Vermögen ausgeben musst.

Auslage einer Fromagerie in Paris mit vielen verschiedenen französischen Käsesorten und Preisschildern.
Französische Käsevielfalt in einer Pariser Fromagerie – Bildnachweis: AlexKozlov – iStock-Datei-ID: 883963152

Paris ist nicht billig, vor allem bei Hotels und in sehr zentralen Restaurants. Trotzdem kannst du dein Budget gut steuern. Die Metro bringt dich überall hin, und wenn du dir ab und zu Supermarkt oder Bäckerei mitnimmst, bleibt mehr Geld für einzelne Highlights. Manchmal ist es auch klug, nicht mitten in den teuersten Vierteln zu wohnen, sondern etwas außerhalb mit guter Metroanbindung. Dann bekommst du oft mehr Ruhe und besseres Preisgefühl, ohne dass du viel Zeit verlierst.

Beim Thema Sicherheit gilt das, was in jeder großen Stadt gilt, nur etwas konzentrierter. Du fühlst dich am sichersten, wenn du auf Wertsachen achtest, besonders in vollen Metros, an Bahnhöfen und rund um große Sehenswürdigkeiten. Trage deine Tasche geschlossen, halte dein Handy nicht zu locker in der Hand und bleib bei Gedränge einfach aufmerksam. Paris ist lebendig und meistens unkompliziert, aber die typischen Großstadttricks gibt es eben auch.

Blick auf den golden leuchtenden Eiffelturm in Paris mit Ausflugsbooten auf der Seine.
Abendstimmung am Eiffelturm in Paris – Bildnachweis: Hani Santosa – iStock-Datei-ID: 2052531937

Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst. Dann sind die Parks grün, das Licht ist schön, und die Temperaturen passen für lange Spaziergänge. Der Sommer ist lebhaft und kann heiß werden, dafür sind die Abende lange und die Stadt wirkt noch mehr wie Bühne. Der Winter ist kühler, aber stimmungsvoll, mit Weihnachtslichtern, warmen Cafés und dem Gefühl, dass Paris selbst im Grau noch elegant wirkt.

Wenn du Paris richtig genießen willst, plane nicht zu viel pro Tag. Such dir ein bis zwei feste Punkte aus und lass Platz für Umwege. Gerade diese Umwege sind es, die Paris so besonders machen. Du gehst los, ohne Ziel, und findest plötzlich eine kleine Passage, einen Bücherstand an der Seine oder ein Café, in dem du länger sitzen bleibst als geplant. Genau dann fühlt sich Paris nicht wie eine Liste an, sondern wie eine Stadt, in der du wirklich angekommen bist.

Nizza und die Côte d’Azur – Stadtstrand, alte Gassen und mediterranes Licht

Nizza ist ein idealer Einstieg in die Côte d’Azur, weil du hier beides bekommst, Stadt und Strand. Du landest am Flughafen direkt an der Küste und hast schon beim Ankommen dieses Gefühl von Licht und Meer. Mit Tram oder Bus fährst du ein paar Minuten, und plötzlich stehst du auf der Promenade des Anglais. Dort ziehen Jogger, Flaneure und Radfahrer am Kiesstrand vorbei, die Palmen wippen im Wind, und du merkst sofort, dass hier das Leben draußen stattfindet.

Wenn du von der Promenade in die Altstadt gehst, ändert sich die Stimmung. In Vieux Nice wird es enger, bunter und lebendiger. Du läufst durch Gassen, in denen es nach Kaffee, Meer und warmem Teig riecht. Du kommst an Eisdielen vorbei, an kleinen Bars, an Läden mit Seife, Gewürzen und Souvenirs, die nicht immer kitschig sein müssen. Der Cours Saleya ist dabei ein echtes Herzstück. Dort findest du Märkte, Blumen, Obst und Gemüse, und du kannst dir ganz leicht ein kleines Frühstück oder einen Snack für unterwegs zusammenstellen. Wenn du früh da bist, gehört dir der Markt noch ein bisschen mehr, bevor es voller wird.

