Nantes als Reiseziel: warum Schloss, Hafen, Kunstroute und Foodszene aus dieser Stadt einen richtig spannenden Stopp machen
In Nantes startest du den Tag gern am Wasser. Du stehst vor dem Stadtschloss der Herzöge der Bretagne und merkst sofort, wie grün und offen die Stadt wirkt. Der Graben spiegelt Mauern und Türme. Drinnen bekommst du Geschichte ohne Staubgefühl. Du läufst über Höfe, siehst alte Steine neben modernen Ausstellungen und kannst oben auf den Mauern einmal rundherum gehen.

Danach zieht es dich automatisch in die Altstadt. In den Vierteln rund um Bouffay findest du enge Gassen, kleine Plätze und Häuserfassaden, die noch an das Mittelalter erinnern. Vormittags ist es hier ruhig. Mittags wird es lebendig. Dann klappern Teller, es duftet nach Crêpes, und an jeder Ecke sitzt jemand mit Kaffee.
Nantes liegt an der Loire und ist trotzdem keine typische Flussstadt, die nur am Wasser stattfindet. Du hast kurze Wege. Du kannst vieles zu Fuß machen. Und wenn du keine Lust auf Laufen hast, nimmst du einfach Tram oder Bus und bist in ein paar Minuten wieder in einem ganz anderen Viertel.
Wenn du Lust auf ein bisschen „Stadtbummel wie früher“ hast, geh in die überdachten Einkaufswege. Besonders schön sind die alten Passagen mit Glasdach, Treppen und Balkonen. Da wirkt selbst ein kurzer Abstecher wie ein kleiner Ausflug. Danach passt ein Stopp auf einem Platz mit Blick auf die Fassaden, einfach nur zum Schauen.

Das kreative Nantes zeigt sich dann richtig, wenn du der Kunstlinie folgst, die durch die Stadt führt. Du entdeckst Skulpturen, Installationen und kleine Details, die du sonst übersehen würdest. Es fühlt sich an wie eine Schnitzeljagd. Nur ohne Stress. Du entscheidest selbst, wie weit du läufst und wie lange du stehen bleibst.
Am Nachmittag ist die Île de Nantes oft der Höhepunkt. Alte Werftflächen treffen auf neue Ideen. Hier stehen Hallen, in denen heute Kultur und Design einziehen. Und hier sind auch die Machines de l’Île. Wenn du den riesigen mechanischen Elefanten siehst, bist du sofort wieder Kind. Er bewegt sich langsam, atmet, sprüht Wasser und zieht alle Blicke auf sich. Das ist spektakulär, aber trotzdem nicht kitschig.
Zwischendurch tut das Ufer gut. An der Erdre und an den Promenaden findest du Parks, Bänke und Liegestühle. Viele machen einfach Pause. Du siehst Jogger, Familien, Studierende und Menschen mit Picknick. Nantes kann sich sehr entspannt anfühlen, selbst wenn du mitten in der Stadt bist.
Abends wird es kulinarisch. Du sitzt im Bistro, bestellst Fisch mit beurre blanc oder probierst ein Stück Gâteau nantais. Dazu passt ein Glas Muscadet. Danach kannst du noch durch ein beleuchtetes Viertel laufen, ein Konzert mitnehmen oder einfach am Wasser den Tag ausklingen lassen.

Nantes überrascht viele erst vor Ort. Es ist historisch und gleichzeitig spielerisch. Es ist industriell geprägt und trotzdem grün. Und es hat diesen Hauch von Steampunk, ohne sich zu verkleiden. Wenn du eine Stadt suchst, die Schlossromantik und moderne Kultur in einem Wochenende schafft, dann lohnt sich Nantes wirklich.
Allgemeines: Lage, Einwohner und Atmosphäre
Nantes liegt im Westen Frankreichs im Département Loire-Atlantique und ist heute die größte Stadt der Region Pays de la Loire. Die Stadt zählt rund 320.000 Einwohner. Im Großraum leben über 600.000 Menschen. Damit gehört Nantes zu den größeren Städten des Landes. Durch die Lage nahe der Atlantikküste wirkt vieles maritim und offen. Gleichzeitig ist die Stadt stark vom Fluss geprägt. Du merkst das an Ufern, Promenaden und vielen grünen Ecken, die das Stadtleben angenehm machen.
Die Altstadt liegt nördlich der Loire, nahe der Mündung der Erdre. Teile der Erdre sind heute tatsächlich unterirdisch geführt. Das ist ein spannendes Detail, weil du an manchen Stellen kaum glaubst, dass hier früher mehr Wasser sichtbar war. Historisch war Nantes lange Hauptstadt der Bretagne. Das erkennst du am Schloss der bretonischen Herzöge und an vielen Spuren im Stadtbild. Dazu gehören Plätze, Kirchen und alte Straßenachsen, die sich bis heute in den Alltag mischen.

