Warum Modena für Feinschmecker und Autofans gleichermaßen spannend ist

Modena gehört zu den italienischen Städten, die auf erstaunlich kleinem Raum gleich mehrere Welten miteinander verbinden. Im historischen Zentrum stehen romanische Meisterwerke und elegante Palazzi, wenige Straßen weiter erinnert alles an Enzo Ferrari und die berühmte Motor Valley, während in traditionellen Acetaien seit Generationen der Aceto Balsamico Tradizionale di Modena reift. Dazu kommen Tortellini, Parmigiano Reggiano, Lambrusco und eine entspannte Altstadt, die sich hervorragend zu Fuß entdecken lässt.

Historisches Zentrum von Castelvetro di Modena mit mittelalterlichen Gebäuden, Kirchturm, Schachbrettmuster auf der Piazza Roma und herbstlicher Hügellandschaft.
Castelvetro di Modena im Herbst – Bildnachweis: Mario Albalat – iStock-Datei-ID: 2213587371

Modena liegt in der Emilia-Romagna, zwischen Bologna und Reggio Emilia, und eignet sich sowohl für einen eigenständigen Städtetrip als auch als Station auf einer Rundreise durch Norditalien. Besonders angenehm ist, dass viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten innerhalb des historischen Zentrums nur wenige Gehminuten voneinander entfernt liegen. Selbst das Museo Enzo Ferrari befindet sich noch in gut erreichbarer Nähe zur Altstadt.

Für einen ersten Eindruck reicht ein voller Tag. Wer jedoch Ferrari, Balsamico, Museen und die kulinarische Seite Modenas wirklich erleben möchte, sollte mindestens zwei Tage einplanen. Drei Tage sind ideal, wenn zusätzlich Maranello, eine traditionelle Acetaia oder das Umland besucht werden sollen.

Blick über die Dächer von Modena mit dicht bebauter Altstadt, Kirchtürmen, Kuppeln und modernen Stadtvierteln am Horizont.
Panoramablick über Modena – Bildnachweis: Sabina Berezina – iStock-Datei-ID: 1179848366

Piazza Grande – das historische Herz von Modena

Die Piazza Grande ist der wichtigste Platz der Altstadt und einer der besten Ausgangspunkte für einen Stadtrundgang. Gemeinsam mit dem Dom und der Ghirlandina gehört sie seit 1997 zum UNESCO-Welterbe von Modena. Über Jahrhunderte war sie nicht nur religiöser Mittelpunkt, sondern auch Markt-, Versammlungs- und Verwaltungsplatz der Stadt.

Heute wirkt die Piazza angenehm großzügig. Arkaden, das Palazzo Comunale und die hellen Steinflächen des Doms bilden eine Kulisse, die besonders am frühen Morgen oder am Abend beeindruckt. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt außerdem kleine historische Details wie die Pietra Ringadora, einen steinernen Block, der im mittelalterlichen Stadtleben verschiedene Funktionen hatte.

Rund um den Platz liegen Cafés, kleine Straßen und Geschäfte. Dadurch eignet sich die Piazza Grande nicht nur zum Fotografieren, sondern auch hervorragend als Orientierungspunkt für die gesamte Altstadt von Modena.

Der Dom von Modena ist eines der großen romanischen Bauwerke Italiens

Der Duomo di Modena gehört zu den bedeutendsten romanischen Kirchen Europas. Der Bau begann Ende des 11. Jahrhunderts und ist besonders eng mit dem Architekten Lanfranco und dem Bildhauer Wiligelmo verbunden. UNESCO bezeichnet den Komplex als herausragendes Beispiel frühromanischer Kunst.

Von außen fallen die mächtigen Steinquader, Arkaden und kunstvoll gestalteten Portale auf. Viele Reliefs erzählen biblische Geschichten und gehören zu den wichtigsten mittelalterlichen Skulpturen der Region.

Im Inneren wirkt der Dom vergleichsweise dunkel und feierlich. Besonders interessant ist die Krypta, in der die Reliquien des heiligen Geminianus, des Schutzpatrons von Modena, verehrt werden. Der Dom wurde ausdrücklich als dessen geistliches Haus errichtet.

Wer Modena besucht, sollte den Dom nicht nur kurz von außen fotografieren. Gerade das Zusammenspiel aus Architektur, Steinmetzkunst und jahrhundertelanger Stadtgeschichte macht ihn zum wichtigsten historischen Bauwerk der Stadt.

Ghirlandina – Modenas Wahrzeichen mit Aussicht über die Dächer

Direkt neben dem Dom ragt die Ghirlandina in den Himmel. Der rund 89 Meter hohe Glockenturm ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Modenas und gehört ebenfalls zum UNESCO-Ensemble.

