Fünf niederländische Städte, die zeigen, wie vielfältig das kleine Land wirklich ist

Die Niederlande wirken auf der Karte klein, fühlen sich beim Reisen aber erstaunlich groß und abwechslungsreich an. Das liegt daran, dass sich hier auf engem Raum sehr viele unterschiedliche Stimmungen mischen. Du triffst auf alte Kaufmannsstädte mit Grachten, auf moderne Viertel mit Glas und Stahl, und auf ruhige Wohnstraßen, in denen es morgens nach frischen Waffeln und Kaffee riecht. Oft sind es die kleinen Details, die hängen bleiben. Ein Hausboot am Kanal. Ein Marktstand mit Käse. Ein Platz, auf dem alle draußen sitzen, obwohl es eigentlich frisch ist.

Mehrere Fahrräder stehen auf einer Brücke über einer Amsterdamer Gracht, im Hintergrund ragt ein Kirchturm empor.
Fahrräder am Grachtenufer mit Kirchturm in Amsterdam – Bildnachweis: jenifoto – iStock-Datei-ID: 2069511791

Viele Städte sind kompakt und trotzdem voll. Du kannst an einem Tag viel sehen, ohne dich durch endlose Distanzen zu kämpfen. Gleichzeitig wirkt nichts gehetzt. Die Niederlande sind gut darin, Alltag und Reisegefühl zusammenzubringen. Du startest entspannt in den Tag, schlenderst durch Straßen mit alten Fassaden, und stehst plötzlich in einem hippen Viertel mit Designläden, kleinen Galerien und Streetfood. Am Abend endet man oft am Wasser. Dann sitzt du mit einem Drink am Kanal oder am Hafenbecken und schaust einfach nur zu, wie die Stadt leiser wird.

Das Land ist flach und sehr gut erschlossen. Züge fahren häufig und bringen dich schnell von Stadt zu Stadt. Viele Bahnhöfe liegen nah am Zentrum. Du steigst aus und bist fast sofort mitten im Geschehen. Dazu kommt die Fahrradkultur. In vielen Orten ist das Fahrrad das normalste Verkehrsmittel der Welt. Radwege sind nicht nur vorhanden, sie sind Teil des Systems. Das macht es leicht, spontan zu sein. Du kannst eine Stadt zu Fuß erkunden, ein Stück radeln, und später wieder in die Bahn steigen, ohne groß zu planen.

Panorama mit hell erleuchteter Erasmusbrücke und Hochhäusern über der Maas.
Die Erasmusbrücke verbindet Rotterdams Lichtermeer – Bildnachweis: mihaiulia – iStock-Datei-ID: 509029224

Auch landschaftlich gibt es mehr, als man erwartet. Natürlich ist vieles weit und offen. Du siehst Felder, Deiche, kleine Dörfer und Windräder. Aber es gibt auch Dünen, Strände und Naturgebiete, die überraschend ruhig sind. Besonders an der Küste wirkt das Land größer, weil der Horizont so weit ist. Wer einmal am Meer war und dann am nächsten Tag durch eine Altstadt läuft, merkt schnell, wie vielfältig diese Mischung ist.

Die Jahreszeiten verändern das Reisegefühl deutlich. Der Sommer ist meist mild und angenehm. Du hast lange Abende, viele Terrassen und eine leichte Stimmung in den Städten. Der Frühling glänzt mit Tulpen und viel Licht. Dann lohnt sich auch ein Abstecher raus aus den Städten, weil die Farben auf dem Land richtig stark sind. Der Herbst ist ruhiger und oft golden. Er passt gut, wenn du Museen, Cafés und lange Spaziergänge liebst. Der Winter kann grau sein, aber er hat seine Momente. Gerade rund um die Grachten wirkt alles stimmungsvoll, und in vielen Orten bringen Lichter und Weihnachtsmärkte Wärme in die Straßen.

Ein Kanal führt durch Den Haag, flankiert von Bäumen, Autos und markanten Hochhäusern im Hintergrund.
Kanalblick mit moderner Architektur in Den Haag – Bildnachweis: Jui-Chi Chan – iStock-Datei-ID: 2164391013

Wenn du die Niederlande das erste Mal bereist, helfen dir fünf Städte als Einstieg. Sie zeigen dir unterschiedliche Seiten des Landes. Mal historisch und elegant. Mal jung und kreativ. Mal maritim und modern. Zusammen geben sie dir ein rundes Gefühl dafür, wie sich die Niederlande als Reiseziel anfühlen können.