Blick auf bunte Häuser, Yachthafen und Altstadt in einer Küstenstadt an der Côte d’Azur.
Hafenstadt an der Côte d’Azur – Bildnachweis: bwzenith – iStock-Datei-ID: 1280645825

Ein Highlight ist der Burgberg, die Colline du Château. Du kannst hochlaufen, wenn du Lust auf Bewegung hast, oder gemütlicher hochfahren. Oben bekommst du den Blick über die ganze Bucht, auf die Dächer der Altstadt, die Promenade und das Wasser, das je nach Wetter von türkis bis tiefblau wechselt. Viele bleiben dort länger als gedacht, weil sich Nizza von oben erst richtig sortiert.

Das Schöne ist, dass Nizza nicht nur für sich funktioniert, sondern auch als Ausgangspunkt. Von hier aus bist du schnell in anderen Orten der Côte d’Azur. Villefranche sur Mer liegt ganz nah und wirkt fast wie eine kleine Postkarte mit ruhiger Bucht. Antibes bringt Hafen, Altstadt und ein bisschen mehr klassisches Riviera Gefühl. Cannes ist bekannt und manchmal glamourös, aber auch dort findest du Ecken, die entspannter sind, wenn du ein paar Straßen vom roten Teppich weggehst. Mit Zügen und Bussen geht vieles unkompliziert, und wenn du ein Auto hast, kannst du noch flexibler kleine Buchten und Aussichtspunkte ansteuern.

In Nizza kannst du baden, Bootstouren machen oder in kleinen Buchten schnorcheln. Du kannst aber auch einfach am Wasser sitzen und zuschauen, wie der Tag langsamer wird. Der Kiesstrand ist anders als Sand, dafür ist das Wasser oft klar, und die Stimmung auf der Promenade ist besonders, vor allem am späten Nachmittag. Dann sitzt du auf einer Terrasse, und das Licht färbt die Häuser langsam orange. Genau in diesen Momenten fühlt sich die Côte d’Azur so an, wie man sie sich vorstellt.

Luftaufnahme der Promenade des Anglais in Nizza mit Strand, Meer und Häuserzeile an der Côte d’Azur.
Promenade und Strand von Nizza – Bildnachweis: Tommy Larey – iStock-Datei-ID: 2243235502

Kulinarisch erwartet dich Südfrankreich mit Ratatouille, Salade niçoise, Socca, frischem Fisch, Meeresfrüchten und Roséweinen aus der Region. Du findest einfache Imbisse, die schnell und lecker sind, und auch Restaurants, in denen du länger sitzt und den Abend ausdehnst. Wenn du dein Budget im Blick behalten willst, lohnt sich mittags oft ein Menü, und zwischendurch funktionieren Markt, Bäckerei und kleine Snacks in der Altstadt sehr gut.

In der Hochsaison sind Strände und Orte gut gefüllt. Unterkünfte und Restaurants werden teurer, und du solltest für beliebte Adressen eher reservieren. Dafür ist das Angebot an Veranstaltungen, Märkten und Konzerten groß, und die Stadt fühlt sich wie eine Bühne an. Frühling und Herbst sind ruhiger. Dann ist es oft mild genug für Strandspaziergänge und Mittagessen im Freien, und du bekommst mehr von der entspannten Seite der Stadt mit.

Panorama der Altstadt von Nizza mit orangefarbenen Dächern, Kirchtürmen und Hügeln im Hintergrund an der Côte d’Azur.
Blick über die Altstadt von Nizza an der Côte d’Azur – Bildnachweis: kim willems – iStock-Datei-ID: 2238028650

Nizza und die umliegenden Orte gelten als touristisch gut erschlossen und überwiegend sicher. Wie in anderen Küstenstädten hilft es, auf Wertsachen zu achten, besonders in vollen Straßen, an Haltestellen und dort, wo viele Menschen unterwegs sind. Wenn du aufmerksam bleibst und die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhältst, kannst du Nizza sehr entspannt genießen.

