Tauchen auf Mallorca: wie Steilwände, Grotten, Wracks und glasklares Wasser aus der Baleareninsel ein überraschend vielseitiges Tauchparadies machen
Wenn du an Tauchen auf Mallorca denkst, siehst du vielleicht zuerst die typischen Badebuchten vor dir. Unter der Oberfläche wartet aber eine ganz andere Insel. Rund um Mallorca findest du Steilwände, Seegraswiesen, Felsbögen und Grotten. Dazu kommen Meeresschutzgebiete mit erstaunlich viel Fisch. Das fühlt sich oft wilder an, als man es vom Strand aus erwartet.
Du kannst morgens einen ruhigen Checkdive in einer geschützten Bucht machen. Nachmittags tauchst du an einer Kante ins Blauwasser ab. Gerade dieser Wechsel macht Mallorca so abwechslungsreich. Du entscheidest selbst, ob du entspannt bleiben willst oder einen Spot suchst, der mehr Adrenalin bringt.

Im Sommer sind Sichtweiten von oft 20 bis 30 Metern keine Seltenheit. Die Wassertemperatur steigt in der Hochsaison auf angenehm warme Werte. Dadurch fühlt sich ein Tauchgang lange entspannt an, auch wenn du zwei Tauchgänge am Tag machst.
Über die Insel verteilt findest du viele Tauchbasen. Viele arbeiten mit deutschsprachigen Teams. Du bekommst vom Schnuppertauchgang bis zum Tec oder Höhlenkurs fast alles. Das ist praktisch, weil du auch spontan etwas buchen kannst, wenn du nicht schon Monate vorher geplant hast.
Dazu kommt der große Bonus. Du kannst Tauchen auf Mallorca sehr leicht mit Strandtagen, Wanderungen oder einem Abstecher nach Palma kombinieren. Du bist nicht auf ein reines Tauchresort angewiesen. Du kannst morgens ins Wasser und abends Tapas essen, durch die Altstadt laufen oder einfach am Meer sitzen.
Wenn du das Mittelmeer liebst, aber mehr willst als nur schnorcheln, ist Mallorca als Tauchziel oft spannender, als viele denken.

Die Unterwasserwelt rund um Mallorca
Mallorca liegt im westlichen Mittelmeer und hat eine vielseitige Küstenlinie, die sich ständig verändert. Du bekommst Felsklippen, geschützte Buchten, kleine Strände und vorgelagerte Inselchen. Unter Wasser setzt sich genau diese Struktur fort, nur eben in einer ruhigeren, oft noch beeindruckenderen Version. Viele Spots starten an sanften Plateaus, die schon bei fünf bis zehn Metern beginnen, und gehen dann in klare Kanten über, die plötzlich steil abfallen. Je nach Tauchplatz findest du Abbrüche, die dich bis auf 30 oder 40 Meter begleiten, und genau dort entsteht dieses typische „ins Blau schauen“ Gefühl, das Mallorca für viele so spannend macht.
In geschützten Zonen breiten sich große Seegraswiesen aus, und die sind mehr als nur grüne Fläche. Seegras filtert das Wasser, stabilisiert den Boden und ist eine echte Kinderstube für viele Arten. Dadurch wirkt das Meer an vielen Stellen nicht nur klarer, sondern auch lebendiger, weil sich dort Nahrung und Schutz konzentrieren. Zwischen den Halmen siehst du oft kleine Fische, und an den Rändern der Wiesen beginnt dann meist der Übergang zu Fels und Geröll, wo es plötzlich richtig abwechslungsreich wird. Dieser Mix aus Seegras, Stein und Sand sorgt dafür, dass jeder Tauchgang ein bisschen anders aussieht, selbst wenn du am gleichen Spot ins Wasser gehst.