Amsterdam – Klassiker mit Grachten, Museen und Nachtleben

Amsterdam ist die bekannteste Stadt des Landes und hat rund 900.000 Einwohner. Sie wirkt gleichzeitig wie ein Dorf aus Wasserstraßen und wie eine europäische Metropole. Genau das macht sie so besonders. Du kannst morgens in einer ruhigen Grachtengasse stehen, in der nur Fahrräder vorbeirattern, und ein paar Minuten später bist du auf einer großen Einkaufsstraße mit Menschen aus aller Welt.

Panorama von Amsterdam mit vielen Booten am Wasser und der Skyline unter großen Wolken.
Blick über Amsterdam mit Hafenbooten und Skyline – Bildnachweis: bloodua – iStock-Datei-ID: 1495768047

Im Zentrum ziehen sich Halbkreise aus Grachten durch die Stadt. Du läufst ständig über Brücken, siehst schmale Giebelhäuser und beobachtest Radfahrer, die scheinbar ohne Regeln, aber mit perfektem Instinkt überall durchkommen. Amsterdam ist eine Stadt, die man am besten langsam entdeckt. Ein kleiner Umweg lohnt sich hier fast immer, weil hinter der nächsten Ecke ein hübscher Innenhof, ein winziges Café oder ein stiller Kanal wartet.

Eine Grachtenfahrt ist fast Pflicht, auch wenn es erstmal nach Touriprogramm klingt. Vom Boot aus siehst du Fassaden, Hausboote und Blickachsen, die du zu Fuß leicht übersiehst. Du merkst plötzlich, wie sehr Wasser und Architektur zusammengehören. Abends, wenn die Lichter in den Fenstern spiegeln, wirkt das Ganze noch mal stimmungsvoller.

Rund um den Museumsplein wartet geballte Kultur. Das Rijksmuseum und das Van Gogh Museum sind die großen Namen, dazu kommen weitere Häuser, in denen du Kunst und Geschichte sehr konzentriert bekommst. Wenn du nicht den ganzen Tag im Museum sein willst, reicht oft schon ein halber Tag, um ein Highlight mitzunehmen und danach wieder raus in die Stadt zu gehen.

Eine Hand hält einen Teller mit rohem Hering, Zwiebeln und Gurke, dazu steckt eine kleine niederländische Flagge.
Holländischer Hering als Streetfood in Amsterdam – Bildnachweis: basInBeeld – iStock-Datei-ID: 139965315

Sehr schön ist auch der Jordaan. Das Viertel hat enge Straßen, kleine Läden und Cafés, die eher nach Nachbarschaft als nach Großstadt wirken. Das Anne Frank Haus ist ein wichtiger, stiller und emotionaler Ort. Hier lohnt sich eine Reservierung, weil die Tickets oft früh weg sind und du dir so Wartezeit sparst.

Am Abend verteilt sich das Leben auf viele Viertel. Im Zentrum ist es rund um das Rotlichtviertel und die Kneipen sehr belebt, manchmal auch anstrengend voll. Wenn du es entspannter willst, geh nach De Pijp, in den Osten oder in Seitenstraßen, wo Bars eher gemütlich sind und du nicht das Gefühl hast, mitten in einer Dauerparty zu stehen. Amsterdam kann laut sein, aber es gibt auch viele Ecken, in denen es überraschend ruhig bleibt.

Für Ausflüge hast du gute Optionen. Zaanse Schans bringt dir Windmühlen und ein bisschen Holland Klischee, aber in hübsch. Im Frühling sind die Tulpenfelder rund um Keukenhof ein Klassiker, und selbst wenn du denkst, du hast Tulpen schon oft gesehen, ist die Farbfläche dort beeindruckend.

Eine gemauerte Bogenbrücke führt über eine Gracht in Amsterdam, dahinter stehen schmale Giebelhäuser in einer Reihe.
Typische Grachtenhäuser und Brücke in Amsterdam – Bildnachweis: a_Taiga – iStock-Datei-ID: 1352073906

Die Anreise ist unkompliziert. Aus Deutschland fahren viele Züge direkt nach Amsterdam. Flüge landen am Flughafen Schiphol, von dort bringt dich der Zug in kurzer Zeit ins Zentrum. Vor Ort kommst du mit Tram, Metro und Bus weiter, aber am meisten Amsterdam Gefühl bekommst du auf dem Fahrrad oder zu Fuß. Wenn du Rad fährst, fahr defensiv und achte auf Klingeln, denn hier haben Fahrräder wirklich Vorrang im Alltag.

