Die Ensaimada ist fluffig, zart blättrig und oben immer mit Puderzucker gekrönt 🥄

Warum Ensaimada so besonders ist

Sie wirkt auf den ersten Blick schlicht, fast schon unspektakulär, weil sie ohne große Deko und ohne laute Aromen auskommt. Genau das ist aber der Punkt, denn hinter dieser Einfachheit steckt richtig viel Handwerk. Der Teig muss die perfekte Balance haben, damit er sich gut ziehen lässt, ohne zu reißen, und damit am Ende diese feine, zarte Struktur entsteht, die man sofort merkt. Auch die Ruhezeiten sind entscheidend, weil sie darüber bestimmen, ob alles locker wird oder eher kompakt bleibt.

Eine große Ensaimada liegt spiralig in einer Box und ist dick mit Puderzucker bestäubt.
Große Ensaimada mit Puderzucker in der Schachtel – Bildnachweis: JOSE LUIS VEGA GARCIA – iStock-Datei-ID: 1251156022

Und dann kommt Mallorca ins Spiel. Hier sitzt die Erfahrung oft in den Händen, weil viele Bäcker das seit Jahren genauso machen, mit Gefühl statt Stoppuhr. Die Luft, die Frische, die kurzen Wege und dieses „direkt aus der Backstube“-Erlebnis machen einen Unterschied, den man nicht ganz erklären muss, weil man ihn schlicht schmeckt. Deshalb wirkt sie hier nicht nur wie ein Gebäck, sondern wie ein kleines Ritual, das man sich gönnt, wenn man wirklich Mallorca pur erleben will.

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📜 Geschichte und Name: Woher kommt die Ensaimada

Die ersten schriftlichen Hinweise auf die mallorquinische Ensaimada werden oft ins 17. Jahrhundert datiert. In dieser Zeit war sie kein Alltagsgebäck, sondern eher etwas, das man zu besonderen Momenten gebacken hat, wenn Familie zusammenkam oder ein Fest anstand. Zutaten waren wertvoll, Zeit war knapp, und genau deshalb hatte so ein Gebäck eine andere Bedeutung als heute. Man hat es nicht „mal eben“ gemacht, sondern mit Planung, Geduld und einem gewissen Stolz auf das eigene Handwerk.

Eine angeschnittene Ensaimada mit Puderzucker liegt auf einem Teller neben Messer und Gabel.
Angeschnittene Ensaimada auf einem Teller – Bildnachweis: Jennifer – iStock-Datei-ID: 1449851033

Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Ensaimada dann Schritt für Schritt verbreiteter. Sie wanderte aus dem rein festlichen Rahmen heraus und wurde in immer mehr Haushalten und später auch in Bäckereien zur beliebten Spezialität. Mit der Zeit entwickelte sich daraus ein Gebäck, das man nicht nur zu Feiertagen kannte, sondern auch als Mitbringsel, Sonntagsgenuss oder Kaffee-Begleiter. Und trotzdem blieb dieser besondere Charakter erhalten, weil eine richtig gute Ensaimada immer noch nach Zeit, Technik und Erfahrung schmeckt.

Der Name hängt dabei ganz direkt mit „saïm“ zusammen. Das ist Schweineschmalz, das traditionell in den Teig gehört und den typischen Geschmack und die Textur stark mitprägt. Es sorgt dafür, dass die feinen Teigschichten geschmeidig werden, dass das Gebäck zart bleibt und diese leicht satte, runde Note bekommt, die man bei einer klassischen Ensaimada sofort erkennt. Genau dieses Detail wirkt simpel, ist aber der Schlüssel, warum eine echte Ensaimada nicht einfach nur süßes Gebäck ist, sondern ein Stück mallorquinische Backkultur mit typischem Insel-Charakter.

🕰️ Wann und wie man Ensaimada auf Mallorca isst

Ensaimada passt fast immer, weil sie je nach Tageszeit und Stimmung ganz unterschiedlich funktioniert. Morgens ist sie für viele der perfekte Begleiter zum Café con leche, weil sie mild süß ist und nicht zu schwer wirkt, wenn sie frisch aus der Bäckerei kommt. Man zupft sich ein Stück ab, trinkt einen Schluck Kaffee dazu, und der Tag startet sofort ein bisschen entspannter.