In der Saison liegen die Wassertemperaturen grob zwischen 18 und 28 Grad. Im Hochsommer fühlt sich das Meer oft fast wie Badewanne an, und die Bedingungen sind für viele ideal, weil du lange und entspannt tauchen kannst. Dazu kommen häufig sehr klare Verhältnisse, bei denen du schon nach wenigen Minuten das Gefühl hast, du fliegst durch das Wasser. Gerade in ruhigen Wetterphasen sind Sichtweiten richtig gut, was Einsteigern Sicherheit gibt und Fortgeschrittenen Spaß macht, weil du Strukturen, Fischschwärme und Geländeformen früh erkennst und deinen Tauchgang besser planen kannst.
Typische Bewohner sind Brassen und Goldstriemen, die du fast immer siehst. Dazu kommen Barrakudaschulen, die manchmal wie silberne Wolken über dem Riff stehen, und Oktopusse, die sich gern in Felsspalten verstecken und erst auf den zweiten Blick auffallen. Muränen liegen häufig in Löchern, oft nur mit dem Kopf sichtbar, und an guten Plätzen triffst du auch größere Zackenbarsche, die erstaunlich ruhig wirken und dich manchmal neugierig beobachten. Mit etwas Glück siehst du Adlerrochen oder kleinere Rochenarten, vor allem wenn du über sandige Bereiche und Kanten gleitest. Im Frühling tauchen gelegentlich Kalmare auf, und im Herbst wirkt das Wasser oft besonders fischreich, weil viele Tiere dann aktiver sind und du an manchen Tagen das Gefühl hast, dass überall Bewegung ist.

Wichtigste Tauchregionen und Spots auf der Insel
Im Südwesten, zwischen Palma und Santa Ponsa, liegen einige der bekanntesten Tauchgebiete der Insel, und hier wird schnell klar, warum viele Taucher diesen Teil Mallorcas so feiern. In diesem Bereich findest du mehrere streng geschützte Zonen, in denen sich Fische deutlich sicherer fühlen und entsprechend näher herankommen. El Toro und die Inselgruppe Malgrats sind die großen Namen. Dort wirkt vieles „wie im Aquarium“, nur eben echt. An den Kanten rund um El Toro triffst du häufig auf große Zackenbarsche, Barrakudas und dichte Schwärme aus Brassen. Manchmal kommt sogar richtig Bewegung ins Blau, wenn größere Räuber vorbeiziehen. Dazu hast du schöne Felsformationen, kleine Spalten und Posidoniawiesen, die dem Ganzen diese typisch mallorquinische Unterwasserlandschaft geben. Malgrats ist oft etwas freundlicher vom Profil. Du findest Plateaus, kleine Wände und flachere Bereiche, die auch für weniger erfahrene Taucher gut funktionieren, vor allem wenn du gerade erst reinkommst und trotzdem viel sehen willst.
Ebenfalls im Südwesten liegen Spots wie Isla del Sec oder Cap de Cala Figuera, dazu kommen kleinere Wracks vor Palma, die je nach Tagesplanung und Bedingungen angefahren werden. Hier wird es unter Wasser oft strukturreicher. Du findest Steilwände, Tunnels, Überhänge und kleine Durchgänge, die mit guter Lampe richtig Spaß machen. An manchen Stellen liegen versenkte Frachter oder kleinere Wrackteile, die inzwischen stark bewachsen sind und wie künstliche Riffe funktionieren. Genau dort halten sich gern Schwärme auf, und du siehst öfter Muränen oder Oktopusse, weil es viele Verstecke gibt. Praktisch ist, dass viele Basen in und um Palmanova, Santa Ponsa und Palma diese Plätze regelmäßig anfahren. Dadurch ist die Logistik einfach, und du kannst auch spontan einen Platz bekommen, wenn du nicht wochenlang im Voraus gebucht hast.
