Die Azoren als Reiseziel: warum neun grüne Vulkaninseln perfekt sind, wenn du Natur, Ruhe und Abenteuer kombinieren möchtest
Die Azoren sind einer dieser Orte, an denen man nach der Landung kurz aus dem Fenster schaut und sich fragt, ob man wirklich noch in Europa ist. Weiche, grüne Hügel treffen auf dunkle Lavafelsen. Kühe grasen vor Hortensienhecken, und das Licht wirkt oft klarer als anderswo. Aus alten Kratern sind Seen geworden. Daneben liegen Täler, in denen Tee wächst und Dampf aus warmen Quellen aufsteigt.

Statt Partymeilen erwarten dich Hafenstädtchen, kleine Dörfer und ein ruhiger Rhythmus. Du fährst kurvige Straßen. Du hältst an Aussichtspunkten an. Du läufst kurze Küstenwege oder längere Wanderungen über Kammwege und durch Nebelwälder. Der Atlantik ist mal sanft und spiegelglatt. Und an anderen Tagen ist er rau und beeindruckend laut.
Die Inselgruppe liegt weit draußen im Ozean zwischen Europa und Amerika. Sie besteht aus neun bewohnten Vulkaninseln. Jede fühlt sich ein bisschen anders an. São Miguel ist für viele der Einstieg, weil es dort viel Abwechslung gibt. Pico zieht Menschen an, die Höhenmeter mögen und Landschaften lieben, die fast dramatisch wirken.
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Viele reisen her, um Wale zu sehen, in heißen Quellen zu baden oder einfach diese typische azoreanische Landschaft wirken zu lassen. Die Thermalquellen passen perfekt zu Tagen, an denen das Wetter schnell wechselt und du es gemütlich magst. Insgesamt ist die Atmosphäre ruhig, ehrlich und angenehm unaufgeregt. Es fühlt sich an wie eine kleine Inselwelt, in der die Uhren etwas langsamer laufen.

Lage, Inseln und erster Eindruck
Geografisch gehören die Azoren zu Portugal, liegen aber weit draußen im Nordatlantik, ungefähr 1.300 bis 1.500 Kilometer westlich vom Festland. Genau diese Lage macht die Inselgruppe so besonders, weil du mitten im Ozean bist und trotzdem eine europäische Infrastruktur vorfindest. Das Archipel ist klar gegliedert. Im Osten liegen São Miguel und Santa Maria. In der Mitte gruppieren sich Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial. Im Westen folgen die abgelegenen Inseln Flores und Corvo.
Jede Insel hat ihren eigenen Charakter, und das spürst du schnell. São Miguel ist für viele die vielseitigste Insel, mit Kraterseen, heißen Quellen und dem meisten Stadtleben. Pico wirkt dunkler und wilder, mit dem großen Vulkan und einer Landschaft, die oft fast dramatisch aussieht. Faial ist bekannt für seine Hortensien und den Seglerhafen. Terceira wirkt historisch und lebendiger, mit schönen Altstadtmomenten. São Jorge ist lang und schmal und berühmt für seine Fajãs, also flache Küstenebenen am Fuß steiler Hänge. Santa Maria ist oft sonniger und etwas trockener. Graciosa ist ruhig und entspannt. Flores fühlt sich wie ein Garten aus Grün und Wasser an, mit vielen Wasserfällen und Aussichtspunkten. Corvo ist klein und abgelegen, fast wie ein Außenposten im Atlantik.

Schon beim ersten Spaziergang fällt auf, wie gepflegt und gleichzeitig unaufgeregt alles wirkt. Die Straßen sind gut, die Beschilderung ist klar, und in den Orten findest du Kirchen, Cafés und kleine Läden. Dazwischen liegt viel Natur, und sie ist nie weit weg. Es ist weniger Südseegefühl und mehr eine Mischung aus frischer Atlantikluft, üppigem Grün und vulkanischer Kulisse. Genau daraus entsteht der Reiz, der auf Fotos oft schön aussieht, vor Ort aber noch viel stärker wirkt.
