Warum dieser kleine Leuchtturm im Süden Mallorcas perfekt für ruhige Küstenwanderungen mit Meerblick ist
Am Far de s’Estalella wirkt Mallorca plötzlich sehr leise. Du läufst über einen schmalen Küstenpfad und hörst fast nur Wind und Wellen. Manchmal klappert irgendwo ein Boot an einem alten Holzsteg, und sonst passiert einfach nichts. Genau dieses Nichts fühlt sich hier richtig gut an, weil es dich sofort runterholt.
Vor dir steht der niedrige Leuchtturm auf einer kleinen Landzunge. Er ist kein riesiges Bauwerk, eher schlicht und fast unscheinbar. Um ihn herum liegen Felsen, niedriges Buschwerk und das tiefblaue Meer, das je nach Licht mal dunkel wirkt und mal türkis schimmert. Wenn du hier stehst, merkst du, dass der Ort nicht durch Größe, sondern durch Atmosphäre gewinnt.
Ein Stück weiter entdeckst du einfache Fischerhäuschen. Sie sehen so aus, als wären sie schon immer hier gewesen, ohne Renovierungslook und ohne Deko für Instagram. Das wirkt ehrlich und passt perfekt zur Landschaft. Du kannst dir leicht vorstellen, wie hier früher der Alltag am Meer aussah, bevor Mallorca überall lauter und voller wurde.
Hinter dir bleiben s’Estanyol und Son Bieló, und vor dir öffnet sich der Blick. Wenn die Luft klar ist, siehst du bis nach Cabrera. Das ist einer dieser Momente, in denen du automatisch langsamer wirst, weil du ständig stehen bleibst und schaust. Der Weg ist nicht schwierig, aber er lädt dazu ein, ihn wie einen kleinen Ausflug zu behandeln und nicht nur als schnellen Spaziergang.

Der Leuchtturm selbst ist kein spektakulärer Riesenbau. Er wirkt vor allem durch seine Umgebung, durch die Weite und durch diese klare Küstenlinie. Genau das macht den Ort so besonders. Wenn du ruhige Wege, Natur und lange Blicke aufs Meer magst, findest du hier einen der schönsten Spaziergänge im Süden Mallorcas. Und das Beste ist, dass du am Ende nicht das Gefühl hast, etwas „abgearbeitet“ zu haben, sondern eher, dass du kurz wirklich weg warst.
Lage und Charakter des Leuchtturms
Der Far de s’Estalella liegt an der Südküste Mallorcas in der Gemeinde Llucmajor, zwischen s’Estanyol de Migjorn und Cala Pi. Die Lage ist perfekt, wenn du das Inselgefühl abseits der großen Strände suchst. Du bist nah genug an kleinen Orten, um schnell dort zu sein, und gleichzeitig weit genug weg, dass es sich ruhig und unberührt anfühlt.
Der Turm steht auf einer kleinen Halbinsel, die wie ein Finger ins Meer ragt. Von oben wirkt die Küstenlinie hier sehr klar. Niedrige, aber schroffe Felsen ziehen sich entlang, und dazwischen öffnen sich kleine Buchten. An manchen Stellen entstehen natürliche Pools, in denen das Wasser bei Sonne richtig türkis schimmert. Wenn es windstill ist, wirkt das Meer fast wie Glas, und du siehst die Steine unter der Oberfläche.

Der Leuchtturm selbst ist eher klein und schlicht. Er wirkt fast wie ein weißer Wachposten, der still über die Küste schaut, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gerade dadurch passt er so gut hierher. Er ist kein Fotomagnet wegen seiner Größe, sondern wegen der Kombination aus Weite, Licht und Meer.
Rundherum siehst du alte Trockenmauern, niedriges Gebüsch und Pinien, die dem Ganzen einen typischen Mallorca Touch geben. Dazu kommen vereinzelte Häuser, die eher nach Fischer- und Küstenalltag aussehen als nach Ferienanlage. Es gibt keine große touristische Infrastruktur direkt am Turm. Kein Boulevard, keine Reihe aus Bars, keine großen Parkflächen. Genau das macht die Atmosphäre so ruhig und natürlich.
Wenn du hier unterwegs bist, lohnt es sich, bewusst langsam zu gehen und immer wieder stehen zu bleiben. Der Ort lebt von den Blicken nach draußen, vom Wind und von der Küste selbst. Und genau deshalb fühlt sich der Far de s’Estalella nicht wie eine Sehenswürdigkeit an, sondern wie ein kleiner Ausflug in eine stillere Seite Mallorcas.