Im Norden, rund um Alcúdia und Pollença, ändert sich der Charakter deutlich. Die Küste wirkt felsiger, und mit Halbinseln wie dem Cap Formentor bekommst du mehr „Dramatik“, auch unter Wasser. Dich erwarten Höhlenöffnungen, Canyons, Felsbögen und Wände mit Schwämmen und Bewuchs. Oft sind die Kontraste hier besonders schön, weil du helle Sandflächen neben dunklen Felsstrukturen hast und damit auch beim Fotografieren schnell starke Motive findest. Die Sicht ist häufig sehr gut, und in der Bucht von Pollença gibt es zusätzlich flachere Plätze, die sich als Einstieg eignen. Das ist praktisch, wenn du mit einer gemischten Gruppe unterwegs bist oder nach einer Pause erst mal wieder entspannt anfangen willst.
An der Ostküste, rund um Cala Ratjada, Porto Cristo, Portocolom oder Cala Figuera, spielt Fels ebenfalls eine große Rolle, aber oft auf eine „höhlenlastigere“ Art. Hier findest du viele Grotten, Spalten und kleine Höhleneingänge, die mit erfahrenen Guides erkundet werden können. Der Reiz liegt in den Details. Lichtkegel in dunklen Öffnungen. Kleine Nischen mit Garnelen. Überraschende Durchgänge, die sich erst im letzten Moment zeigen. Zwischen den Felsnasen liegen sandige Flächen und Seegraswiesen. Dort siehst du häufig Rochen, Schnecken, Oktopusse und Brassen. Einige Anbieter steuern außerdem die Meeresreserve Llevant an der Nordostküste an. Durch den Schutz erhöht sich dort oft die Fischdichte noch einmal, und du bekommst eher diese „mehr Leben pro Minute“ Momente, für die Reservate bekannt sind.

Eine besondere Rolle spielt der Nationalpark Cabrera im Süden von Mallorca. Das ist ein kleiner Archipel, der streng geschützt ist und deshalb nicht einfach „mal eben“ angefahren wird. Die Anfahrt dauert länger, und die Plätze werden begrenzt genutzt. Genau das ist aber der Vorteil. Sicht und Fischbestand können dort sehr eindrucksvoll sein, und die ganze Atmosphäre wirkt noch ein Stück ursprünglicher. Viele Basen bieten Tagesausflüge an, bei denen du zwei Tauchgänge im Park machst. Dazwischen gibt es oft eine Pause an Land oder zumindest eine ruhige Zeit auf dem Boot. Wenn du auf Mallorca tauchst und dir einen „Special Day“ gönnen willst, ist Cabrera häufig der Ausflug, an den sich die Leute am längsten erinnern.
Höhlen, Grotten und Wracks
Mallorca ist berühmt für Höhlen und Grotten, und das gilt nicht nur für die bekannten Tropfsteinhöhlen an Land, sondern auch unter Wasser. Genau diese Mischung macht die Insel für viele Taucher so reizvoll, weil du hier nicht nur „Felswand und Fisch“ hast, sondern auch Licht, Räume und diese besondere Stimmung, die in Höhlenbereichen entsteht. Für zertifizierte Taucher sind vor allem sogenannte Cavern Dives spannend. Dabei tauchst du in den lichtdurchfluteten Eingangsbereich einer Höhle ein, bleibst aber so, dass du den Ausgang jederzeit siehst und nicht in lange Überkopfsituationen gerätst. Das fühlt sich abenteuerlich an, bleibt aber in einem Rahmen, der mit guter Organisation und einem erfahrenen Guide kontrollierbar ist.
Beliebt sind Touren an der Ostküste, weil du dort viele Grotten und Öffnungen findest. Ein Klassiker ist die Cova des Coloms, die du teils schwimmend und kletternd erreichst. Das ist oft nicht nur „reiner Tauchgang“, sondern eher ein kleines Gesamtpaket aus Weg, Einstieg, Wasser und Höhlengefühl. Viele Anbieter kombinieren das als Abenteuer aus kurzer Wanderung, Schnorcheln und einem leichtem Höhlenerlebnis, bei dem du die Magie des Ortes mitbekommst, ohne gleich in technischen Bereich zu rutschen. Genau das passt gut für Leute, die etwas Besonderes wollen, aber nicht das komplette Höhlentauchen als Sport betreiben möchten. Wichtig ist hier trotzdem eine saubere Planung. Gute Lampe, passender Neopren, ruhiges Tempo und ein Guide, der die Bedingungen kennt, machen den Unterschied, weil Sicht, Wellengang und Einstieg je nach Tag sehr unterschiedlich sein können.