Am Nachmittag wird sie dann oft zur kleinen Belohnung. Gerade wenn man unterwegs ist, am Strand war oder durch die Altstadt geschlendert ist, ist eine Ensaimada als Snack schnell gekauft und genauso schnell weg. Manche nehmen sie pur, andere greifen lieber zur Variante mit Puderzucker, und wieder andere mögen sie gefüllt. Aber die Idee bleibt gleich, denn sie ist etwas, das man teilen kann, ohne groß daraus ein Ereignis machen zu müssen.

Und trotzdem hat sie auch ihren festen Platz im Kalender, weil sie auf Mallorca mehr ist als nur Gebäck. Bei manchen Traditionen taucht sie ganz selbstverständlich auf, so wie andere Orte ihre eigenen Festtagsklassiker haben. In Palma gibt es zum Beispiel den lokalen Brauch, nach der Mitternachtsmesse an Heiligabend heiße Schokolade mit Ensaimadas zu genießen. Das ist nicht einfach nur „etwas Süßes danach“, sondern ein kleines Ritual, das die Nacht wärmer macht und den Moment zusammenhält. Genau solche Gewohnheiten sorgen dafür, dass die Ensaimada nicht nur gut schmeckt, sondern auch nach Inselgefühl und Tradition.

Tabletts voller spiralförmigem Hefegebäck mit Puderzucker.
Ensaimadas frisch vom Markt in Sineu – Bildnachweis: Ana del Castillo – iStock-Datei-ID: 2152947844

Typische Momente für einen Ensaimada

  • Frühstück im Café
  • Merienda am Nachmittag
  • Mitbringsel für Familie und Freunde
  • Feiertage und Besuche bei der Verwandtschaft

🛒 Wo du Ensaimada kaufen kannst

Du bekommst Ensaimadas auf Mallorca fast überall, aber Qualität variiert oft deutlich. Manchmal sind sie wunderbar luftig und fein geschichtet. Manchmal wirken sie eher trocken oder zu kompakt, weil sie schon länger liegen. Wenn du einmal eine richtig gute hattest, merkst du den Unterschied sofort an Duft, Zartheit und der Art, wie sich die Teiglagen lösen.

Gute Anlaufstellen

  • Forns und Pastisserien im Ort
    Das sind meist die sichersten Adressen, weil hier täglich gebacken wird und die Auswahl größer ist. Frag ruhig nach „frisch von heute“, wenn du ganz sicher gehen willst.
  • Cafés, die selbst backen oder von guten Forns beziehen
    Viele Cafés haben ihre Stamm Bäckerei. Wenn die Ensaimada im Café besonders frisch wirkt, ist das oft ein gutes Zeichen, dass regelmäßig nachgeliefert wird.
  • Märkte und Markthallen mit Bäckerei Ständen
    Hier kannst du oft direkt schauen, wie die Ware aussieht und wie schnell sie weggeht. Wo viel gekauft wird, ist die Chance hoch, dass du etwas Frisches erwischst.
  • Am Flughafen als letzter Mallorca Kauf
    Praktisch als Mitbringsel, aber oft teurer und nicht immer so frisch wie im Ort. Wenn es nur um den Geschmack geht, lohnt sich der Kauf vorher in einer guten Bäckerei und dann gut verpackt mitnehmen.

Traditionsadressen und Klassiker

Wenn du konkrete Klassiker suchst, gibt es sehr traditionsreiche Adressen. Ca’n Joan de s’Aigo in Palma gibt als Gründungsjahr 1700 an und ist bekannt für Ensaimadas mit heißer Schokolade. Außerdem gibt es viele alteingesessene Bäckereien, die seit Generationen nach ähnlichen Grundprinzipien arbeiten. Dort zählt meist Routine und Teiggefühl, und genau das macht am Ende den Unterschied.

🌀 Formen und Füllungen: Von klassisch bis üppig

Die Basis ist die spiralförmige Ensaimada. Danach wird es kreativ.

Beliebte Varianten.