Anreise und Wege zum Far de s’Estalella
Am einfachsten erreichst du die Gegend mit dem Auto. Von Palma fährst du Richtung Llucmajor und dann weiter nach s’Estanyol oder Son Bieló. Dort parkst du in den Straßen oder auf kleinen Parkplätzen am Ortsrand. In der Hauptsaison kann es voller werden, dann lohnt es sich, etwas früher zu kommen oder nicht genau zur Mittagszeit anzureisen.
Von s’Estanyol aus startet einer der typischen Wege. Du läufst erst am kleinen Hafen vorbei oder direkt an der Küste entlang aus dem Ort hinaus. Nach wenigen Minuten wird der Untergrund natürlicher. Aus Asphalt wird Erde. Aus Promenade wird Pfad. Ab hier folgst du einfach der Küstenlinie Richtung Leuchtturm. Es gibt immer wieder kleine Abzweigungen, aber wenn du das Meer auf einer Seite behältst, liegst du meistens richtig.

Je nach Route brauchst du etwa 30 bis 45 Minuten zu Fuß, bis du den Far de s’Estalella erreichst. Die Strecke ist nicht schwer, aber oft steinig und an manchen Stellen uneben. Feste Schuhe sind deshalb deutlich angenehmer als Flip Flops. Besonders nach Regen können einzelne Abschnitte rutschig sein, und im Sommer brennt die Sonne, weil es wenig Schatten gibt. Wasser, Sonnencreme und eine Kappe machen den Spaziergang entspannter, auch wenn es nur eine kurze Runde ist.
Unterwegs hast du immer wieder schöne Aussicht auf Felsen, kleine Buchten und das offene Meer. Wenn du dir Zeit lässt, findest du oft Stellen, an denen das Wasser türkis leuchtet und du kurz sitzen kannst. Badepausen sind möglich, aber geh nur rein, wenn die Bedingungen passen, denn Strömung und Wellen können je nach Wind stärker sein als es aussieht.
Öffentliche Busse fahren nach Llucmajor und in einige Küstenorte, aber die Anbindung ist nicht so flexibel wie mit dem Auto. Wenn du ohne Auto unterwegs bist, kannst du meist nach Llucmajor fahren und von dort mit Linienbus oder Taxi nach s’Estanyol weiter. Dann startest du die Wanderung von dort aus. Direkt bis zum Leuchtturm kommst du nicht mit dem Auto. Die letzten Meter gehören zu Fuß dir, dem Wind und dem Meer. Genau das ist der Charme an diesem Weg.
Unterwegs: Küstenpfad, Fischerhütten und Aussichtspunkte
Der Weg zum Far de s’Estalella ist fast schon das eigentliche Ziel. Du läufst an flachen Felsen entlang und merkst schnell, wie ruhig diese Ecke der Südküste sein kann. Mal brandet das Wasser laut gegen die Steine, mal ist es ganz still und klar, je nach Wind und Tagesform. In kleinen Einbuchtungen siehst du Höhlen und Nischen, in denen sich das Meer sammelt und wieder zurückzieht. Genau dieses Wechselspiel macht den Spaziergang so spannend, obwohl die Strecke eigentlich kurz ist.
Typisch für die Landzunge sind die alten Fischerhäuschen. Sie stehen schlicht am Wasser, oft mit einfachen Garagen für Boote, Netze und Werkzeug. Hier lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben. Du kannst dir leicht vorstellen, wie die Küste aussah, bevor Mallorca an vielen Stellen dichter bebaut wurde. Es wirkt wie ein kleines Fenster in eine andere Zeit, ohne dass es inszeniert wirkt.

Je näher du dem Leuchtturm kommst, desto weiter werden die Blicke. Das Licht ist oft stark, und das Meer wirkt hier besonders tiefblau. In der Nähe steht außerdem der historische Wachturm Torre de s’Estalella. Er erinnert daran, dass diese Küste früher geschützt werden musste, weil Angriffe über das Meer real waren. Heute ist es ruhig, aber dieser Turm macht klar, dass die Landschaft nicht nur schön, sondern auch geschichtlich geprägt ist.
Mehrere kleine Pfade führen zu Aussichtpunkten oberhalb der Felsen. Von dort kannst du weit entlang der Süd und Südostküste schauen. An klaren Tagen wirkt der Horizont endlos, und du siehst, wie die Küste sich in kleinen Buchten und Kanten weiterzieht. Wenn du gern fotografierst, sind das die Stellen, an denen du automatisch länger bleibst, weil sich das Licht ständig verändert.