Für echte Höhlentauchgänge mit langen Überkopfsituationen gilt aber eine klare Grenze. Dafür brauchst du spezielle Ausbildungen, Erfahrung und oft auch technische Ausrüstung. Hier geht es um Leinenführung, redundante Gasversorgung und eine ganz andere Art von Risikomanagement. Unterwassersysteme wie Cova de Sa Gleda sind dafür ein Beispiel. Solche Systeme sind groß, faszinierend und für entsprechend ausgebildete Taucher ein echtes Highlight, aber sie sind nichts, was man „mal eben“ aus Neugier macht. Wenn dich das Thema reizt, ist Mallorca trotzdem spannend, weil du auf der Insel Anbieter findest, die diesen Bereich professionell abdecken, und weil es mehrere Grotten mit komplexen Gangsystemen gibt, die weltweit einen guten Ruf haben.
Neben Höhlen bringen Wracks eine zweite, sehr eigene Art von Abenteuer. Rund um Palma und im Südwesten liegen mehrere Wracks in unterschiedlichen Tiefen. Einige sind für fortgeschrittene Sporttaucher gut geeignet, weil sie in erreichbaren Tiefen liegen und oft viel Bewuchs haben. Andere liegen tiefer und sprechen eher technisch orientierte Taucher an. Wracks wirken wie künstliche Riffe. Sie schaffen Kanten, Schatten und Hohlräume, in denen sich Fische und Wirbellose ansiedeln. Genau deshalb fühlt sich ein Wracktauchgang oft besonders lebendig an, selbst wenn der Spot nicht in einem Schutzgebiet liegt. Und ganz nebenbei ist es auch mental abwechslungsreich, weil du plötzlich nicht nur Landschaft tauchst, sondern eine Struktur mit Geschichte, Formen und Details, die du bei jedem Tauchgang wieder anders wahrnimmst.
Tauchbasen, Kurse und Scheine
Über die ganze Insel verteilt findest du Tauchbasen, nur eben nicht gleichmäßig. Die höchste Dichte liegt rund um Palma und in den klassischen Urlaubsorten in der Nähe, dazu kommt der Südwesten mit vielen Bootsplätzen und Reservaten. Im Nordosten rund um Cala Ratjada sitzen ebenfalls mehrere Anbieter, weil dort die Küste unter Wasser sehr strukturiert ist und viele Gäste genau wegen der Grotten und Felsformationen kommen. An der Bucht von Alcúdia hast du zusätzlich Basen, die gern die nördlichen Spots anfahren, oft mit guten Sichtweiten und einem etwas anderen Charakter als im Südwesten. Dadurch kannst du dir den Standort gut nach deiner Unterkunft aussuchen, ohne jeden Tag quer über die Insel zu fahren, und du findest meist auch deutschsprachige Ansprechpartner, wenn dir das wichtig ist.
Die meisten Schulen arbeiten nach gängigen Standards wie PADI, SSI, CMAS oder vergleichbaren Systemen und bieten vom Schnuppertauchen bis zur kompletten Ausbildung praktisch alles an. Ein Einstieg ist oft schon ab etwa zehn Jahren möglich, je nach Verband und Kursformat, und viele Basen sind darauf eingestellt, dass Leute zum ersten Mal überhaupt eine Flasche auf dem Rücken haben. Gerade wenn du neu bist, ist Mallorca angenehm, weil du viele geschützte Buchten und flache Einstiegsplätze hast, an denen du erst einmal an Ausrüstung, Atmung und Tarierung herangeführt wirst. Wenn du schon brevetiert bist, kannst du dagegen schnell auf Bootstauchgänge und anspruchsvollere Spots umsteigen, weil das Angebot groß ist und fast jede Region ihre eigenen Highlights hat.