Provence – Lavendelfelder, Dörfer und Markttage

Die Provence ist kein einzelner Punkt auf der Karte. Sie ist eher ein Lebensgefühl aus Dörfern, Hügeln, kleinen Städten und einer Landschaft, in der du automatisch langsamer wirst. Du fährst durch Weinberge und Olivenhaine, siehst Zypressenlinien am Horizont und merkst, dass hier nicht das Tempo zählt, sondern der Moment. Alles wirkt sonniger, weicher und ein bisschen wie aus einem Film.

Anreisen kannst du gut über Flughäfen wie Marseille. Du kannst auch mit der Bahn kommen, zum Beispiel mit dem TGV nach Avignon oder Aix. Von dort geht es meist mit dem Mietwagen weiter, weil viele der schönsten Orte ländlich liegen und du mit dem Auto einfach freier bist. Die Strecken sind schon Teil des Erlebnisses, weil du ständig durch kleine Täler fährst, an Feldern vorbeikommst und immer wieder spontan anhalten willst.

In Avignon läufst du durch mittelalterliche Gassen, stehst plötzlich vor dem Papstpalast und spürst sofort, wie viel Geschichte hier steckt. Die berühmte Brücke gehört dazu, genauso wie die Plätze, auf denen du abends noch ein Glas Wein trinken kannst, während die Stadt langsam ruhiger wird. In Aix en Provence ist das Lebensgefühl anders. Dort sitzt du unter Platanen an der Cours Mirabeau, schaust Menschen beim Flanieren zu und hast dieses elegante, entspannte Südfrankreich Gefühl, bei dem ein Kaffee schnell zur Stunde wird.

Blühende Lavendelfelder vor einer historischen Abtei in der Provence.
Lavendelfeld und alte Abtei in der Provence – Bildnachweis: Aleh Varanishcha – iStock-Datei-ID: 1305974714

Richtig typisch Provence wird es in den Landschaften rundherum. Im Luberon oder in den Alpilles findest du Dörfer wie Gordes, Roussillon, Saint Rémy oder Les Baux, die sich an Hügel klammern oder in Felsen hineingesetzt sind. Manche Orte wirken wie gebaut, um fotografiert zu werden, und trotzdem sind sie echte Dörfer, in denen morgens die Fensterläden aufgehen und der Tag ganz normal beginnt. In Roussillon leuchten die roten Felsen besonders intensiv, und in Les Baux stehst du plötzlich auf einer Höhe, von der du weit in die Landschaft schauen kannst.

Im Juni und Juli blühen vielerorts die Lavendelfelder. Besonders bekannt ist die Hochebene von Valensole, aber auch rund um Klöster oder in kleineren Gegenden findest du diese violetten Streifen, die die ganze Landschaft verändern. Die Farben sind dann sehr stark, und es kann an den berühmtesten Fotospots voll werden. Wenn du früh am Morgen oder später am Abend unterwegs bist, wirkt es oft ruhiger, und das Licht ist schöner.

Ein echtes Highlight sind die Wochenmärkte. Dort kaufst du Obst, Gemüse, Käse, Oliven, Kräuter, Seifen und kleine Spezialitäten, die nach Urlaub riechen. Du probierst hier, nimmst da etwas mit, und plötzlich hast du alles für ein Picknick oder ein einfaches Abendessen. Abends stehen in vielen Unterkünften oder Restaurants Klassiker wie Tapenade, Aioli, Ziegenkäse, Ratatouille und Grillgerichte auf dem Tisch. Dazu kommen regionale Weine, die oft perfekt zum warmen Abend passen.