Anreise und unterwegs zwischen den Inseln
Die meisten internationalen Flüge landen auf São Miguel in Ponta Delgada und auf Terceira am Flughafen Lajes. Je nach Saison gibt es Direktverbindungen aus mehreren europäischen Städten. Viele Routen laufen außerdem über Lissabon oder Porto. Auf weiteren Inseln wie Pico, Faial und Santa Maria findest du kleinere Flughäfen. Diese sind vor allem regional angebunden und verbinden das Inselhopping gut miteinander.
Zwischen den Inseln reisen viele mit Azores Airlines. Die Flugzeiten sind kurz und liegen oft bei 30 bis 60 Minuten. Das Wetter spielt aber mit. Wind, Wolken und Sicht können den Plan beeinflussen. Deshalb lohnt es sich, bei knappen Anschlüssen etwas Puffer einzuplanen. Gerade im Atlantik kann sich ein Tag schnell anders anfühlen als am Morgen gedacht.
Daneben gibt es Fähren, die vor allem in der zentralen Inselgruppe sehr praktisch sind. Besonders zwischen Pico, Faial, São Jorge und teilweise Terceira sind die Verbindungen beliebt. Du sparst dir oft einen Flug. Du siehst die Küsten vom Wasser aus. Und die Überfahrt fühlt sich wie eine kleine Minikreuzfahrt an, wenn das Meer ruhig ist.

Auf den Inseln selbst bist du mit einem Mietwagen am flexibelsten. Es gibt zwar Busse, aber sie sind häufig eher auf Alltag und Schulwege ausgerichtet. In Städten wie Ponta Delgada, Angra do Heroísmo oder Horta kannst du vieles zu Fuß erledigen. Für Aussichtspunkte, Startpunkte von Wanderungen und abgelegene Buchten brauchst du meistens ein Auto oder ein Taxi.
São Miguel – Thermalquellen, Kraterseen und Stadtleben
São Miguel ist für viele der Einstieg in die Azoren. Die Insel ist ideal, wenn du in kurzer Zeit viel Abwechslung willst. Natur, kleine Orte und eine überschaubare Hauptstadt liegen nah beieinander. Du kannst morgens wandern und abends trotzdem entspannt in der Stadt essen gehen.
Ponta Delgada hat eine hübsche Altstadt mit Kirchen, Plätzen und einer Hafenpromenade. Du findest viele Restaurants und kleine Bars. Dort passt frischer Fisch genauso gut wie Petiscos, also kleine Teller zum Teilen. Am Abend ist die Stimmung ruhig und angenehm. Es fühlt sich nicht laut an, sondern eher nach Inselalltag.
Landschaftlich ist São Miguel sehr vielseitig. An der Westseite liegt der große Krater von Sete Cidades mit den berühmten Zwillingsseen. Mehrere Miradouros geben dir diese typische Aussicht, bei der du wirklich ins Innere des Vulkans schaust. Wenn das Wetter mitspielt, wirkt das Grün fast unrealistisch. Wenn Nebel aufzieht, bekommt alles eine mystische Stimmung.
Im Zentrum wartet Lagoa do Fogo mit Höhenzügen und weiten Blicken Richtung Küste. Im Osten ist Furnas das Kontrastprogramm. Dort dampft es aus der Erde. Du siehst Fumarolen und heiße Quellen. Viele verbinden das mit einem Besuch im Terra-Nostra-Park, weil du dort in warmem Wasser entspannen kannst.

Ein besonderes Detail sind die Teeplantagen und die Ananas-Gewächshäuser. Das wirkt fast überraschend in dieser Vulkanlandschaft. Viele schauen sich das an, probieren etwas und nehmen Kleinigkeiten als Mitbringsel mit. Dazu kommen Wanderwege für jedes Level. Es gibt kurze Küstenrunden und längere Touren über Kämme. Du findest auch schwarze Sandstrände und natürliche Meerbäder, in denen Baden oft ganzjährig möglich ist, im Winter für viele am liebsten mit Neopren.