Für geführte Bootstauchgänge brauchst du in der Regel mindestens ein Scuba-Diver- oder Open-Water-Brevet oder ein vergleichbares Zertifikat. Dazu kommt in der Praxis oft Erfahrung, je nachdem, wohin es geht. Tiefere Plätze, Strömung, Abbrüche oder blauwasserlastige Spots setzen meist eine gewisse Anzahl geloggter Tauchgänge voraus, weil du dort schneller reagieren musst und sauber tarieren solltest. Für Cavern-, Wrack- und erst recht Höhlentauchgänge verlangen viele Basen zusätzliche Spezialkurse und nachweisbare Erfahrung, was auch sinnvoll ist, weil sich die Risiken deutlich verändern, sobald du in Überkopfbereiche gehst oder komplexe Strukturen betauchst. Wenn du solche Touren machen willst, ist es schlau, früh mit der Basis zu sprechen, damit du weißt, welche Nachweise sie sehen möchten und welche Kurse vor Ort sinnvoll sind.
Beim Thema Gesundheit ist Mallorca in den letzten Jahren für viele entspannter geworden, weil ein ärztliches Tauglichkeitsattest nicht mehr in jedem Fall pauschal verlangt wird. Viele Basen arbeiten mit einem Gesundheitsfragebogen und bitten nur dann um ein aktuelles Attest, wenn bestimmte Fragen mit Ja beantwortet werden, wenn Vorerkrankungen im Spiel sind oder wenn das Alter höher ist. Trotzdem ist ein Check beim Taucharzt eine gute Idee, vor allem wenn du länger nicht im Wasser warst, wenn du Probleme mit Ohren, Lunge oder Kreislauf kennst oder wenn du einfach sicher gehen willst. Das ist kein Drama, sondern eher ein ruhiger Sicherheitsbaustein, der dir später Stress erspart.
Fast überall brauchst du außerdem eine Tauchunfallversicherung. Viele Basen setzen sie voraus, weil sie im Ernstfall Kosten für Druckkammer, Rücktransport und medizinische Behandlung abdecken kann. Wenn du keine hast, kannst du sie häufig unkompliziert über die Basis tageweise oder für den Zeitraum deines Urlaubs abschließen. Das ist praktisch, weil du dann nicht lange suchen musst, aber es lohnt sich trotzdem, vorab zu prüfen, ob deine bestehende Versicherung Tauchsport wirklich einschließt, damit du am Ende nicht doppelt zahlst.
Preise: Was kostet Tauchen auf Mallorca
Die Kosten fürs Tauchen auf Mallorca hängen stark davon ab, wo du stehst und wie du deinen Urlaub planst. Bist du schon brevetiert und willst einfach nur tauchen, dann zählen vor allem Anzahl der Tauchgänge, Boot oder Land, und ob du deine eigene Ausrüstung dabei hast. Machst du einen Kurs, bestimmen Umfang, Material, Instructor Betreuung und oft auch die Gruppengröße den Preis. Dazu kommt, dass sich Preise je nach Saison, Nachfrage und Spot etwas unterscheiden können, gerade bei Reservatsfahrten oder längeren Ausfahrten.

Wenn du bereits zertifiziert bist, liegt ein einzelner Bootstauchgang mit eigener Ausrüstung häufig im Bereich von etwa 40 bis 50 Euro. Viele Basen bieten aber Pakete an, zum Beispiel 5 oder 10 Tauchgänge, und dann wird es pro Dive meist günstiger. Der Vorteil an Paketen ist auch, dass du einfacher planen kannst, weil du oft feste Slots bekommst und nicht jeden Tag neu buchen musst. Für viele lohnt sich das besonders, wenn sie eine Woche bleiben und wirklich regelmäßig ins Wasser wollen, statt nur zwei einzelne Tauchgänge „mitzunehmen“.