Im Sommer ist die Provence gut besucht, wirkt aber durch die Verteilung auf viele Orte selten wie ein einziger Hotspot. Du kannst dich immer ein Stück zurückziehen, wenn du das Gefühl hast, es wird zu voll. Frühling und Herbst sind für viele die beste Reisezeit. Dann ist es mild, die Landschaft ist grün oder golden, und du kannst wandern, Rad fahren oder durch Städte schlendern, ohne dass die Hitze drückt.

Frische Zucchini mit Blüten auf einem Marktstand in der Provence.
Bunter Wochenmarkt in der Provence mit Zucchini – Bildnachweis: neirfy – iStock-Datei-ID: 2228238321

Die Region gilt als sicher. Straßendörfer und Städte haben gute Infrastruktur, und mit normaler Aufmerksamkeit bist du entspannt unterwegs. Im Straßenverkehr hilft es, defensiv zu fahren, weil die Straßen manchmal schmal sind und es in der Hochsaison mehr Ausflugsverkehr gibt. An sehr warmen Tagen ist Hitzeschutz wichtig. Trinke genug, nimm Schattenpausen und plane Aktivitäten eher morgens oder am späten Nachmittag. Wenn du das beachtest, fühlst du dich in der Provence schnell wohl und merkst, warum so viele Menschen immer wieder zurückkommen.

Bretagne – Klippen, Leuchttürme und kleine Häfen im Nordwesten

Die Bretagne ist das Frankreich für alle, die lieber Wind im Gesicht als Hitze im Nacken haben. Hier riecht es nach Salz, Algen und frischer Luft. Die Küste ist rauer, die Farben sind oft kräftiger, und selbst an sonnigen Tagen bleibt dieses Gefühl, dass das Meer immer das letzte Wort hat. Genau das macht die Bretagne so besonders, weil sie nicht geschniegelt wirkt, sondern echt, klar und manchmal ein bisschen dramatisch.

Du erreichst die Region bequem mit dem Zug, zum Beispiel nach Rennes, Saint Malo, Brest oder Quimper. Mit dem Auto ist die Bretagne perfekt für einen Roadtrip, weil du dann flexibel von Bucht zu Bucht fahren kannst und unterwegs in kleinen Dörfern stoppst, die du sonst einfach verpassen würdest. Die Region ist groß, aber viele ihrer schönsten Orte liegen an der Küste, und dort spielt sich auch ein großer Teil des Bretagne Gefühls ab.

Ein Radfahrer fährt auf einem schmalen Küstenweg mit Blick auf das blaue Meer in der Bretagne.
Mit dem Rad entlang der wilden Küste der Bretagne – Bildnachweis: Uwe Moser – iStock-Datei-ID: 2181359354

In Saint Malo spazierst du über die Stadtmauer, schaust auf das Meer und die vorgelagerten Inseln und spürst sofort diesen Mix aus Geschichte und Meeresluft. Du läufst durch Gassen, in denen Crêperien und Läden mit bretonischem Keksgebäck um deine Aufmerksamkeit konkurrieren. Die Stadt wirkt wie gebaut für Spaziergänge, weil du ständig zwischen Blick aufs Wasser und kleinen Straßen wechselst. Wenn der Wind stärker wird, wirkt Saint Malo noch mehr wie eine echte Atlantikstadt, und genau dann ist sie besonders schön.

Weiter westlich wird die Bretagne wilder. Du findest Küstenabschnitte mit Klippen, Stränden, Leuchttürmen und Wanderwegen, auf denen du stundenlang an der See entlangläufst. Viele Wege führen direkt über Felsen, durch Heide und an kleinen Buchten vorbei, in denen das Wasser mal ruhig und mal richtig unruhig wirkt. Du bleibst ständig stehen, weil das Licht sich verändert, weil eine Welle anders bricht oder weil irgendwo ein Leuchtturm auf einem Felsen steht, als würde er das Meer beobachten.