  • Ensaimada de Mallorca “lisa” ohne Füllung
  • Cabell d’àngel mit Kürbisfasermarmelade als Füllung
  • Crema oder Sahnefüllung, oft in touristischen Zonen
  • Tallades mit sobrasada und Kürbis, typisch rund um Karnevalszeit

Kleiner Überblick

VarianteGeschmackWann passt sie
Lisabuttrig, luftig, purimmer, auch als Mitbringsel
Cabell d’àngelsüß und fruchtignachmittags zum Kaffee
Talladessüß und herzhaftwenn du mal was anderes willst

🏷️ Was bedeutet IGP bei der Ensaimada

Auf Mallorca gibt es für die Ensaimada die IGP Hinweis auf Verpackung. Das ist eine geschützte geografische Angabe, die festlegt, wie eine traditionelle Ensaimada hergestellt wird und welche Zutaten typisch sind. Dazu zählen unter anderem Weizenmehl, Wasser, Zucker, Eier, ein Starterteig und Schweineschmalz. Diese Vorgaben sorgen dafür, dass nicht irgendein ähnliches Hefegebäck so genannt wird, sondern wirklich ein Produkt nach dem mallorquinischen Vorbild.

Wenn dir Authentizität wichtig ist, lohnt sich ein kurzer Blick vor dem Kauf. Bei verpackten Ensaimadas findest du den Hinweis oft als Siegel oder Text auf dem Karton. In einem Forn kannst du direkt nachfragen, ob es eine Ensaimada mit IGP ist und ob sie frisch gebacken wurde. Gerade bei Mitbringseln macht das einen Unterschied, weil du dann eher die feine Struktur und den typischen Geschmack bekommst, für den die Ensaimada auf Mallorca so bekannt ist.

Ein Bäcker siebt Puderzucker über mehrere Ensaimadas auf einem Backblech.
Ensaimadas werden frisch mit Puderzucker bestäubt – Bildnachweis: JackF – iStock-Datei-ID: 1284817038

👩‍🍳 Rezept: Klassische Ensaimada wie auf Mallorca 🍥

Dieses Rezept ist die klassische „lisa“ Version, also die pure Ensaimada ohne Füllung, so wie viele sie auf der Insel am liebsten mögen. Sie wirkt einfach, aber gerade deshalb zählt hier jedes Detail, weil am Ende nur die Teigstruktur und der Geschmack entscheiden. Und dafür brauchst du vor allem eins: Zeit.

Plane die Herstellung lieber als kleines Projekt ein und nicht als „schnell mal backen“. Die lange Gare macht wirklich einen großen Teil des Ergebnisses aus, weil der Teig in Ruhe Aroma entwickelt und die Textur feiner wird. Auf Mallorca werden dafür oft mindestens 12 Stunden genannt, und das ist nicht nur Tradition, sondern auch praktisch, weil der Teig dadurch deutlich luftiger und zarter wird. Wenn du diese Geduld mitbringst, bekommst du am Ende genau das, was eine gute Ensaimada ausmacht: zarte Schichten und Duft.

Zutaten für 1 große Ensaimada (oder 2 kleinere)

Teig

  • 500 g Weizenmehl Type 550 oder backstarkes Mehl
  • 80 g Zucker
  • 2 Eier (M)
  • 180 ml lauwarmes Wasser
  • 7 g Trockenhefe oder 20 g frische Hefe
  • 8 g Salz
  • 30 g Schweineschmalz im Teig