Heute versteht sich Nantes als kreative Metropole. Kultur, Design und Kunst im öffentlichen Raum sind hier nicht nur Beiwerk. Das Projekt „Le Voyage à Nantes“ zieht jedes Jahr eine grüne Linie durch die Innenstadt. Du kannst dieser Kunstlinie einfach folgen. Sie führt dich zu Installationen, Aussichtspunkten und Orten, die du sonst leicht verpassen würdest. Die Stimmung in der Stadt ist locker, jung und international. Das liegt auch an den vielen Studierenden, die zusammen mit Kreativen und Familien für ein lebendiges, aber entspanntes Stadtgefühl sorgen.
Anreise und Infrastruktur: Zug, Flug, Tram und Fahrrad
Aus Deutschland kommst du am einfachsten mit dem Zug nach Nantes. Meist fährst du erst nach Paris oder Straßburg. Von Paris geht es dann mit dem TGV weiter Richtung Westen. Der TGV startet in der Regel am Bahnhof Montparnasse. Die schnelle Verbindung ist oft um die zwei Stunden, je nach Tageszeit und Umstieg kann es auch länger dauern. Plane am besten etwas Puffer ein, weil du in Paris manchmal Bahnsteigwechsel und Wege im Bahnhof hast.
Mit dem Auto ist Nantes ebenfalls gut erreichbar. Du fährst meist über Belgien oder durch Nordfrankreich und dann über die großen Westachsen Richtung Atlantik. Das Auto lohnt sich besonders, wenn du noch Küstenorte, Schlösser oder mehrere Stopps in der Region einbauen willst. In Nantes selbst brauchst du es dann oft nicht mehr, weil Parken teurer sein kann und viele Zonen eher auf ÖPNV und Rad ausgelegt sind.

Sehr komfortabel ist die Anreise per Flugzeug. Der Flughafen Nantes Atlantique liegt südlich der Stadt. Von dort kommst du mit Shuttlebus und Linienverkehr in rund zwanzig Minuten ins Zentrum, je nach Verkehr und Tageszeit. Das ist praktisch, wenn du nur ein langes Wochenende hast und keine Zeit verlieren willst.
In der Stadt bewegst du dich super mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nantes war früh dran mit einer modernen Straßenbahn. Heute gibt es drei Tramlinien, die viele zentrale Punkte abdecken und sich im Zentrum gut verbinden. Dazu kommen Buslinien, schnellere Busway Strecken und teilweise auch Fähren über die Loire. Das Netz ist dicht. Du kommst schnell von A nach B. Tickets gelten meist systemweit, was es für Besucher angenehm macht.
Für Reisende ist der Pass Nantes praktisch. Er kann Nahverkehr und viele Eintritte kombinieren. Das lohnt sich besonders, wenn du mehrere Museen, das Schloss, Attraktionen auf der Île de Nantes und dazu noch viel in der Stadt herumfahren willst.
Zusätzlich gibt es Fahrradverleih, Leihscooter und ein gut ausgebautes Radwegenetz. Nantes ist relativ flach. Dadurch kannst du viele Wege entspannt zu Fuß oder mit dem Rad machen. Vor allem die Strecken entlang der Loire, an der Erdre und rund um die Île de Nantes machen so richtig Spaß, weil du unterwegs ständig kleine Ecken findest, an denen du kurz anhalten und schauen kannst.