Zentralgruppe: Pico, Faial und São Jorge
Pico fällt schon beim Anflug auf. Du siehst einen großen, dunklen Vulkankegel, der sich klar vom Atlantik abhebt. Mit 2.351 Metern ist die Montanha do Pico der höchste Berg Portugals. Der Aufstieg zum Gipfel gehört zu den spektakulärsten Touren der Azoren. Am besten klappt es meist von spätem Frühling bis Herbst, wenn Wetter und Bedingungen passen. Oben wartest du oft auf eine Wolkenlücke, und genau das macht es so besonders. Du stehst über dem Dunst und schaust auf Inseln, Meer und Himmel.
Unten wirkt Pico rau und ursprünglich. Es gibt Lavafelder, schwarze Küsten und kleine Dörfer, die sich an geschützte Buchten schmiegen. Berühmt sind die Weinberge, die von niedrigen Basaltmauern eingerahmt sind und als UNESCO Welterbe gelten. Diese schwarzen Steinraster sehen aus wie ein Muster in der Landschaft. Dazu kommt das tiefblaue Meer, in dem du immer wieder Wale und Delfine entdecken kannst, je nach Saison und Tour.
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Faial trägt den Spitznamen „blaue Insel“, weil im Sommer überall Hortensien blühen. Das Inselzentrum wirkt grün und sanft, und die Straßen haben viele Aussichtspunkte. In Horta ist der Hafen das Herzstück. Hier treffen sich Segler, die den Atlantik überqueren. Viele hinterlassen bunte Wandbilder am Kai, und genau das gibt dem Ort diese weltoffene Stimmung. Am Westende wartet Capelinhos. Dort läufst du durch eine fast mondartige Vulkanlandschaft und spürst, wie jung diese Inseln geologisch sind.

São Jorge ist lang und schmal und wirkt wie ein Rücken aus Felsen im Meer. Hohe Klippen fallen steil ab. Unten liegen die typischen Fajãs, kleine Terrassen am Fuß der Steilküste. Manche erreichst du nur zu Fuß oder über sehr steile Straßen. Sie fühlen sich wie eigene kleine Welten an, mit Gärten, Wegen und oft einer ganz besonderen Ruhe. São Jorge ist außerdem eine Insel für Wanderer. Und für Käseliebhaber, weil hier der bekannte Inselkäse entsteht.
Zwischen Pico, Faial und São Jorge sind die Wege kurz. Im Sommer fahren häufig Fähren, und du kannst diese drei Inseln sehr gut kombinieren. So bekommst du Vulkan, Hafenflair und Fajã Landschaft in einem Trip, ohne ständig lange zu reisen.
Terceira, Graciosa und Santa Maria
Terceira bildet mit Angra do Heroísmo eines der historischen Zentren der Azoren. Die Stadt ist UNESCO Welterbe und fühlt sich beim ersten Bummel sofort besonders an. Du siehst bunte Häuser, Kirchen, kleine Plätze und Festungen. Alles wirkt gepflegt, aber nicht geschniegelt. Es ist eine Mischung aus Geschichte und normalem Inselalltag, in dem Cafés, Läden und Promenaden ganz selbstverständlich dazugehören.
Im Inselinneren wartet ein Highlight unter der Erde. Der begehbare Vulkanschlot Algar do Carvão ist einer dieser Orte, die man nicht so schnell vergisst. Du steigst hinab und stehst plötzlich in einer vulkanischen Hohlform. Moosbewachsene Wände, Tropfsteinformationen und ein unterirdischer See wirken fast surreal. Gerade weil du das alles im Inneren eines Vulkans siehst, fühlt sich Terceira hier sehr „Azoren“ an.