Zum Tourieren und Finish

  • 120 bis 150 g weiches Schweineschmalz zum Bestreichen
  • Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
  1. Rühre Hefe im lauwarmen Wasser an und gib Zucker dazu. Warte 5 Minuten.
  2. Gib Mehl, Salz, Eier und 30 g Schmalz dazu. Knete 12 bis 15 Minuten, bis der Teig sehr elastisch ist.
  3. Decke den Teig ab und lass ihn 45 bis 60 Minuten ruhen.
  4. Lege ein Backpapier auf ein Blech und fette es leicht.
  5. Rolle den Teig sehr dünn zu einem großen Rechteck aus. Nimm dir Zeit dafür.
  6. Bestreiche die Fläche mit weichem Schmalz. Lass rundum einen kleinen Rand frei.
  7. Rolle den Teig von der langen Seite her zu einer langen Rolle. Zieh sie vorsichtig länger, ohne sie zu reißen.
  8. Forme eine Spirale auf dem Blech. Lass zwischen den Windungen etwas Platz, weil alles noch aufgeht.
  9. Decke locker ab und lass die Ensaimada lange gehen, am besten über Nacht, bis sie sichtbar aufgegangen ist.
  10. Backe bei 180 °C Ober Unterhitze etwa 18 bis 25 Minuten, bis sie goldig ist.
  11. Lass sie abkühlen und bestäube sie dick mit Puderzucker.
🟢 Tipps, damit sie richtig gut wird
  • Der Teig muss wirklich elastisch sein, sonst reißt er beim Dünnziehen.
  • Das Schmalz sollte weich sein, aber nicht flüssig.
  • Die lange Gare macht die Textur viel feiner.
Mehrere Ensaimadas mit Puderzucker auf einem schwarzen Teller – typisch mallorquinisches Hefegebäck
Frisch gebackene Ensaimadas – traditionelle Süßspeise aus Mallorca mit Puderzucker – Bildnachweis: Jorge_53 Stock-Datei-ID: 2072498513

📦 Aufbewahren und Mitnehmen

Ensaimada bleibt bei Raumtemperatur am besten, weil sie dort ihre zarte Struktur am längsten behält. Pack sie am besten locker in Papier oder in eine Schachtel, damit sie nicht schwitzt und gleichzeitig nicht austrocknet. Wenn du sie zu dicht in Plastik verpackst, wird sie schnell weich und verliert dieses feine, luftige Gefühl.

Im Kühlschrank wird sie dagegen oft schneller trocken, weil die Kälte das Gebäck schneller „altbacken“ wirken lässt. Das schmeckst du vor allem an der Oberfläche, die dann eher fest wird, statt sanft nachzugeben.

Wenn du sie länger aufheben willst, kannst du sie sehr gut einfrieren. Schneide sie dafür am besten in Stücke oder friere sie im Ganzen gut verpackt ein. Zum Auftauen lässt du sie kurz bei Raumtemperatur liegen und backst sie dann bei niedriger Temperatur ein paar Minuten auf, bis sie wieder leicht warm und angenehm duftend ist. So bekommst du den Genuss fast wie frisch, mit wieder mehr Fluffigkeit.

⚠️ Was du beachten solltest

Ensaimada ist ein echtes Genussgebäck und genau so sollte man sie auch sehen. Sie enthält Zucker und Fett und ist dadurch entsprechend energiereich, besonders wenn du eine größere Portion isst oder sie gefüllt ist. Das ist nichts Schlimmes, aber es hilft, sie bewusst zu genießen und nicht als „neutrales“ Frühstücksbrötchen einzuplanen.

Wichtig ist auch, dass sie nicht vegan ist. In der klassischen Variante stecken tierische Zutaten drin, und sie enthält außerdem Gluten und Ei, was für manche Menschen relevant ist. Wenn du eine Unverträglichkeit hast oder bewusst darauf verzichtest, solltest du vor dem Kauf oder Backen genau schauen, was drin ist.

Und dann gibt es noch den Punkt Schweineschmalz. Wenn du das nicht isst, brauchst du eine Alternative wie Butter oder pflanzliches Fett, aber dann ist es geschmacklich und handwerklich nicht mehr die ganz klassische Ensaimada. Du kannst damit trotzdem ein leckeres Gebäck backen, nur eben mit einem anderen Ergebnis, weil das Schmalz den typischen Charakter stark mitprägt. Am Ende gilt, genieße sie so, wie es für dich passt, und wenn du magst, gönn dir lieber weniger aber besser.

Schon mal eine Ensaimada auf Mallorca probiert? Wenn ja wo und wie hat sie dir geschmeckt? Hast du vielleicht selbst schon mal eine zubereitet? Wir freuen uns über deine Erfahrungen und Erlebnisse in den Kommentaren. 🌴