Sehenswürdigkeiten in Nantes: Schloss, Viertel, Maschinen
Ein guter Startpunkt in Nantes ist das Château des ducs de Bretagne. Von außen wirkt es wie eine kleine Festung am Wasser. Zur Hofseite siehst du helle Fassaden und elegante Details. Zum Graben hin wirkt alles wehrhaft. Genau dieser Kontrast macht den ersten Eindruck so stark.
Im Inneren wartet das Stadtmuseum. Es führt dich durch die Zeit, als Nantes eine bretonische Macht war. Danach geht es weiter zur Handelsstadt und später zur Industrie und zum Hafen. Besonders wichtig ist auch der Blick auf die dunklen Kapitel der Stadtgeschichte. Dazu gehört der Sklavenhandel und die Rolle, die Nantes damals im Atlantikhandel spielte. Das Museum macht das greifbar, ohne reißerisch zu sein.
Nimm dir danach Zeit für den Rundgang auf den Mauern. Du kannst einmal um das Schloss herum laufen. Oben weht oft ein frischer Wind. Von dort schaust du auf Wasserflächen, Dächer und kleine Straßenzüge. Das ist ein schöner Moment, um dich zu orientieren.
Gleich gegenüber beginnt die Altstadt. Besonders im Viertel Bouffay wird es richtig gemütlich. Du läufst durch enge Gassen und findest hier und da Reste von Fachwerk. Viele Häuser sind schmal und hoch. Unten sitzen Bars und kleine Restaurants. Mittags ist es lebendig. Abends wird es hier sehr gesellig, ohne dass es gleich überdreht wirkt.
Nicht weit entfernt steht die Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul. Von außen wirkt sie groß und fast streng. Drinnen ist es überraschend ruhig. Das Licht ist hell. Die Weite des Raums beruhigt sofort. Es ist der perfekte Ort, wenn du zwischendurch kurz aus dem Trubel raus willst.
Ein paar Schritte weiter wartet der Passage Pommeraye. Das ist nicht nur eine Einkaufspassage, sondern ein kleines Architektur-Erlebnis. Du gehst unter einem Glasdach. Du siehst Treppen, Geländer und mehrere Ebenen. Selbst wenn du nichts kaufen willst, lohnt sich der Weg. Viele bleiben hier einfach stehen und schauen nach oben, weil die Perspektiven so schön sind.

Dann kommt der große Stilwechsel. Auf der Île de Nantes spürst du die alte Werftgeschichte und die neue Kreativität gleichzeitig. Zwischen Hallen, Ateliers, Hochschulen und Bars liegt das Gelände der Machines de l’Île. Der starre Industriecharakter ist weg. Stattdessen fühlt es sich wie ein urbaner Spielplatz an. Das Highlight ist der mechanische Elefant. Er bewegt sich langsam und eindrucksvoll. Er trägt Besucher über das Gelände. Dazu kommen weitere Fantasieobjekte und Räume, in denen du mechanische Tiere und Konstruktionen entdeckst. Das begeistert Kinder. Es begeistert auch Erwachsene, die eigentlich nur kurz schauen wollten.
Wenn du danach Ruhe brauchst, ist der Jardin des Plantes ideal. Er ist groß, grün und sehr gepflegt. Du findest Gewächshäuser, kleine Wege und viele Bänke. Dazwischen stehen immer wieder Kunstobjekte, die dem Garten einen eigenen Charakter geben. Danach passt ein Spaziergang an der Erdre. Dort wirkt Nantes fast wie eine andere Stadt. Du läufst am Wasser entlang, siehst Grünflächen und elegante Häuser und kannst auch eine Bootsfahrt einplanen.
Für Kunst lohnt sich das Musée d’Arts de Nantes. Du bekommst Klassiker und moderne Werke in einem guten Mix. Und wenn du auf Kultur in alten Industriebauten stehst, geh zum Lieu Unique im ehemaligen LU Gebäude. Dort gibt es Ausstellungen, Konzerte und Bars. Es ist ein Ort, an dem Nantes am Abend besonders lebendig wirkt.
Ausflüge in die Umgebung: Wein, Atlantik und kleine Städte
Rund um Nantes findest du viele Ziele, die sich perfekt für einen halben oder ganzen Tag eignen. Du musst dafür nicht weit fahren. Oft reicht schon eine kurze Zugfahrt oder eine kleine Autofahrt, und du bist mitten in Natur, Küste oder Weinland.
Wenn du es ruhig und genussvoll magst, fahr Richtung Osten und Süden in die Weinberge des Muscadet. Dort wird es ländlich. Du siehst kleine Dörfer, Felder und Reben, die sich sanft über die Hügel ziehen. Entlang der Flüsse Sèvre und Maine kannst du wunderbar radeln. Die Wege sind oft entspannt und nicht zu steil. Unterwegs lohnt sich eine Pause bei einem Winzer. Ein Glas Muscadet passt besonders gut zu Fisch und Meeresfrüchten, aber auch einfach als frischer Begleiter an einem warmen Tag.
Wenn du lieber Meerluft willst, ist die Atlantikküste schnell erreicht. Westlich von Nantes bist du in etwa einer halben bis dreiviertel Stunde am Wasser, je nach Ziel. Pornic ist dafür ein sehr schöner Klassiker. Du bekommst einen kleinen Hafen, eine Promenade, Strandabschnitte und Küstenwege, auf denen du gemütlich spazieren kannst. La Baule wirkt mondäner. Dort wartet ein sehr langer Sandstrand, der fast schon endlos wirkt. Das ist ideal, wenn du einfach laufen willst, ohne viel planen zu müssen.