Wer die rund 200 Stufen hinaufsteigt, wird mit einem weiten Blick über die roten Dächer der Altstadt und die Ebene der Emilia-Romagna belohnt. Im Inneren befindet sich unter anderem die historische Stanza dei Torresani, in der einst die Turmwächter untergebracht waren.

Bei gutem Wetter lohnt sich der Aufstieg besonders. Da Einlassregelungen und Zeitfenster variieren können, empfiehlt es sich, die aktuellen Besuchsmöglichkeiten vorab zu prüfen.

Palazzo Comunale – historische Räume direkt an der Piazza Grande

An der Piazza Grande befindet sich das Palazzo Comunale, das über Jahrhunderte aus mehreren Gebäudeteilen zusammengewachsen ist.

Einige historische Räume können besichtigt werden. Sie zeigen, dass die Piazza nicht nur religiös, sondern immer auch politisch und gesellschaftlich das Zentrum Modenas war. Bereits im Mittelalter wurden von hier aus Entscheidungen verkündet, Märkte organisiert und öffentliche Angelegenheiten geregelt.

Wer sich für Stadtgeschichte interessiert, kann den Palazzo gut mit Dom und Ghirlandina verbinden. Alle drei Sehenswürdigkeiten liegen praktisch unmittelbar nebeneinander.

Piazza Grande in Modena am Abend mit historischem Palazzo Comunale, Uhrturm, beleuchteten Arkaden und gepflastertem Platz.
Piazza Grande in Modena am Abend – Bildnachweis: bbsferrari – iStock-Datei-ID: 1298644676

Durch die Altstadt von Modena schlendern

Nach den großen UNESCO-Sehenswürdigkeiten sollte man den Stadtplan ruhig einmal wegstecken. Die historische Altstadt von Modena lässt sich am schönsten ohne festes Ziel entdecken.

Unter Arkaden liegen kleine Läden, Bars und Delikatessengeschäfte. Dazwischen öffnen sich Plätze wie Piazza Mazzini, Piazza Roma oder Piazza XX Settembre. Historische Fassaden wechseln mit eleganten Geschäften und überraschend modernen Cafés.

Modena besitzt nicht die monumentale Größe von Rom oder Florenz. Gerade deshalb wirkt die Stadt angenehm. Die Wege sind kurz, das Zentrum bleibt übersichtlich und zwischen zwei Sehenswürdigkeiten findet man immer wieder Zeit für einen Espresso oder ein Eis. Auch Italiens offizielle Tourismusseite empfiehlt Modena ausdrücklich als leicht zu Fuß erkundbare Stadt.

Mercato Albinelli – Modena zum Riechen und Probieren

Nur wenige Schritte vom Dom entfernt liegt der Mercato Storico Albinelli. Die historische Markthalle gehört zu den besten Orten, um die kulinarische Identität Modenas kennenzulernen.

An den Ständen stapeln sich Gemüse, Obst, Käse, Fleischwaren, Pasta und regionale Spezialitäten. Mittlerweile gibt es außerdem gastronomische Angebote, sodass der Markt hervorragend für eine Mittagspause geeignet ist.

Hier wird schnell deutlich, warum Modena für Feinschmecker ein besonderes Reiseziel ist. Parmigiano Reggiano, Balsamico, Tortellini, Zampone und Lambrusco gehören praktisch zum kulinarischen Grundwortschatz der Region.

Wer nur wenig Zeit in Modena hat, sollte den Markt möglichst am Vormittag besuchen, da ein wesentlicher Teil des klassischen Marktbetriebs tagsüber stattfindet. Die aktuell veröffentlichten Kernzeiten liegen montags bis freitags am Vormittag bis frühen Nachmittag und samstags etwas länger.

Aceto Balsamico Tradizionale di Modena – das schwarze Gold der Stadt

Kaum ein Produkt ist so eng mit Modena verbunden wie traditioneller Balsamico-Essig. Mit dem dunklen, dünnflüssigen Essig aus dem Supermarkt hat hochwertiger Aceto Balsamico Tradizionale nur wenig gemeinsam.

Traditioneller Balsamico entsteht aus gekochtem Traubenmost und reift über viele Jahre in einer Folge kleiner Holzfässer. Bei Führungen durch Acetaien kann man die sogenannten Batterien aus unterschiedlich großen Fässern sehen und lernen, wie sich Aroma und Konsistenz über die Jahre entwickeln.