Rotterdam – Moderne Architektur und großer Hafen

Rotterdam hat rund 660.000 Einwohner und fühlt sich ganz anders an als Amsterdam. Die Stadt ist direkter, moderner und oft ein bisschen rauer, aber genau das macht sie spannend. Durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde Rotterdam später fast neu erfunden. Statt vieler alter Fassaden prägen heute Architektur und klare Linien das Bild. Du siehst Hochhäuser, Brücken, breite Straßen und dazwischen immer wieder Wasser und Hafenluft.

Luftbild mit Frachtschiffen, Tanks, Windrädern und breitem Fahrwasser im Hafen Rotterdam.
Der Rotterdamer Hafen zeigt maritime Superlative – Bildnachweis: Nisangha – iStock-Datei-ID: 2199993443

Viele starten am Hauptbahnhof, weil schon dort dieser moderne Vibe spürbar ist. Von hier kommst du schnell ins Zentrum. Ein Highlight ist die Markthal. Die große Halle wirkt wie eine Mischung aus Foodmarket und Stadtwohnzimmer, und die bemalte Decke ist ein echter Hingucker. Du kannst dich hier einmal quer durch Snacks und Küchen probieren, perfekt für eine entspannte Pause, ohne lange Restaurantplanung.

Ein echtes Symbol der Stadt ist die Erasmusbrücke. Sie verbindet das Zentrum mit dem Kop van Zuid, einem Viertel mit Hochhäusern, dem Hotel New York und tollen Blicken Richtung Hafen. Am besten wirkt Rotterdam, wenn du dich zwischendurch ans Wasser setzt und einfach schaust, wie sich die Stadt bewegt. Wenn du Lust auf das große Hafengefühl hast, lohnt eine Tour mit Boot oder Wassertaxi. Dann siehst du Containerterminals, Werften und den Hafen aus der Nähe, und du merkst, wie riesig dieses System eigentlich ist.

Blick auf die Erasmusbrücke und hohe Gebäude am Fluss in der Dämmerung.
Rotterdams Skyline glüht an der Maas – Bildnachweis: RudyBalasko – iStock-Datei-ID: 589131748

Zu den bekanntesten Fotospots gehören die Kubushäuser. Sie sind schräg, verspielt und typisch Rotterdam, weil hier vieles experimenteller wirkt als in anderen Städten. Für Kultur passt ein Besuch im Museum Boijmans Van Beuningen, oder in den Depots und anderen Kunsthäusern der Stadt. Da bekommst du die kreative Seite Rotterdams mit, die oft unterschätzt wird, weil alle zuerst an Hafen und Skyline denken.

Wenn du noch mehr sehen willst, liegt Rotterdam perfekt für Ausflüge. Mit der Bahn bist du schnell in Den Haag oder Delft, und auch die Küste bei Hoek van Holland ist nicht weit. Die Anreise aus Deutschland ist ebenfalls unkompliziert, mit Zug oder Auto, je nachdem, was besser passt. Vor Ort bringen dich Metro, Tram und Bus gut durch die Stadt, und die Wassertaxis sind eine coole Ergänzung, wenn du es mal anders erleben willst.

Gläsernes Hochhaus De Rotterdam bei Nacht mit beleuchteter Fassade am Wasser.
De Rotterdam zeigt die moderne Seite der Stadt – Bildnachweis: Biletskiy_Evgeniy – iStock-Datei-ID: 1397429205

Und wenn du zwischendurch etwas mehr Ruhe brauchst, fahr nach Delfshaven. Das Viertel wirkt deutlich gemütlicher und zeigt, dass Rotterdam nicht nur modern und groß ist, sondern auch kleine, ruhigere Ecken hat. Genau diese Mischung aus futuristisch und bodenständig macht die Stadt so interessant.

Den Haag – Regierungssitz, Strand und Kunst

Den Haag hat rund 550.000 Einwohner und ist Regierungssitz, Wohnort der königlichen Familie und Küstenstadt in einem. Die Stadt fühlt sich dadurch anders an als Amsterdam oder Rotterdam. Sie ist etwas ruhiger, eleganter und oft sehr aufgeräumt. Gleichzeitig ist sie international geprägt, weil hier viele Gerichte und Organisationen sitzen und ständig Menschen aus aller Welt unterwegs sind.