Wenn du keine eigene Ausrüstung hast oder nur teilweise, kommen Leihkosten dazu. Oft kannst du Jacket, Atemregler und Anzug einzeln mieten oder als Paket pro Tag. Grob liegen viele Basen bei ungefähr 20 bis 30 Euro zusätzlich, wenn du die komplette Standardausrüstung brauchst, manchmal auch als Tagespauschale. Wichtig ist dabei, dass du vorher klärst, was im Leihpreis enthalten ist. Manche rechnen Computer, Lampe oder Blei extra. Andere packen es in ein Komplettpaket. Wenn du viel tauchst, kann sich auch lohnen, zumindest Maske und Flossen mitzubringen, weil du damit komfortabler bist und nicht jedes Mal neu anpassen musst.
Für Einsteiger sind Schnuppertauchgänge der klassische Start. Die meisten Programme enthalten eine kurze Theorie, Übungen im flachen Wasser und dann einen geführten Tauchgang, oft vom Strand oder per Boot, je nach Konzept der Basis. Preislich starten Schnupperkurse häufig irgendwo zwischen etwa 70 und 110 Euro pro Person. Der Unterschied kommt oft daher, ob zuerst ein Pooltraining dabei ist, ob du im Meer direkt einsteigst, wie groß die Gruppe ist und ob ein Naturpark oder Reservatsanteil im Programm steckt. Wenn du komplett neu bist, lohnt es sich, nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern auch auf Betreuung, Zeit im Wasser und ob du dich wirklich gut aufgehoben fühlst.

Für einen kompletten Einsteigerkurs mit international anerkanntem Brevet solltest du auf Mallorca in der Regel zwischen etwa 400 und 600 Euro einplanen. Das hängt vom Verband ab, vom Umfang und von der Saison. Auch die Frage, ob digitale Lernmaterialien, Versicherung und Ausrüstung schon im Paket stecken, macht einen spürbaren Unterschied. Manche Kurse wirken auf den ersten Blick günstiger, rechnen dann aber E Learning, Zertifizierung, Ausrüstung oder Tauchgänge einzeln dazu. Andere sind teurer, dafür ist alles drin und du hast am Ende weniger Überraschungen. Wenn du gern stressfrei buchst, ist „alles inklusive“ oft angenehmer, selbst wenn es nominal etwas höher liegt.
Aufbautrainings wie Advanced, Nitrox, Wrack oder Cavern liegen meist im Bereich von etwa 200 bis 400 Euro, je nachdem wie viele Tauchgänge enthalten sind und ob spezielle Ausrüstung oder längere Ausfahrten nötig sind. Für anspruchsvollere Tec oder Höhlenkurse werden die Preise deutlich höher, weil du mehr Tage, mehr Gas, mehr Material und deutlich mehr Instructor Zeit einplanen musst. Wenn du in diese Richtung willst, ist es sinnvoll, vorher genau zu schauen, was im Kurs enthalten ist, wie die Voraussetzungen sind und ob du wirklich genug Zeit hast, das ohne Hektik zu machen.
Beste Reisezeit und Bedingungen
Grundsätzlich kannst du auf Mallorca das ganze Jahr über tauchen, aber die Insel hat ganz klar eine „Hauptsaison“, in der alles am einfachsten funktioniert. Die aktive Zeit läuft vor allem von Frühling bis Herbst. Viele Basen starten spätestens im April richtig durch und bleiben bis Oktober im regulären Betrieb. In dieser Phase hast du die größte Auswahl an Bootstauchgängen, Kursen und Tagestrips, und du bekommst meistens auch kurzfristig noch einen Platz, weil einfach mehr Boote und mehr Guides unterwegs sind. Gleichzeitig ist genau dann das Gesamtpaket aus Wetter, Wasser und Logistik am entspanntesten, weil die See meist ruhiger ist und die Abläufe eingespielt sind.