Noch spannender wird es, wenn du Guérande einbaust. Die Stadt hat eine richtig gute mittelalterliche Altstadt mit Mauern und Gassen, in denen du gerne länger hängen bleibst. Und gleich in der Nähe liegen die Salzgärten. Dort siehst du, wie sehr diese Region auch von Salz und Handwerk geprägt ist. Gerade zum Fotografieren lohnt sich das, weil die Wasserflächen und Linien so besonders aussehen.
Im Norden wartet der Regionalpark Brière. Das ist eine Moor- und Kanallandschaft, die sich komplett anders anfühlt als die Stadt. Du siehst traditionelle Reetdachhäuser, Schilf, ruhiges Wasser und oft auch viele Vögel. Eine Bootsfahrt ist hier besonders schön, weil du langsam durch die Kanäle gleitest und die Landschaft ganz in Ruhe auf dich wirken lässt.
Sehr charmant ist außerdem Clisson südöstlich von Nantes. Dieser Ort ist klein, aber hat viel Charakter. Du findest eine Burg, Flussblicke und Weinberge. Das Besondere ist die Architektur, die stark italienisch geprägt wirkt. Manche Ecken fühlen sich an, als wärst du kurz in Norditalien gelandet. Clisson ist ideal, wenn du Lust auf ein Ziel hast, das nicht jeder auf dem Schirm hat.
Viele dieser Orte erreichst du mit Regionalzügen oder Bussen. In Frankreich brauchst du dafür ganz normal ein Ticket. Das ist anders als in Luxemburg, wo der Nahverkehr gratis ist. In und um Nantes selbst ist der öffentliche Verkehr aber sehr leicht nutzbar, sodass du auch ohne Auto flexibel bleibst.
Essen und Trinken: Küche zwischen Loire und Atlantik
Kulinarisch spürst du in Nantes sofort die Nähe zur Küste und zur Loire. Viele Karten wirken leicht und frisch. Fisch und Meeresfrüchte spielen eine große Rolle. Du findest Muscheln, Austern und verschiedene Tagesfische. Dazu kommen auch Gerichte mit Flussfisch aus der Loire, was in dieser Region einfach logisch ist.
Ein echtes Aushängeschild ist die beurre blanc. Das ist eine warme Buttersauce mit Schalotten und Wein. Sie wird klassisch zu Fisch serviert. In Nantes begegnet sie dir in vielen Varianten. Mal ganz pur und cremig, mal etwas säuerlicher, mal mit Kräutern. Wenn du nur ein typisches Gericht probieren willst, nimm Fisch mit beurre blanc. Dann hast du den Geschmack der Region sofort auf dem Teller.
Neben dem Meer gibt es auch bodenständige Bistroküche. Du bekommst Fleischgerichte, saisonales Gemüse und regionale Produkte, die nicht kompliziert sein müssen, aber gut gemacht sind. Oft sind es genau diese einfachen Teller, die am meisten Spaß machen, weil sie so ehrlich wirken. Dazu passt ein Platz am Fenster oder draußen auf der Terrasse, wenn das Wetter mitspielt.
Beim Wein dominiert der trockene Muscadet aus der Umgebung. Er ist meist frisch, leicht und nicht zu schwer. Genau deshalb passt er so gut zu Fisch und Meeresfrüchten. Aber auch einfach als Glas am Nachmittag funktioniert er, wenn du kurz Pause machst und dem Stadtleben zuschaust.