Beim Aceto Balsamico Tradizionale di Modena DOP gibt es unter anderem mindestens zwölf Jahre gereifte und als extravecchio mindestens 25 Jahre gereifte Varianten. Bei einer Führung durch die kommunale Acetaia werden beide Reifestufen vorgestellt und verkostet.

Einige Tropfen hochwertiger Balsamico werden nicht einfach über Salat gegossen. Er passt beispielsweise zu Parmigiano Reggiano, Erdbeeren, Fleisch oder sogar Vanilleeis.

Fassade des Doms von Modena mit großer Rosette, romanischen Bögen und der Torre della Ghirlandina vor blauem Himmel.
Dom von Modena mit Ghirlandina – Bildnachweis: Gim42 – iStock-Datei-ID: 1499501362

Eine Acetaia gehört zu den schönsten Erlebnissen rund um Modena

Wer zwei oder mehr Tage bleibt, sollte eine traditionelle Acetaia in Modena oder im Umland besuchen. Dort wird verständlich, warum echter Balsamico eher mit Wein oder gereiftem Käse als mit gewöhnlichem Essig vergleichbar ist.

Viele Betriebe bieten Führungen und Verkostungen an. Besonders interessant ist der Duft in den Dachräumen, in denen die Fassreihen lagern. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen gehören traditionell zum Reifeprozess. Visit Modena führt zahlreiche Produzenten und buchbare Besichtigungen in der Region.

Wer keinen Ausflug ins Umland unternehmen möchte, kann auch eine Führung durch die Acetaia Comunale im Stadtgebiet buchen.

Museo Enzo Ferrari – gelbe Architektur und italienische Autogeschichte

Modena ist untrennbar mit Enzo Ferrari verbunden. Das Museo Enzo Ferrari liegt in der Stadt und kombiniert historische Gebäude mit einer futuristischen Ausstellungshalle, deren gelbes Dach an die Motorhaube eines Sportwagens erinnert.

Zum Komplex gehört der Bereich, in dem sich das Geburtshaus beziehungsweise die historische Werkstatt der Familie Ferrari befindet. Daneben werden Fahrzeuge und Ausstellungen präsentiert, die sich mit Enzo Ferrari, Motoren, Design und der Geschichte der Marke beschäftigen.

Selbst wer kein eingefleischter Motorsportfan ist, findet die Verbindung aus Architektur, Design und Technik interessant. Autofans können hier dagegen problemlos mehrere Stunden verbringen.

Die Ausstellungen wechseln teilweise, weshalb sich vor der Reise ein Blick auf das aktuelle Programm des offiziellen Ferrari-Museums lohnt.

Maranello – Ferrari gehört auch außerhalb Modenas zum Pflichtprogramm

Etwa südlich von Modena liegt Maranello, der Ort, der weltweit mit Ferrari verbunden wird. Dort befindet sich das zweite große Ferrari-Museum sowie das Unternehmensgelände.

Im Museo Ferrari Maranello stehen Formel-1-Fahrzeuge, Sportwagen, Gran-Turismo-Modelle und Rennsportgeschichte im Mittelpunkt. Fahr- und Pit-Stop-Simulatoren ergänzen das Museumserlebnis.

Die eigentliche Ferrari-Fabrik kann nicht regulär frei besichtigt werden. Über das Museum werden jedoch spezielle Panoramatouren angeboten, die Einblicke entlang des Werksgeländes und des Fiorano-Testgeländes ermöglichen.

Für große Ferrari-Fans lohnt sich ein ganzer Tag mit Museo Enzo Ferrari in Modena und Ferrari-Museum in Maranello. Es werden auch kombinierte Tickets angeboten.

Piazza Roma und der prachtvolle Palazzo Ducale

Ein völlig anderes Modena zeigt sich an der Piazza Roma. Der weitläufige Platz wird vom mächtigen Palazzo Ducale beherrscht, der zu den eindrucksvollsten barocken Gebäuden der Stadt gehört.

Nachdem Modena 1598 Hauptstadt des Este-Herzogtums geworden war, entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden höfischen Zentrum. Der heutige Palast wurde ab 1634 errichtet und war mehr als zwei Jahrhunderte Sitz des Este-Hofes. Heute befindet sich dort die italienische Militärakademie.

Deshalb kann der Innenbereich nicht jederzeit frei betreten werden. Führungen finden nach vorheriger Reservierung zu bestimmten Terminen statt. Im August 2026 ist der Palazzo für reguläre Führungen geschlossen; sie sollen im September wieder aufgenommen werden.

Auch ohne Innenbesichtigung lohnt sich die Piazza Roma wegen der monumentalen Fassade.