Kleine Steinhäuser mit Schieferdächern stehen an einem stillen Wasserarm in der Bretagne, vor dem ein blaues Boot liegt.
Ruhiges Hafendorf mit traditionellen Steinhäusern in der Bretagne – Bildnachweis: RolfSt – iStock-Datei-ID: 505664214

Im Süden rund um den Golf von Morbihan und an der Cornouaille wird es etwas milder. Dort findest du geschütztere Buchten, Inseln und viele Segelboote, die die Landschaft fast ein bisschen mediterraner wirken lassen, nur eben mit Atlantikluft. Das ist ideal, wenn du die Bretagne etwas sanfter erleben willst, ohne auf das Meer zu verzichten.

Kulinarisch ist die Bretagne ein echtes Highlight. Du bekommst Crêpes und Galettes mit süßen oder herzhaften Füllungen, oft einfach, aber richtig gut. Dazu kommen frische Austern, Muscheln und Meeresfrüchte, die hier so selbstverständlich sind, als wären sie Teil der Landschaft. Und dann ist da der Cidre, der oft in kleinen Schalen serviert wird und perfekt zu einem Abend passt, an dem der Wind draußen noch um die Ecke pfeift. In vielen Orten findest du zudem kleine Märkte, auf denen du Käse, Brot, Butter, Karamell und regionale Produkte kaufen kannst. Ein Picknick mit Blick aufs Meer funktioniert hier immer.

Das Wetter kann schnell wechseln, und genau das macht die Bretagne so reizvoll. Eine Sonne kann plötzlich in Regen übergehen, und danach kommt wieder ein klares Licht, das die Küste fast leuchten lässt. Deshalb gehört eine gute Regenjacke ins Gepäck, auch im Sommer. Der Sommer ist meist angenehm, oft nicht zu heiß, und damit ideal für Strandtage und Wanderungen, ohne dass du ständig in der Mittagshitze leidest. Frühling und Herbst sind rauer, aber sehr stimmungsvoll, mit weniger Besuchern und oft spektakulären Wolken und Lichtmomenten.

Ein Leuchtturm steht auf einer Felsklippe am Meer in der Bretagne und ist über einen schmalen Damm erreichbar.
Leuchtturm auf den Klippen der bretonischen Küste – Bildnachweis: Manel Subirats – iStock-Datei-ID: 2150799635

Die Bretagne gilt als entspannt und sicher. Du kommst mit Auto, Zug und Bus gut voran, auch wenn manche Küstenorte mit dem Auto einfacher erreichbar sind. Die Kosten für Unterkünfte und Essen variieren, liegen aber oft unter den Toppreisen der südfranzösischen Hotspots, besonders wenn du in kleineren Orten übernachtest oder etwas abseits der bekanntesten Küstenabschnitte bleibst. Wenn du Frankreich suchst, das mehr nach Meer und Weite als nach Glamour schmeckt, wirst du in der Bretagne sehr schnell ankommen.

Deine Reise zu den Traumzielen in Frankreich

Paris, Nizza mit der Côte d’Azur, die Provence und die Bretagne zeigen vier ganz unterschiedliche Seiten Frankreichs, die sich jeweils als eigene Reise oder als Teil einer größeren Tour anbieten. Du kannst dich für eine Woche in einem Viertel von Paris einrichten, mit dem Zug Richtung Süden fahren und an der Küste baden, ein Auto in der Provence mieten und von Markt zu Markt fahren oder entlang der bretonischen Küste Leuchttürme und Häfen sammeln.

Vielleicht planst du gleich mehrere dieser Traumziele in einer längeren Reise, vielleicht suchst du dir erst einmal eines heraus und lernst Frankreich Schritt für Schritt kennen.

Warst du schon einmal in Frankreich unterwegs und hast vielleicht eines dieser Ziele besucht oder ganz andere Lieblingsorte entdeckt? Wir freuen uns jederzeit über deine Kommentare und deine persönlichen Tipps zu Reisen nach Frankreich.