Für etwas Süßes solltest du unbedingt den Gâteau nantais probieren. Das ist ein saftiger Mandelkuchen mit Rumglasur. Er schmeckt reich und aromatisch, ohne zu mächtig zu sein. Und er erzählt nebenbei ein Stück Stadtgeschichte, weil er an die Zeit erinnert, in der Nantes stark vom Handel lebte und Zutaten wie Rum und Zucker eine größere Rolle spielten.
Dazu kommen regionale Kekse, Karamell und Salzprodukte aus der Nähe. Gerade Salz ist in dieser Gegend ein Thema, weil du nicht weit von den Salinen entfernt bist. Und natürlich gehören Crêpes und Galettes dazu. Du findest überall Crêperien, von ganz schlicht bis richtig gemütlich. Galettes sind die herzhafte Variante. Crêpes sind süß. Beides passt perfekt, wenn du schnell etwas essen willst, ohne gleich ein großes Menü zu planen.
Die Dichte an Cafés, Bistros und Bars ist hoch. Du bekommst einfache Studentenlokale. Du findest aber auch gehobene Restaurants, wenn du dir einen Abend etwas Besonderes gönnen willst. Nantes macht es dir leicht, gut zu essen, ohne dass du lange suchen musst.
Beste Reisezeit und Klima
Nantes hat ein gemäßigtes ozeanisches Klima. Der Atlantik ist nicht weit. Das merkst du das ganze Jahr. Die Luft ist oft feuchter. Der Wind kann überraschend frisch sein. Dafür sind die Temperaturen meist ausgeglichener als im Landesinneren.
Die Winter sind in Nantes oft mild. Es gibt viele graue Tage. Es kann regnen oder nieseln. Schnee ist eher selten. Genau deshalb fühlt sich Nantes im Winter weniger hart an als viele kontinentalere Städte. Wenn du Museen, Cafés und Kultur magst, ist das eine gute Zeit. Du kannst dich drinnen treiben lassen und draußen trotzdem noch angenehm spazieren.
Die Sommer sind warm, aber selten extrem heiß. Oft ist es eher ein angenehmes Sommerklima, bei dem du tagsüber viel machen kannst. Abends sitzt du dann noch draußen. Gerade an den Ufern und auf den Plätzen merkst du, wie lebendig die Stadt wird. Die Stimmung wirkt leichter und entspannter.
Für eine klassische Städtereise sind Frühling und Herbst besonders angenehm. Dann sind die Temperaturen meist ideal zum Laufen. Du kannst das Zentrum zu Fuß entdecken. Du kannst mit dem Rad durch die Viertel fahren. Und du kannst auch die Umgebung einbauen, ohne dass dich Hitze oder Dunkelheit ausbremsen.