Im Zentrum siehst du den Binnenhof mit den Parlamentsgebäuden und dem politischen Herz der Niederlande. In der Nähe liegen Plätze, alte Fassaden und große Straßen, auf denen man schnell merkt, dass Den Haag eher „Residenzstadt“ als Partycity ist. Direkt daneben stehen moderne Bürotürme, Gerichte und internationale Institutionen. Dieser Wechsel aus historisch und modern passiert hier oft innerhalb weniger Minuten.

Das Vredespaleis in Den Haag steht in einem Park vor blauem Himmel.
Das Vredespaleis in Den Haag im Sonnenschein – Bildnachweis: jan van der Wolf – iStock-Datei-ID: 2204777549

Kulturell ist das Mauritshuis ein echtes Highlight. Die Sammlung ist nicht riesig, aber sehr stark, und du siehst dort Werke von Vermeer und Rembrandt in einer Atmosphäre, die eher intim als museumsmüde wirkt. Wenn du noch mehr Kunst willst, passt das Escher Museum super, weil es eine ganz andere Richtung hat und grafisch richtig Spaß macht. Dazu kommen weitere Häuser, in denen du von klassischer Malerei bis Design und Fotografie viel Auswahl hast.

Und dann kommt der Teil, den viele an Den Haag lieben. Du bist schnell am Meer. Wenn du genug von Politik und Museen hast, steigst du in die Tram und fährst nach Scheveningen. Dort warten Strand, Promenade und Pier, und plötzlich fühlt sich der Tag nach Küste an. Du kannst baden, spazieren, surfen oder einfach nur Wind und Wellen anschauen. Selbst bei grauem Wetter lohnt es sich, weil die Nordsee hier viel Stimmung hat.

Panorama über Den Haag mit modernen Hochhäusern und dicht bebauter Altstadt an einem sonnigen Tag.
Skyline von Den Haag aus der Vogelperspektive – Bildnachweis: yujie chen – iStock-Datei-ID: 1726488748

Auch die Umgebung ist stark. Delft liegt nah und ist bekannt für seine hübsche Altstadt und Keramiktradition. Leiden ist ebenfalls schnell erreichbar und wirkt mit Grachten und Studentenleben lebendig und entspannt. So kannst du Den Haag sehr gut als Basis nutzen und jeden Tag einen anderen Charakter erleben, ohne weit fahren zu müssen.

Die Anreise aus Deutschland ist unkompliziert, oft über Rotterdam oder Amsterdam. Innerhalb der Stadt kommst du mit Straßenbahnen, Bussen und Bahn gut voran. Zu Fuß lässt sich das Zentrum angenehm erkunden. Für den Weg zum Strand brauchst du dann meistens Tram oder Fahrrad, was aber genau den Reiz ausmacht. Du wechselst einfach vom Regierungsviertel an die Küste, ohne dass es sich nach großer Reise anfühlt.

Blick über den Binnenhof mit Brunnen und gotischer Fassade in Den Haag unter wolkigem Himmel.
Historischer Binnenhof in Den Haag – Bildnachweis: Vladislav Zolotov – iStock-Datei-ID: 1057320904

Utrecht – Studentenstadt mit Kanälen und Domturm

Utrecht hat rund 360.000 Einwohner und ist eine sehr lebendige Studentenstadt. Du spürst das sofort, weil überall Fahrräder stehen, junge Leute unterwegs sind und die Stadt gleichzeitig historisch und modern wirkt. Utrecht fühlt sich nicht so touristisch an wie Amsterdam, hat aber genau diese „ich könnte hier wohnen“ Stimmung, die viele Städte nur schwer hinbekommen.

Das Zentrum rund um die Oudegracht ist das Besondere. Die Kanäle liegen tiefer als die Straßen. Unten siehst du alte Lagerkeller, die heute Cafés, Restaurants und kleine Bars sind. Dadurch entsteht diese zweite Ebene direkt am Wasser. Du sitzt unten am Kanal, trinkst einen Kaffee, und oben laufen Menschen über Brücken und Straßen vorbei, als wären das zwei verschiedene Welten. Gerade am späten Nachmittag ist das richtig schön, weil das Licht auf dem Wasser flackert und die Stadt gemütlich wirkt.