Graciosa ist kleiner, ruhiger und oft etwas trockener. Die Insel hat Windmühlen, weiße Häuser und Weinfelder. Dazu kommt die Caldeira, ein großer Krater, in den du über Treppen hinuntersteigen kannst. Graciosa ist ideal, wenn du es sehr entspannt magst und weniger „To do Liste“ brauchst. Hier geht es eher um Ruhe, kleine Spaziergänge und dieses Gefühl, dass alles noch langsamer läuft.

Santa Maria im Osten ist als südlichste Insel häufig sonniger und wirkt farblich anders. In Teilen der Insel ist die Landschaft rötlich und fast wüstenartig, zum Beispiel im Barreiro da Faneca. An anderer Stelle findest du helles Wasser und Strände, die sich deutlich anders anfühlen als die oft dunkleren Küsten auf anderen Inseln. Santa Maria passt gut, wenn du Schwimmen und Wandern kombinieren willst und es gern etwas wärmer und trockener hast als auf São Miguel.
Flores und Corvo – die abgelegene Westgruppe
Ganz im Westen liegen Flores und Corvo, die beiden kleinsten und abgelegensten Inseln der Azoren. Flores ist ein Traum, wenn du es wild und grün magst. Du findest Wasserfälle, Kraterseen und steile Küsten. Dazwischen wachsen Hortensien, und kleine Dörfer liegen wie Inselpunkte in der Landschaft. Es gibt wenig Verkehr, und genau dadurch fühlt sich alles noch ursprünglicher an. Du bist schnell wieder allein auf einem Weg, hörst nur Wind, Wasser und Vögel.
Corvo ist noch kleiner. Es ist fast die Essenz einer Insel. Ein Dorf, ein großer Krater namens Caldeirão und sehr viel Ruhe. Wenn du dort ankommst, merkst du sofort, wie reduziert alles ist, im besten Sinn. Du brauchst keine lange Liste an Aktivitäten. Du gehst einfach los, schaust, atmest, und lässt den Ort wirken.
Hierher kommen oft Menschen, die schon einmal auf den Azoren waren oder die bewusst das Ende der Inselkette suchen. Wetter und Verbindungen sind manchmal launischer. Das gehört dazu, weil der Atlantik hier den Ton angibt. Dafür ist das Naturgefühl besonders intensiv, weil du weniger Ablenkung hast und mehr Raum.
Auf Corvo kannst du an einem Tag fast die ganze Insel umrunden. Auf Flores füllst du dagegen mehrere Tage mit Wandern, Küstenwegen und Aussichtspunkten. Wenn du Abgeschiedenheit liebst, sind Flores und Corvo genau die Inseln, auf denen die Azoren am stillsten und am stärksten wirken.
Wetter, beste Reisezeit und Azoren-Wetterlaune
Das Klima der Azoren ist ganzjährig mild. Die Temperaturen liegen grob zwischen 15 und 25 Grad. Große Extreme sind selten. Die beste Reisezeit hängt davon ab, was du vor Ort machen willst. Viele empfinden April bis Oktober als ideal. Dann ist die Natur üppig. Viele Wanderwege sind gut begehbar. Und die meisten Touren laufen zuverlässig, zum Beispiel Bootsausflüge und Whale Watching.
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Im Frühling, also von April bis Juni, wirkt alles besonders frisch. Die Landschaft ist sattgrün. Viele Wege machen jetzt am meisten Spaß, weil es nicht zu heiß ist. Auch die Chancen auf Walbeobachtungen sind in dieser Zeit für viele Arten sehr gut. Gerade im Atlantik rund um die Inseln ist dann viel Bewegung.

Der Sommer von Juni bis August bringt wärmeres Wasser und längere Tage. Das ist perfekt, wenn du Baden, Bootstouren und entspannte Inselrunden planst. Gleichzeitig ist es die teuerste und meistbesuchte Zeit. Du solltest Unterkünfte und Mietwagen eher früh sichern, wenn du in dieser Phase reisen möchtest.
