Fünf Ziele in Europa, in denen der Januar entweder nach Wintermärchen, Nordlichtern oder mildem Frühlingsgefühl aussieht
Der Januar hat in Europa zwei Gesichter. Im Norden leuchten Polarlichter, und Schnee legt sich wie ein weicher Filter über ganze Landschaften. In den Bergen klirrt der Frost, und die Luft ist so klar, dass die Nacht oft intensiver wirkt als zu jeder anderen Jahreszeit. Du hörst Schritte im Schnee. Du siehst Atemwolken. Und selbst ein kurzer Spaziergang fühlt sich plötzlich wie ein kleines Winterabenteuer an.

Weiter südlich sieht derselbe Monat ganz anders aus. Du sitzt draußen im Café, während in Deutschland noch Handschuhe angesagt sind. Du spazierst durch fast leere Altstädte, hörst mehr Stimmen von Einheimischen als von Reisegruppen und läufst über Küstenpromenaden mit milder Sonne im Gesicht. Es ist nicht Sommer, aber es ist genau warm genug, um den Kopf frei zu bekommen und wieder Lust auf draußen zu haben.
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Der große Vorteil ist die Ruhe. Viele Orte sind im Januar günstiger. Hotels sind entspannter. Du bekommst leichter einen Tisch, und Sehenswürdigkeiten wirken weniger gedrängt. Städte fühlen sich wieder mehr wie Lebensraum an und weniger wie Kulisse für Massen. Genau dadurch wirkt Reisen im Januar oft echter, weil du das normale Tempo spürst.

Du kannst dir also aussuchen, was du willst. Du kannst Winter satt nehmen, mit Schnee, Sternenhimmel und klarer Kälte. Oder du setzt auf sanften Frühling light, mit Sonne, Spaziergängen und Cafépausen. Fünf Ziele zeigen dir, wie unterschiedlich ein europäischer Januar aussehen kann.
1. Gran Canaria – Frühlingsinsel mitten im Winter
Gran Canaria ist im Januar so etwas wie die Flucht in den Frühling, ohne den Kontinent zu wechseln. Tagsüber liegen die Temperaturen oft bei 18 bis 22 Grad. In der Sonne fühlt es sich häufig noch milder an. Abends brauchst du meist eine Jacke, aber das Grundgefühl bleibt: draußen sein ist gemütlich. Genau das macht die Insel im Winter so attraktiv, weil du Licht und Luft bekommst, ohne dass es nach Hochsommer aussieht.

Im Süden rund um Maspalomas, Playa del Inglés und Meloneras findest du lange Strände, Promenaden und die berühmten Dünen. Du kannst barfuß am Wasser laufen. Du kannst mittags auf einer Terrasse sitzen. Und du kannst am Strandcafé mit leichtem Pullover einen Kaffee trinken und dem Meer zuhören.
Im Januar ist es deutlich ruhiger als zu Weihnachten oder Ostern. Viele Stammgäste sind da, aber alles läuft entspannter. Man sieht Menschen mit Zeitung oder Buch auf ihren Lieblingsplätzen, und genau dieser unaufgeregte Rhythmus passt perfekt zu einem Wintertrip.

Im Inselinneren zeigt dir Gran Canaria seine zweite, überraschende Seite. Serpentinen führen dich hinauf in Bergdörfer wie Tejeda oder Artenara. Du schaust auf Kiefernwälder, Stauseen und diese markanten Felsformen wie Roque Nublo und Roque Bentayga. An klaren Tagen siehst du von Aussichtspunkten aus sogar den Teide auf Teneriffa am Horizont.
In den Höhenlagen kann es im Januar frisch werden. Manchmal liegt morgens sogar Raureif. Und genau das ist der Reiz. Du hast die perfekte Kombi aus Pullover im Bergdorf und T-Shirt im Süden am Nachmittag. So fühlt sich Gran Canaria im Januar an wie zwei Jahreszeiten in einem einzigen Tag.

2. Reykjavik & Südisland – Nordlichter, heiße Quellen und kurze Tage
Wenn du Winter richtig fühlen willst, ist Island im Januar ein starkes Erlebnis. Die Tage sind kurz, das Licht ist weich und oft spektakulär. Die Mischung aus Kälte, Dampf und Dunkelheit macht jeden Tag anders. Du merkst schnell, dass hier Wetter nicht nur Kulisse ist, sondern Teil des Abenteuers.

In Reykjavik wirkt vieles wie eine kompakte, bunte Kleinstadt. Du siehst farbige Häuser und viel Streetart. Cafés, Buchläden und kleine Musikbars passen perfekt zu den langen Abenden. Du läufst zur Hallgrímskirkja und schaust von oben über die Dächer.
Danach geht es an die Uferpromenade Richtung Harpa, wo das Licht auf dem Wasser oft besonders schön ist. Zwischendurch wärmst du dich mit Kaffee, Zimtschnecken oder einer heißen Suppe auf.