Wenn du magst, kannst du den Spaziergang als kleine Rundtour laufen. Statt denselben Weg zurückzugehen, nimmst du einen leicht erhöhten Pfad durchs Inland. Dort ist es trockener, du siehst Trockenmauern, niedriges Gebüsch und einzelne Pinien, und du kommst am Ende wieder Richtung Ausgangspunkt. Das bringt Abwechslung und macht aus dem Leuchtturm Ausflug eine runde Sache, ohne dass du dafür eine große Wanderung planen musst.
Baden, Fotografieren und kleine Pausen am Meer
Baden rund um den Far de s’Estalella ist möglich, aber es gibt keinen klassischen Sandstrand. Du steigst über Felsen ins Wasser und suchst dir eine flache Stelle oder einen natürlichen Pool. An ruhigen Tagen kannst du dort richtig entspannt ins klare Wasser gleiten und ein paar Meter schnorcheln. Du siehst kleine Fische zwischen den Steinen, und das Wasser wirkt oft erstaunlich sauber und ruhig. Wenn die See stärker ist, solltest du lieber an Land bleiben. Wellen können hier schnell kräftig werden, und der Einstieg über Felsen ist dann einfach nicht angenehm.
Am besten ist es, wenn du dir ein paar Minuten Zeit nimmst und erst schaust, wie die Bedingungen sind. Gibt es Strömung. Sind die Steine glitschig. Ist das Wasser ruhig genug, um entspannt rein und wieder rauszukommen. Wenn du Badeschuhe hast, sind sie hier Gold wert, weil Kies und scharfe Kanten sonst nerven können. Und wenn es windig ist, reicht oft schon ein kurzer Moment am Wasser, um zu merken, dass heute eher ein Aussichtstag ist als ein Badetag.
Der Ort eignet sich außerdem super zum Fotografieren. Du hast Motive wie Leuchtturm, Wachturm, Fischerhäuschen, Küstenlinie und bei klarer Sicht sogar Cabrera am Horizont. Besonders schön wirkt das Zusammenspiel aus Weiß, Felsgrau und dem tiefen Blau des Meeres. Wenn du gern Details fotografierst, findest du auch kleine Szenen, wie Netze, Holzstege oder die Struktur der Trockenmauern.
Am schönsten wird das Licht oft am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Dann steht die Sonne tiefer, und die Farben wirken wärmer und weicher. Die Schatten werden länger, und das Meer bekommt diesen metallischen Glanz, der Fotos sofort besser macht. Für eine ruhige Stimmung ist der Morgen oft ideal, weil dann weniger Leute unterwegs sind und alles noch still wirkt.
Ein kleiner Tipp ist die Verpflegung. Nimm genug Wasser und einen Snack mit, denn rund um den Turm gibt es keine Bars oder Restaurants. Genau das macht den Ort so angenehm, du bist hier wirklich draußen. Ein kleines Picknick auf einem Felsen mit Blick aufs Meer passt perfekt. Du musst nur deinen Müll wieder mitnehmen, damit dieser stille Spot auch so bleibt, wie er ist.
Beste Reisezeit, Wetter und Stimmung
Du kannst den Far de s’Estalella das ganze Jahr über besuchen, und jede Jahreszeit fühlt sich dort ein bisschen anders an. Der Ort lebt von Wind, Licht und Weite. Genau deshalb lohnt er sich nicht nur im Sommer, sondern auch dann, wenn Mallorca leiser ist.
Im Frühjahr ist die Luft oft klar, viele Pflanzen blühen, und die Temperaturen sind ideal zum Wandern. Der Küstenpfad macht dann richtig Spaß, weil du nicht ständig nach Schatten suchen musst. Außerdem sind die Farben kräftiger, weil das Grün noch frischer wirkt und das Meer oft besonders sauber aussieht.
Im Sommer wird es heiß, und die Sonne steht direkt auf dem Weg. Dann ist ein früher Start Gold wert, oder du gehst erst am späten Nachmittag los, wenn die Hitze nachlässt. Nimm genug Wasser mit, dazu Sonnencreme und eine Kopfbedeckung, denn Schatten gibt es nicht überall. Wenn du baden willst, such dir einen ruhigen Tag aus, weil Wind und Wellen die Felsen schnell ungemütlich machen können.