Temperaturmäßig verändert sich das Meer im Jahresverlauf spürbar. Im Frühling liegt die Wassertemperatur oft noch bei etwa 14 bis 16 Grad, was je nach Kälteempfinden schon „frisch“ ist, auch wenn die Sonne an Land angenehm sein kann. Richtung Sommer wird es dann schnell komfortabler. Im Hochsommer kann das Wasser auf 26 bis 28 Grad steigen, und dann fühlt sich der Tauchgang für viele fast wie ein langer Badetag an, nur eben mit Flasche. Im Spätherbst kühlt es langsam wieder ab, aber oft bleibt es noch eine ganze Weile angenehm, vor allem wenn die Tage sonnig sind und du zwischen den Tauchgängen nicht auskühlst.
Die beste Sicht hast du häufig von Juni bis Oktober. In dieser Zeit ist das Meer oft ruhiger, und es sind weniger Schwebeteilchen unterwegs, die dir die Sicht nehmen. Gerade an Kanten, Wänden und über Seegraswiesen wirkt dann alles klarer, und du kannst Strukturen und Fischschwärme früh erkennen. Viele Taucher empfinden auch den Spätsommer und frühen Herbst als besonders schön, weil das Wasser noch warm ist, aber die größte Urlauberwelle langsam abflacht. Dann fühlt sich alles etwas entspannter an, auf dem Boot genauso wie am Spot, und oft wirkt es unter Wasser besonders fischreich, weil viele Arten in dieser Zeit aktiver sind.
Im Winter wird es deutlich frischer, das ist der ehrliche Teil. Wassertemperaturen um 13 bis 15 Grad sind nichts Ungewöhnliches, und ohne guten Kälteschutz wird es schnell ungemütlich. Dafür kann die Stimmung großartig sein. Weniger Betrieb. Ruhigere Buchten. Oft ein sehr klares, „ruhiges“ Meergefühl, das ganz anders wirkt als im Sommer. Wenn du im Winter tauchen willst, brauchst du einen dicken Nassanzug, meistens mit Haube, oder gleich einen Trockentauchanzug, wenn du kälteempfindlich bist. Und du solltest eher mit kleineren, spezialisierten Basen planen, die auch über den Winter geöffnet haben, weil nicht jeder Anbieter ganzjährig fährt. Wenn du das gut vorbereitest, kann Wintertauchen auf Mallorca ein echtes Highlight sein, nur eben mit deutlich mehr Fokus auf Ausrüstung und Komfort zwischen den Tauchgängen.
Sicherheit, Umwelt und Verhalten
Beim Tauchen auf Mallorca gelten im Grunde die gleichen Grundregeln wie überall, nur dass du sie hier besonders gut umsetzen kannst, weil viele Spots sehr klar strukturiert sind und die Basen das Thema Sicherheit meist routiniert angehen. Sicherheit geht vor. Du tauchst nicht allein. Du machst einen sauberen Buddycheck. Du planst den Tauchgang und sprichst vorher ab, wie tief ihr geht, wie lange ihr bleiben wollt und was ihr macht, wenn ihr euch verliert. Bleib innerhalb der Grenzen deines Trainings und deiner Erfahrung, auch wenn die Bedingungen an dem Tag leicht aussehen. Gerade an Kanten und im Blauwasser kann sich die Situation schnell anders anfühlen, wenn Strömung aufkommt oder wenn du tiefer gehst, als du eigentlich wolltest.