Entlang einer Gracht in Utrecht stehen Backsteinhäuser mit Läden, Fahrrädern und einer kleinen Brücke.
Bunte Häuser und Cafés an der Gracht in Utrecht – Bildnachweis: Olena_Z – iStock-Datei-ID: 980417034

Das bekannteste Wahrzeichen ist der Domturm. Wenn du hinaufsteigst, bekommst du einen weiten Blick über Stadt und Umland, und du merkst erst, wie zentral Utrecht eigentlich liegt. Die Altstadt ist kompakt und macht es leicht, einfach loszulaufen. Du findest viele Läden, kleine Boutiquen, Buchhandlungen und Cafés, in denen man schnell länger hängen bleibt als geplant. Abends ist Utrecht entspannt, aber lebendig, mit Bars und Restaurants, die eher nach Studentencity als nach Touristenprogramm wirken.

Auch kulturell hat Utrecht einiges. Das Eisenbahnmuseum ist ein schöner Mix aus Nostalgie und Erlebnis, und das Musikzentrum TivoliVredenburg ist eine gute Adresse, wenn du Lust auf Konzerte hast, von großen Shows bis zu kleineren Abenden. So kannst du tagsüber durch die Gassen schlendern und abends noch etwas mitnehmen, ohne dass du weit raus musst.

Luftaufnahme von Utrecht mit einer baumgesäumten Gracht und dem Domturm unter blauem Himmel.
Panorama über Utrecht mit Blick auf den Domturm – Bildnachweis: JaySi – iStock-Datei-ID: 2177710142

Utrecht ist außerdem perfekt gelegen. Von hier bist du mit dem Zug schnell in Amsterdam, Rotterdam und vielen anderen Städten. Der Hauptbahnhof ist einer der wichtigsten Knotenpunkte des Landes, was Utrecht ideal macht, wenn du mehrere Orte kombinieren willst. In der Nähe liegen auch Schlösser, Wasserburgen und grüne Gebiete, die du mit dem Rad erreichen kannst, wenn du zwischendurch mal Natur brauchst. Utrecht ist damit nicht nur ein schönes Ziel, sondern auch eine richtig praktische Basis, um die Niederlande flexibel zu erkunden.

Maastricht – Südliche Stadt an der Maas

Maastricht hat etwa 120.000 Einwohner und liegt ganz im Süden der Niederlande, nahe Belgien und Deutschland. Schon beim Ankommen wirkt die Stadt anders als viele andere Orte im Land. Maastricht fühlt sich oft fast französisch an, mit eleganten Fassaden, vielen Terrassen und einer eher genussvollen Stimmung. Hier geht es weniger um „schnell abhaken“ und mehr um schlendern, sitzen bleiben und nochmal einen Kaffee bestellen.

Die Maas fließt mitten hindurch. Brücken verbinden die Ufer und die Stadtteile, und genau am Wasser bekommst du diese entspannte Atmosphäre besonders gut mit. In der Altstadt liegen Plätze, Kirchen, alte Häuser und viele Cafés dicht beieinander. Du kannst dich einfach treiben lassen, von Gasse zu Gasse, und findest ständig kleine Ecken, die nach Wochenendtrip aussehen.

Luftaufnahme von Maastricht mit bunten Häusern, viel Grün und einem hohen Turm in der Altstadt.
Blick über Maastricht mit roten Dächern und Stadtturm – Bildnachweis: Leonid Andronov – iStock-Datei-ID: 974070574

Rund um den Vrijthof sitzt gefühlt immer jemand draußen. Hier trinkt man Kaffee oder Bier, isst etwas Kleines oder bleibt länger zum Abendessen. Die Basilika, die Kirchen und Teile der Stadtmauer geben dem Zentrum viel Charakter, ohne dass es wie ein Freilichtmuseum wirkt. Es ist historisch, aber lebendig, und genau das macht Maastricht so angenehm.

Ein besonderes Highlight sind die Grotten und Stollen im Hügelgebiet rund um die Stadt. Bei Führungen gehst du unter die Erde und siehst Gänge, die Geschichten aus Kriegs und Friedenszeiten erzählen. Das ist eine gute Ergänzung, wenn du nach dem Stadtbummel noch etwas erleben willst, das du nicht in jeder niederländischen Stadt bekommst.