Der Herbst ist oft ruhiger. Das Meer bleibt vielerorts noch angenehm. Das Licht kann spektakulär sein, besonders am Abend. Für viele ist das eine der schönsten Zeiten, weil du weniger Trubel hast und trotzdem noch viel draußen machen kannst, auch Wandern.
Im Winter wird es rauer. Es gibt mehr Regen und Wind. Dafür sind die Inseln sehr ursprünglich. Wenn du Wetterstimmungen liebst und gerne dramatische Wolken, Nebel und Wellen siehst, ist das eine spannende Jahreszeit. Baden steht dann für die meisten nicht im Vordergrund.
Wichtig ist das wechselhafte Wetter. Die Azoren sind bekannt dafür, dass sich Sonne, Regen, Nebel und Wind schnell abwechseln. Das gilt besonders in höheren Lagen. Pack deshalb immer eine Regenjacke und eine zusätzliche Schicht ein, auch wenn der Morgen noch freundlich aussieht.
Wandern, Whale Watching und Outdoor-Erlebnisse
Outdoor ist auf den Azoren das große Thema. Wandern gehört praktisch zu jedem Trip. Fast alle Inseln haben markierte Trails, die von kurzen Küstenspaziergängen bis zu langen Tagesetappen reichen. Du kannst dir jeden Tag eine andere Landschaft aussuchen und musst dafür nicht weit fahren. Auf São Miguel gehst du um Kraterseen. Auf São Jorge steigst du hinunter zu den Fajãs. Auf Pico wartet die Gipfeltour. Auf Flores läufst du zwischen Seen und Wasserfällen. Auf Faial geht es in die Caldeira, wo du die Insel einmal von innen fühlst.
Whale Watching ist das zweite große Highlight. Rund um die Azoren leben mehrere Delfinarten und Pottwale ganzjährig. Dazu kommen saisonal wandernde Arten, die vor allem im Frühling auftauchen, darunter große Wale wie Blau- und Finnwale. Viele planen ihre Reise deshalb so, dass sie mindestens ein oder zwei Bootstouren einbauen. Die Starts sind häufig in Ponta Delgada auf São Miguel, in Horta auf Faial oder in Madalena auf Pico. Seriöse Anbieter arbeiten mit klaren Regeln, damit die Tiere nicht gestört werden. Vor der Tour bekommst du meist eine kurze Einweisung, damit du weißt, wie Sichtungen ablaufen und worauf man an Bord achtet.
Dazu kommt jede Menge Action, wenn du willst. Du kannst Canyoning in Schluchten machen, Coasteering an Felsenküsten ausprobieren oder mit dem Kajak in ruhigen Buchten paddeln. Reiten und Radfahren sind auf einigen Inseln ebenfalls beliebt. Tauchen und Surfen funktionieren je nach Spot und Bedingungen, und viele lieben die natürlichen Lava-Pools, die wie kleine Meeresbäder wirken.
Das Schöne ist die Mischung. Du kannst die Azoren sehr aktiv erleben. Du kannst aber auch entspannt reisen und nur jeden zweiten Tag etwas Größeres machen. Je nach Insel wechselst du einfach zwischen Wandern, Wasser und Aussichtspunkten, ohne dass es sich nach Stress anfühlt.
Baden, Thermalquellen und Meer
Die Azoren sind keine klassische Stranddestination, aber es gibt mehr Bademöglichkeiten, als man denkt. Schwarze Sandstrände, kleine Buchten, künstlich geschützte Meerpools und Flussbecken wechseln sich ab. Auf São Miguel findest du Strände wie Praia dos Moinhos oder Santa Bárbara, auf Santa Maria sogar längere, helle Sandstrände.
Besonders schön sind die natürlichen Meeresschwimmbecken, etwa in Mosteiros, am Porto Formoso, in Velas (São Jorge), in Biscoitos (Terceira) oder Varadouro (Faial). Dort badest du in Lava-Becken, die durch Mauern vor der Brandung geschützt sind, aber ständig vom Atlantik mit frischem Wasser versorgt werden.