Wichtig ist auch die Zeit nach dem letzten Tauchgang. Wenn du fliegen willst, solltest du in der Regel mindestens 18 bis 24 Stunden nicht mehr tauchen, je nach Tauchprofil und Empfehlung deines Computers. Das ist kein „nice to have“, sondern ein echter Sicherheitsfaktor, weil Druckwechsel nach dem Tauchen das DCS Risiko erhöhen können. Plane das am besten von Anfang an ein, damit du am Abreisetag nicht in Stress gerätst und am Ende doch noch schnell einen „letzten Dive“ reinquetschst. Mallorca verführt dazu, weil alles so unkompliziert wirkt, aber genau dann passieren die dummen Fehler.

Spezielle Tauchgänge brauchen zusätzliche Vorbereitung. Nachttauchgänge sind auf Mallorca toll, weil du plötzlich ganz andere Tiere siehst und die Grottenbereiche anders wirken, aber du brauchst dafür Routine, gute Lampen und einen klaren Plan. Höhlen und Cavern Tauchgänge sind noch einmal eine Stufe darüber. Hier gilt: Nur machen, wenn du die Ausbildung und die Erfahrung dafür hast. Reservelampen, redundante Ausrüstung und saubere Kommunikation sind dann Pflicht, weil du in Überkopfbereichen nicht einfach direkt auftauchen kannst, wenn etwas schiefgeht.
Die Meeresschutzgebiete rund um Mallorca leben davon, dass sich Besucher an die Regeln halten. Das heißt ganz schlicht: nichts anfassen, nichts sammeln und nichts füttern. Auch wenn ein Fisch neugierig wird oder eine Muräne aus dem Loch schaut, bleibt es beim Beobachten. Gerade die Seegraswiesen sind empfindlich, und sie sind gleichzeitig einer der wichtigsten Gründe, warum viele Bereiche so klar und fischreich wirken. Deshalb ist saubere Tarierung hier nicht nur „nice“, sondern wirklich wichtig. Wenn du zu tief über dem Grund hängst und mit den Flossen reinziehst, kann das Schäden machen und wirbelt dazu noch Sediment auf, das allen die Sicht nimmt.
In einigen Reservaten können kleine Gebühren anfallen. Häufig sind sie schon im Preis des Tauchgangs enthalten, manchmal werden sie separat ausgewiesen. Das hängt von Spot, Boot und Anbieter ab. Wenn du das Gefühl hast, du willst mehr als nur konsumieren, frag bei der Basis nach. Viele organisieren Strand und Unterwasser Clean ups oder machen kleine Biodiversitätsprojekte. Manchmal ist das nur eine Stunde mit Handschuhen und Sack am Strand, manchmal ein geplanter Dive mit Sammelaktion. Beides ist sinnvoll, und es macht überraschend viel Spaß, weil du die Insel danach ein bisschen anders siehst.
Tauchen und Mallorca-Urlaub verbinden
Das Schöne am Tauchen auf Mallorca ist, dass du nie weit von anderen Erlebnissen entfernt bist. Du kannst ein paar Tage im Südwesten verbringen, morgens in El Toro oder an den Malgrats abtauchen und abends durch Palma bummeln. Eine andere Reise könnte dich in den Nordosten führen, mit Base in Alcúdia oder Cala Ratjada, wo du Tauchgänge, Ausflüge in die Serra de Llevant und Strandtage kombinierst. Wer Lust auf einen besonderen Tag hat, legt einen Ausflug nach Cabrera ein und erlebt die Inselwelt fast wie eine kleine Exkursion außerhalb des üblichen Trubels.
Ob du gerade erst mit dem Tauchen beginnst oder schon viele Tauchgänge im Logbuch hast, Mallorca bietet dir eine Mischung aus gut erreichbaren Plätzen, solider Infrastruktur und typischem Mittelmeerflair.
Warst du schon einmal auf Mallorca tauchen oder planst du gerade deinen ersten Tauchurlaub auf der Insel? Erzähl uns gern in den Kommentaren, welche Spots dir besonders gefallen haben oder welche Fragen du noch hast – wir freuen uns jederzeit über deine Erfahrungen und Tipps rund ums Tauchen auf Mallorca.