Der Herbst wirkt oft warm und entspannt. Das Licht wird weicher, die Tage sind milder, und das Meer ist häufig noch angenehm warm. Viele empfinden diese Zeit als die beste, weil es weniger voll ist und du trotzdem noch Strand und Küste genießen kannst. Für Spaziergänge und Fotos ist das oft die perfekte Mischung.
Im Winter kann es windig und rau werden. Dann siehst du, wie die Wellen gegen die Felsen schlagen, und die Landzunge wirkt plötzlich wild. Genau dann hast du den Weg an manchen Tagen fast für dich allein. Wenn du dramatische Küstenstimmung magst, ist das eine starke Zeit, weil alles intensiver wirkt, auch ohne Badewetter.
Besonders schön ist der Sonnenuntergang. Dann färbt sich der Himmel hinter der Küste, und die Silhouetten von Turm und Häusern stehen dunkel vor dem Licht. Wenn du dir dafür Zeit nimmst und nicht nur kurz hin und zurück läufst, fühlt sich der Ausflug wie ein kleines Naturerlebnis an, egal in welcher Jahreszeit.
Sicherheit, Naturschutz und Rücksicht
Der Weg zum Far de s’Estalella ist kein gefährlicher Bergpfad, aber du solltest ein paar Dinge im Kopf behalten. Die Küste wirkt oft harmlos, kann aber durch Wind, Wellen und unebene Stellen schnell anspruchsvoller werden, als man denkt. Wenn du achtsam gehst, ist es ein entspannter Spaziergang, ohne Stress.
Die Felsen können rutschig sein, vor allem nach Regen oder dort, wo immer wieder Spritzwasser hinkommt. Trage am besten feste Schuhe mit gutem Profil. Flip Flops sehen am Strand gut aus, sind hier aber oft unpraktisch. Halte außerdem etwas Abstand zu Kanten, an denen es steil hinuntergeht, weil der Untergrund an manchen Stellen bröselig wirkt und du nicht weißt, wie fest der Stein wirklich ist.

Der Leuchtturm selbst und einige Gebäude sind nicht zur Besichtigung geöffnet. Respektiere Zäune, Privatgrundstücke und Schilder. Viele Flächen gehören zu alten Besitzungen oder werden landwirtschaftlich genutzt, auch wenn das auf den ersten Blick nicht immer so aussieht. Wenn du dich daran hältst, bleibt die Stimmung dort so ruhig, wie sie ist.
Bitte nimm deinen Müll wieder mit zurück in den Ort. Lass keine Flaschen, Dosen oder Plastik liegen, auch nicht „nur kurz“. Die Gegend ist empfindlich, und alles, was liegen bleibt, bleibt lange sichtbar, weil es dort keine Reinigung wie an einem Strand mit Infrastruktur gibt. Ein kleiner Beutel im Rucksack reicht, dann ist es ganz einfach.
Wenn du mit Kindern unterwegs bist, ist der Weg spannend, aber an Felsabschnitten solltest du sie gut im Blick behalten. Gerade natürliche Pools und Kanten wirken für Kinder wie ein Spielplatz, sind aber eben Natur. Und nach Einbruch der Dunkelheit ist der Pfad nicht beleuchtet. Plane deine Tour so, dass du sicher im Hellen zurückgehst. Wenn du doch später unterwegs bist, nimm eine gute Lampe mit und rechne damit, dass du langsamer gehst.
So bleibt der Ausflug sicher, entspannt und genau so, wie der Ort gedacht ist. Ein stiller Küstenspaziergang mit viel Weite und Meer.
Far de s’Estalella in deine Mallorca Reise einbauen
Der Far de s’Estalella passt wunderbar als halbtägiger Ausflug in eine Mallorca Reise, die nicht nur aus Strandtagen bestehen soll. Du kannst den Besuch mit einem Bummel durch Llucmajor, einem Strandstopp an Es Trenc oder einem Abendessen in s’Estanyol und Sa Ràpita verbinden. Morgens eine Küstenrunde mit Leuchtturm, mittags ein Bad an einem Sandstrand, abends Tapas mit Blick auf den Hafen – viel mehr braucht es oft nicht.
Vielleicht warst du ja schon einmal am Far de s’Estalella oder in der Umgebung unterwegs. Was hat dir dort am besten gefallen und hast du noch eigene Tipps für diese Ecke der Insel? Wir freuen uns jederzeit über deine Kommentare und deine persönlichen Eindrücke zu diesem besonderen Leuchtturm im Süden Mallorcas.