Thermalquellen sind ein großes Plus. In Furnas (São Miguel) kannst du in warmen Becken baden, im Terra-Nostra-Park oder in kleineren Anlagen, und später das typische „Cozido“ probieren, das in Erdlöchern mit vulkanischer Hitze gegart wird.
Essen und Trinken auf den Azoren
Kulinarisch mischen sich auf den Azoren eine einfache, kräftige Inselküche und portugiesische Klassiker. Auf fast allen Inseln spielt Fisch eine große Rolle. Du bekommst gegrillten Fisch, Eintöpfe, Oktopus und Muscheln. Oft ist alles unkompliziert, aber sehr aromatisch, weil die Produkte frisch sind und nicht viel Schnickschnack brauchen.
Bei den Fleischgerichten geht es deftig zu. Rindereintöpfe sind verbreitet, und auf Terceira ist Alcatra ein Klassiker, der langsam schmort und richtig satt macht. Auf São Miguel gehört die Cozido-Variante aus Furnas für viele unbedingt dazu, weil sie so typisch für die vulkanische Inselwelt ist und sich wie „Azoren pur“ anfühlt.
Dazu kommen Käse, vor allem von São Jorge, frische Milchprodukte, Brot und Süßspeisen. Bei den Früchten findest du regionale Ananas, Maracujas und je nach Saison weitere Sorten, die oft überraschend intensiv schmecken. Wein wird vor allem auf Pico, Graciosa und teilweise auf São Miguel angebaut. Gerade die Weingärten auf Pico sind ein Erlebnis, weil sie zwischen schwarzen Lavafeldern und Steinmauern liegen und die Landschaft dabei fast wie ein Muster wirkt.

Für zwischendurch sind Kaffeehäuser und kleine Tascas perfekt. Ein Espresso ist meist günstig. Kleine Snacks bekommst du fast überall. Preislich liegen die Azoren oft unter dem Niveau vieler westeuropäischer Großstädte, besonders wenn du eher lokale Lokale wählst und nicht nur an den allerzentralsten Touristenspots sitzt.
Unterkünfte, Preise und Reisedauer
Das Angebot an Unterkünften auf den Azoren reicht von einfachen Gästehäusern über Ferienwohnungen bis zu charmanten Landhäusern und Boutique-Hotels. In größeren Orten wie Ponta Delgada, Angra do Heroísmo oder Horta hast du viel Auswahl. In kleineren Dörfern gibt es oft nur wenige Optionen, dafür sind sie meist sehr ruhig und nah an der Natur. Gerade das ist für viele der Reiz, weil du morgens mit Blick ins Grün aufwachst und abends ohne Trubel einschläfst.
In der Hauptsaison von Juni bis August steigen Preise und Auslastung spürbar. Dann lohnt es sich, früh zu buchen, vor allem wenn du ein bestimmtes Haus oder eine gute Lage willst. Frühjahr und Herbst sind oft angenehmer, sowohl preislich als auch vom Gefühl her. Du bekommst mehr Ruhe, und trotzdem laufen die meisten Aktivitäten sehr gut.
Für einen ersten Eindruck reichen 7 bis 10 Tage. Ideal sind aber 2 bis 3 Wochen, wenn du wirklich in den Rhythmus kommen willst und nicht ständig nur unterwegs bist. Dann kannst du auch zwei Inselgruppen kombinieren, ohne dass sich alles nach Transit anfühlt.
Viele starten mit São Miguel und hängen danach ein oder zwei Inseln der Zentralgruppe an, zum Beispiel Pico, Faial oder São Jorge. So bekommst du Kraterseen und Thermen plus Vulkan, Hafenflair und Fajãs in einem Trip. Wenn du mehr Zeit hast, baust du Terceira oder Santa Maria ein. Und wenn du am Ende noch eine „Krönung“ willst, planst du ein paar Tage Flores/Corvo, weil die Westinseln besonders wild und abgelegen wirken.