Schneeflocken fallen in einer Straße in Maastricht, während Lichterketten über den Bäumen hängen und Menschen in Cafés sitzen.
Winterliche Straße in Maastricht mit Lichterglanz – Bildnachweis: DutchScenery – iStock-Datei-ID: 1356374528

Maastricht eignet sich ideal für ein Wochenende mit Stadtbummel, gutem Essen und kleinen Ausflügen. Das Umland in Limburg ist hügelig, grün und perfekt zum Wandern oder Radfahren. Kurze Trips nach Belgien sind schnell gemacht, und auch Aachen liegt praktisch um die Ecke, wenn du die Reise erweitern willst. Die Anreise aus Deutschland klappt gut mit dem Auto oder über Knotenpunkte wie Aachen oder Lüttich, und vor Ort kommst du im Zentrum fast alles bequem zu Fuß hin.

Was die Niederlande als Reiseziel besonders macht

Die Niederlande sind als Reiseziel übersichtlich und gleichzeitig überraschend abwechslungsreich. Du kannst dir eine Reise sehr einfach zusammenbauen, weil vieles nah beieinander liegt und trotzdem komplett unterschiedlich wirkt. Heute Altstadt und Grachten, morgen Hafen und moderne Architektur, übermorgen Strand und Dünen. Genau diese schnelle Abwechslung macht das Land so angenehm, auch für kurze Trips.

Menschen sitzen am Ufer der Oudegracht in Utrecht, im Hintergrund ragt der Domturm über die Häuser.
Herbststimmung an der Oudegracht in Utrecht – Bildnachweis: Pixelbizz – iStock-Datei-ID: 2184159859

Der Zug ist dabei dein bester Freund. Die Verbindungen sind häufig, die Knotenpunkte funktionieren gut, und viele Städte lassen sich als Tagesausflug kombinieren. Du kannst morgens in einer Stadt starten, mittags in einer anderen essen und abends wieder zurück sein, ohne dass es stressig wird. Dazu kommt die Radkultur. Radwege sind fast überall vorhanden, und das Fahrrad gehört ganz selbstverständlich zum Alltag. Wenn du einmal drin bist, fühlt es sich total natürlich an, Strecken einfach zu radeln, statt ständig auf Fahrpläne zu schauen.

Das Land ist insgesamt flach. Dadurch sind Wege kurz, und große Steigungen sind selten. Gerade für entspannte Radtouren ist das perfekt. Einziger Gegenspieler ist manchmal der Wind, der an der Küste oder in offenen Landschaften ordentlich ziehen kann. Dafür bekommst du Weite, Himmel und dieses typische Gefühl, dass der Horizont sehr groß ist.

Das Klima ist maritim. Der Sommer ist meist mild und eher selten drückend heiß. Frühling und Herbst sind ideal für Städtereisen und Ausflüge, weil es oft angenehm frisch ist und die Städte nicht ganz so voll sind. Der Winter kann kühl und nass werden, aber er hat seinen eigenen Charme. Mit Lichtern an den Grachten, gemütlichen Cafés und warmen Innenräumen wirkt vieles richtig einladend, auch wenn draußen graues Wetter hängt.

Die Maas fließt durch Maastricht, im Hintergrund stehen eine Kirche und eine Steinbrücke mit mehreren Bögen.
Maas-Panorama mit Brücke in Maastricht – Bildnachweis: David Taljat – iStock-Datei-ID: 2219845608

Kulinarisch bekommst du mehr als nur Fritten und Käse, auch wenn beides natürlich dazugehört. In den Städten findest du internationale Küche, Streetfood, Märkte und auch feine Restaurants. Dazu kommen typische Snacks, die man einfach mal probieren sollte. Stroopwafels für süß, Bitterballen als herzhafter Klassiker, Käse in allen Varianten und Hering, wenn du es traditionell magst. Viele Orte haben außerdem richtig gute Kaffeehauskultur, sodass eine Pause zwischendurch fast immer Teil des Tages wird.

Unterm Strich ist eine Reise in die Niederlande oft eine Mischung aus Wasser, Stadtleben, entspannter Stimmung und sehr gut organisierter Infrastruktur. Du kannst morgens im Zug sitzen, mittags an einer Gracht Kaffee trinken, nachmittags ein Museum besuchen und abends auf einem Platz sitzen, an dem sich Einheimische und Gäste ganz selbstverständlich mischen. Genau diese Leichtigkeit macht die Niederlande als Reiseziel so entspannt.

Warst du schon einmal in den Niederlanden unterwegs und welche Stadt hat dir am besten gefallen oder fehlt dir hier noch in der Liste? Wir freuen uns jederzeit über deine Kommentare und deine persönlichen Tipps zu Reisen ins Nachbarland.