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Im Sommer kommt zusätzlich richtig viel Programm in die Stadt. „Le Voyage à Nantes“ verwandelt den öffentlichen Raum in einen Kunstparcours. Du folgst der Linie durch die Stadt und entdeckst Installationen, Aktionen und kleine Überraschungen. Das fühlt sich an wie ein Festival, das überall gleichzeitig stattfindet. Du musst dafür nicht mal ein Ticket haben, weil vieles einfach draußen passiert.
Ende August wird es besonders musikalisch. Dann läuft mit Les Rendez-vous de l’Erdre ein großes Jazzfestival. Konzerte finden entlang der Erdre statt. Dazu kommen klassische Boote und Regatten, was dem Ganzen eine sehr besondere Atmosphäre gibt. Du hörst Musik und schaust gleichzeitig aufs Wasser. Das ist typisch Nantes, weil hier Kultur oft mit Stadtlandschaft verbunden wird.
Im Winter wird Nantes ruhiger. Weihnachtsbeleuchtung und Märkte bringen trotzdem Stimmung. Dazu rücken Indoor-Themen stärker in den Vordergrund. Museen, Konzerte und Theater sind dann perfekte Bausteine. Wenn du lieber ohne großen Andrang reist, kann das sogar die beste Zeit sein. Du siehst die Stadt dann gelassener und hast an vielen Orten mehr Platz.
Preise, Sicherheit und Barrierefreiheit
Nantes liegt preislich im Mittelfeld unter den französischen Städten. Es ist deutlich günstiger als Paris. Es ist aber auch nicht so günstig wie ländliche Regionen. Du findest Unterkünfte in vielen Kategorien. Es gibt Hotels, Ferienwohnungen und Hostels. Wenn du früh buchst, bekommst du oft gute Preise. Spontan wird es meist teurer, vor allem an Wochenenden und in der Hauptsaison.
Beim Essen kannst du gut steuern, wie viel du ausgibst. Mittags sind Menüs oft günstiger. Viele Bistros bieten ein Preis-Leistungs-Paket, das sich lohnt. Abends steigen die Preise spürbar, besonders in sehr zentralen Vierteln und an Orten mit viel Publikum. Wenn du sparen willst, geh mittags gut essen und abends eher klein, zum Beispiel mit Crêpes oder einer einfachen Bistroküche.
Nantes gilt insgesamt als relativ sicher. Trotzdem gelten die üblichen Regeln, besonders in der Bahnhofsgegend und im Nachtleben. Achte auf deine Wertsachen. Halte Taschen geschlossen. Geh nachts nicht in sehr dunkle, leere Ecken. In vielen Bereichen fühlt sich die Stadt aber auch am Abend entspannt an, weil viel los ist und die Wege gut beleuchtet sind.
Die Infrastruktur ist angenehm übersichtlich. Der öffentliche Verkehr ist gut organisiert. Viele Tram- und Busstationen sind barrierearm gestaltet. Du findest häufig abgesenkte Bordsteine, Rampen und an wichtigen Punkten auch Aufzüge. Nicht jeder Altbau und nicht jede Passage ist vollständig barrierefrei, aber grundsätzlich ist Nantes gut machbar.

Ein großer Vorteil ist, dass die Stadt größtenteils flach ist. Das hilft, wenn du mit Kinderwagen unterwegs bist. Das hilft auch, wenn du nicht so gut zu Fuß bist oder einfach gemütlich laufen willst. Viele Wege lassen sich dadurch ohne Stress planen, und du hast schneller das Gefühl, dass du Nantes wirklich im Griff hast.
Deine Reise nach Nantes
Nantes ist ein Reiseziel für alle, die in kurzer Zeit viel Unterschiedliches erleben wollen, ohne dass es sich nach Hektik anfühlt. Die Stadt hat diesen seltenen Mix aus Geschichte, Kreativität und Alltagstempo. Du bist schnell mittendrin. Du findest dich gut zurecht. Und du hast ständig das Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke schon wieder etwas Neues wartet.
Du kannst morgens auf Schlossmauern stehen und über Wasserflächen schauen. Mittags schlenderst du durch Altstadtgassen, setzt dich kurz in ein Café und lässt die Stimmung wirken. Am Nachmittag wird es dann verspielt und spektakulär, wenn du die Machines de l’Île ansteuerst und mit dem mechanischen Elefanten fährst. Und abends sitzt du an der Loire, trinkst ein Glas Wein und merkst, wie angenehm entspannt diese Stadt sein kann.
Dazwischen liegen Parks für kleine Pausen, Museen für Regentage und immer wieder Kunst im öffentlichen Raum, die deinen Spaziergang automatisch spannender macht. Im Sommer kommen Festivals dazu. Dann wirkt Nantes wie ein großes, offenes Kulturprogramm, ohne dass du ständig Tickets oder Reservierungen brauchst.
Du kannst Nantes auch wunderbar kombinieren. Ein Abstecher an die Atlantikküste bringt dir Strand und Meeresluft. Ein Ausflug in die Weinberge gibt dir Dörfer, Natur und Muscadet im Glas. Oder du bleibst einfach komplett in der Stadt und gönnst dir ein Wochenende, das sich anfühlt wie mehrere Reisen in einer.
Wenn du eine Stadt suchst, die dich überrascht, ohne dich zu überfordern, dann ist Nantes genau richtig.
Warst du schon einmal in Nantes oder allgemein an der französischen Atlantikküste unterwegs und was hast du dort alles erlebt? Wir freuen uns jederzeit über deine Kommentare und deine persönlichen Tipps zu dieser Stadt an der Loire.