Der eigentliche Zauber liegt aber außerhalb der Stadt. Der Klassiker ist der Golden Circle mit Þingvellir, Gullfoss und dem Geysirgebiet. Im Januar liegen viele Flächen unter Schnee. Wasserfälle rauschen zwischen Eis und dunklem Fels. Am Geysir steigt Dampf in die kalte Luft und alles wirkt wie eine andere Welt. Dazu kommen heiße Quellen, in denen du im warmen Wasser sitzt, während dir die kalte Luft ins Gesicht weht. Genau dieser Kontrast bleibt hängen.

Ein großer Pluspunkt ist die Chance auf Nordlichter. Garantieren kann sie niemand, aber die langen Nächte geben dir gute Bedingungen. Viele Touren starten abends in Reykjavik und fahren dich aus dem Streulicht hinaus. Dort ist der Himmel wirklich dunkel, und du hast Platz zum Staunen. Und selbst wenn die Lichter nicht auftauchen, bleiben Sterne, Schnee und diese stille Weite, die man in Europa so selten erlebt.
3. Wien – Winterliche Altstadt, Kaffeehäuser und Kultur
Wien im Januar fühlt sich an wie eine elegante Kulisse, die nach den Feiertagen einmal tief durchatmet. Die großen Weihnachtsmärkte sind vorbei, aber Lichterketten hängen oft noch. In den Kaffeehäusern klirren Tassen statt Glühweingläsern. Die Stadt passt perfekt, wenn du im Winter keine Schneeschlacht brauchst, aber Kultur, gutes Essen und gemütliches „drinnen“ liebst.

Du spazierst durch die Innere Stadt. Du kommst am Stephansdom, an der Hofburg und an der Spanischen Hofreitschule vorbei. Du schaust in Auslagen und Innenhöfe und merkst, wie angenehm leer manche Gassen im Vergleich zum Advent sind. Alles wirkt entspannter. Du kannst dir Zeit lassen, ohne ständig in Menschenmengen zu stehen.
Für Kulturtage ist Januar ideal. Museen wie das Kunsthistorische Museum, die Albertina, das Museumsquartier oder das Belvedere füllen locker mehrere Tage. Oft bekommst du spontaner Tickets als in der Hochsaison. Und du kannst dir genau das Tempo nehmen, das du willst, mal zwei Stunden Museum, mal nur eine Runde durch eine Ausstellung.

Wenn dir kalt wird, sind die Kaffeehäuser der natürliche Zufluchtsort. Im Januar sitzt du dort gerne länger. Du trinkst eine Melange, isst Apfelstrudel und schaust einfach dem Raum beim Leben zu. Das ist in Wien kein „Pause machen“, das ist ein Teil der Reise.
Abends hast du die volle Winterauswahl. Konzerte, Oper oder Theater passen perfekt zur Jahreszeit. Oder du machst es ganz einfach und planst ein langes Abendessen mit Wiener Küche. Tafelspitz, Gulasch, knuspriges Schnitzel und Palatschinken sind genau das Richtige, wenn draußen die Luft kalt ist. Und wenn du zwischendurch raus willst, fährst du zur Donau, auf den Kahlenberg oder in die Heurigengegend. Dort ist es ruhiger als im Frühling, aber umso gemütlicher, wenn irgendwo die Stube warm ist.

4. Südtirol oder Tirol – Winterberge, Hütten und Wellness
Für klassisches Wintergefühl sind die Alpen im Januar fast unschlagbar. Regionen wie Südtirol, Nordtirol oder das Salzburger Land zeigen dir, warum viele jedes Jahr genau dann wiederkommen. Wenn Schnee liegt, wirken Wälder gedämpft und Dörfer leuchten warm. Morgens hörst du in manchen Tälern nur das Knirschen der Schritte im Schnee. Genau dieses ruhige Winterbild fühlt sich wie eine echte Pause vom Alltag an.

Wenn du Ski oder Snowboard magst, hast du im Januar oft gute Schneeverhältnisse. Gleichzeitig sind viele Pisten weniger voll als in den Weihnachts- und Faschingsferien. Skigebiete wie Dolomiti Superski, die Gegend um den Kronplatz, Gröden, das Ötztal, Zillertal oder Kitzbühel bieten lange Abfahrten, moderne Lifte und viele Hütten für den Stopp zwischendurch. Du kannst sportlich fahren oder es locker angehen und dich einfach treiben lassen.
Wenn Wintersport nicht dein Ding ist, ist der Januar trotzdem perfekt. Du kannst Schneeschuhwandern, rodeln oder langlaufen. Viele Orte haben präparierte Winterwanderwege, die zu Aussichtspunkten und Almen führen. Oft reichen schon ein bis zwei Stunden draußen, und der Tag fühlt sich danach komplett anders an.