Sicherheit, Wetterumschwünge und Respekt vor der Natur
Die Azoren gelten als sehr sicheres Reiseziel. Die Kriminalität ist niedrig. Große Städte gibt es nicht, und vieles wirkt noch persönlich und entspannt. Du kannst dich in der Regel frei bewegen, auch abends, ohne ständig ein ungutes Gefühl zu haben.
Die größeren Risiken liegen eher bei Wetter und Gelände. Auf Wanderungen solltest du die Vorhersage ernst nehmen. Wind, Nebel und Regen können schnell wechseln. Starte keine langen Touren, wenn Sturm oder dichte Wolken angekündigt sind. Einige Trails verlaufen an steilen Hängen oder Felskanten. Mit gutem Schuhwerk und einem wachen Blick ist das meist gut machbar, aber du solltest es nicht unterschätzen. Nimm eine Regenjacke, eine zusätzliche Schicht und Wasser mit, auch wenn es unten an der Küste freundlich wirkt.
Bei Whale Watching, Canyoning oder anderen Outdoor-Aktivitäten lohnt es sich, seriöse Anbieter zu wählen. Hör beim Sicherheitsbriefing zu und frag nach, wenn dir etwas unklar ist. Kenne deine Grenzen, vor allem wenn es nass, rutschig oder wellig ist. Auf dem Atlantik kann es schnell ungemütlich werden, und das ist normal für diese Region.
Die Natur der Azoren ist robust und empfindlich zugleich. Bleib auf den Wegen. Nimm deinen Müll wieder mit. Reiß keine Pflanzen aus und nimm keine Steine aus geschützten Bereichen mit. Wenn du achtsam unterwegs bist, bleibt diese Inselwelt genau so schön, wie du sie vorfindest.
Deine Reise auf die Azoren
Die Azoren sind ein Reiseziel für alle, die Natur und Ruhe schätzen, aber nicht nur am Strand liegen wollen. Hier geht es mehr um draußen sein als um Strandliegen. Du wechselst ständig zwischen grünen Hängen, Vulkanlandschaften und Meerblick. Und genau das fühlt sich so gut an, weil es abwechslungsreich bleibt, ohne hektisch zu werden.
Du kannst morgens auf einen Kraterrand steigen und den Nebel über einem See aufreißen sehen. Mittags sitzt du in einem Hafenort und trinkst einen Kaffee, während Boote im Wasser schaukeln. Nachmittags gehst du auf Whale Watching oder schaust von einer Klippe aufs Meer. Abends sitzt du in einem kleinen Restaurant am Wasser und isst Fisch, während der Atlantik im Hintergrund rauscht.

Vielleicht kombinierst du São Miguel mit einer Tour durch die Zentralgruppe, zum Beispiel Pico und Faial. Dann bekommst du Kraterseen und Thermalquellen plus Vulkan und Hafenflair in einem Trip. Vielleicht bleibst du aber auch eine Woche auf nur einer Insel und lässt dir Zeit. Das funktioniert hier genauso gut, weil schon kurze Fahrten zu neuen Aussichten führen.
Und dann kommt dieser Moment, den viele nicht vergessen. Du stehst an einem Aussichtspunkt über einem grünen Hang. Kühe grasen. Hortensien säumen die Wege. Und dahinter liegt der Atlantik. Spätestens dann versteht man, warum so viele von den Azoren schwärmen und warum viele sagen, dass sie wiederkommen wollen.
Warst du schon einmal auf den Azoren unterwegs oder planst du gerade deine erste Reise dorthin – und welche Insel reizt dich am meisten? Erzähl uns gern deine Erfahrungen mit den Azoren oder deine Fragen in den Kommentaren, wir freuen uns jederzeit über deine Eindrücke zu diesem besonderen Archipel im Atlantik.