Ein weiterer großer Baustein ist Wellness. Viele Hotels haben Spas mit Pools, Saunen und Ruheräumen mit Bergblick. Ein idealer Januartag ist dann ganz simpel. Vormittags eine kleine Tour oder ein paar Pistenkilometer. Mittags eine Hütte mit Suppe oder Knödeln. Nachmittags Sauna und warmes Wasser. Abends gutes Essen. Und wenn du danach noch Lust hast, schaust du in kleinen Dörfern nach Bars, Veranstaltungen oder Winterfesten. Oder du gehst einfach raus und schaust in den Sternenhimmel über den weißen Hängen.
5. Sevilla – Orangenduft und leere Plätze
Während in Mitteleuropa der Januar oft grau ist, riecht Sevilla im Winter nach Orangen. Überall stehen Bitterorangenbäume, und viele hängen voller leuchtender Früchte. Die Luft ist mild, und wenn die Sonne rauskommt, kannst du tagsüber überraschend oft ohne dicke Jacke durch die Gassen laufen. Abends wird es kühler, aber es fühlt sich eher frisch als richtig kalt an. Genau das macht den Winter hier so angenehm, weil du viel draußen sein kannst, ohne zu schwitzen.

Der große Vorteil im Januar ist die Ruhe. Die Stadt gehört wieder mehr den Bewohnern. Vor der Kathedrale stehen weniger Menschen, und du kommst entspannter durch die Altstadt. Im Real Alcázar kannst du durch Räume und Gärten streifen, ohne ständig im Strom einer Gruppe zu laufen. In Triana sitzt du am Fluss, schaust rüber zum Torre del Oro und hörst mehr Spanisch als Touristensprachen. Auf den Plätzen trinken Menschen ihren Café solo oder ein Glas Wein in der Sonne, und die Stadt wirkt wieder wie ein normaler Alltag, nur schöner.

Sevilla im Januar ist ideal, wenn du Stadtleben willst, aber die Sommerhitze meidest. Du kannst lange durch das Barrio Santa Cruz und die Innenstadt laufen. Du spazierst zur Plaza de España und drehst eine Runde durch den Maria Luisa Park. Zwischendurch verschwindest du in kleinen Bars für Tapas und eine kurze Pause. Abends schaust du, ob irgendwo Flamenco gespielt wird, ganz spontan und ohne großen Plan.
Auch Ausflüge fühlen sich jetzt leichter an. Córdoba, Cádiz oder weiße Dörfer in Andalusien gehen entspannt, weil du nicht im Hochsommerlicht unterwegs bist. Und wenn es doch mal regnet, ist das kein Drama. Dann wechselst du einfach in Museen, Cafés oder machst einen langsamen Nachmittag in der Unterkunft.

Dein Januar in Europa
Der Januar ist kein Restmonat, sondern eine echte Chance, Reiseziele noch einmal anders zu erleben. Viele Orte sind ruhiger, günstiger und wirken weniger wie Bühne. Du siehst mehr Alltag. Und du hast oft mehr Platz für dich, ohne dass dir ständig jemand ins Foto läuft.
Gran Canaria zeigt dir, wie sich Winter wie Frühling anfühlen kann. Reykjavik und Südisland geben dir Nordlichter, Schnee und heiße Quellen. Wien steht für warme Innenräume, Kaffeehäuser und Kultur, die perfekt zum Winter passt. Die Alpen liefern klare Luft, Wintertage und Hüttenabende, bei denen Suppe und Knödel plötzlich wie Luxus wirken. Sevilla bringt Orangenduft, milde Sonne und leere Plätze, auf denen die Stadt wieder den Bewohnern gehört.

Vielleicht suchst du dir genau ein Ziel als Kontrast zum Alltag aus. Oder du kombinierst gleich zwei Extreme. Erst Winterberge und danach ein paar Tage Stadt und Sonne. Genau solche Januar-Kombis fühlen sich oft besonders gut an, weil du in kurzer Zeit zwei komplett verschiedene Stimmungen mitnimmst.
Warst du schon einmal im Januar in einem dieser Orte unterwegs oder hast du einen ganz anderen Lieblingsplatz, der im Winter besonders schön ist? Wir freuen uns jederzeit über deine Kommentare, Tipps und Erfahrungen zu europäischen Reisezielen im Januar.