Traditionelle Holzfässer zur Reifung von Balsamico-Essig aus Modena in einem dunklen Lagerraum.
Holzfässer für Balsamico aus Modena – Bildnachweis: tenzinsherab – iStock-Datei-ID: 187325696

Galleria Estense – Kunstschätze der Este-Familie

Kunstinteressierte sollten die Galleria Estense im Palazzo dei Musei einplanen. Die Sammlung geht wesentlich auf die Kunstbestände der Familie Este zurück, die nach dem Verlust Ferraras nach Modena gebracht wurden.

Zu den Beständen gehören Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Bronzen und kunsthandwerkliche Objekte.

Gerade nach einem Besuch des Palazzo Ducale beziehungsweise der Piazza Roma hilft die Galerie dabei, die Zeit der Este-Dynastie besser zu verstehen. Wer italienische Renaissance- und Barockkunst mag, sollte dafür mindestens ein bis zwei Stunden reservieren.

Luciano Pavarotti – Modenas zweite weltberühmte Stimme

Neben Ferrari ist ein weiterer Name untrennbar mit Modena verbunden: Luciano Pavarotti. Der berühmte Tenor wurde in der Stadt geboren und blieb seiner Heimat eng verbunden.

Vor dem heutigen Teatro Comunale Pavarotti-Freni erinnert eine Statue an ihn. Sie zeigt Pavarotti mit ausgebreiteten Armen und seinem bekannten weißen Taschentuch.

Wer sich für Oper interessiert, kann prüfen, ob während des Aufenthalts eine Aufführung oder Führung durch das Theater angeboten wird. Geführte Besichtigungen geben Einblicke in Architektur, Bühne und Geschichte des Hauses.

Casa Museo Luciano Pavarotti – persönliche Einblicke in das Leben des Tenors

Außerhalb des Zentrums befindet sich das Casa Museo Luciano Pavarotti. Das Haus war Pavarottis Wohnsitz in seinen letzten Lebensjahren und wurde später als Museum zugänglich gemacht.

Zu sehen sind persönliche Gegenstände, Fotos, Videos, Bühnenkostüme und Räume, die einen deutlich privateren Blick auf den Sänger ermöglichen als eine klassische Ausstellung.

Das Museum liegt außerhalb des historischen Zentrums und besitzt keine reguläre direkte Stadtbusverbindung. Wer ohne eigenes Auto unterwegs ist, sollte die Anfahrt deshalb vorher organisieren.

Für Musikfreunde ist die Pavarotti-Seite von Modena eine wunderbare Ergänzung zu Ferrari und den mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten.

Modena ist eine der großen Genussstädte Italiens

Eigentlich könnte man problemlos allein wegen des Essens nach Modena fahren. Die Provinz besitzt eine außergewöhnlich hohe Konzentration geschützter regionaler Produkte und bezeichnet sich mit gutem Grund als Land der Aromen und Genüsse.

Berühmt sind Parmigiano Reggiano, Aceto Balsamico, Prosciutto, Lambrusco, Tortellini, Zampone und Cotechino. Viele dieser Spezialitäten werden nicht nur in Modena selbst, sondern in der gesamten Emilia-Romagna gepflegt.

Dabei muss es nicht immer Spitzengastronomie sein. Eine einfache Trattoria mit hausgemachter Pasta kann zu den schönsten kulinarischen Erinnerungen einer Modena-Reise gehören.

Dunkler Balsamico-Essig aus Modena in zwei Glasflaschen mit roten Weintrauben und einzelnen Traubenhälften im Hintergrund.
Balsamico-Essig aus Modena – Bildnachweis: olgakr – iStock-Datei-ID: 2285736349

Tortellini in brodo – ein Klassiker der Emilia

Eine der bekanntesten Spezialitäten sind Tortellini. Die kleinen gefüllten Nudeln werden traditionell häufig in brodo, also in einer kräftigen Brühe, serviert.

Daneben stehen Tortelloni, Tagliatelle und weitere frische Pastagerichte auf vielen Speisekarten. Wer Nudeln nur als Beilage kennt, erlebt in der Emilia schnell, wie wichtig Teig, Füllung und handwerkliche Herstellung für die regionale Küche sind.

Ein gutes Restaurant erkennt man nicht unbedingt an einer langen Speisekarte. Häufig sind wenige sorgfältig zubereitete regionale Gerichte die bessere Wahl.

Gnocco fritto und Tigelle gehören auf den Tisch

Typisch für Modena sind außerdem Gnocco fritto und Tigelle beziehungsweise Crescentine.

Gnocco fritto sind kleine frittierte Teigstücke, die warm zusammen mit Wurstwaren, Käse oder Aufstrichen gegessen werden. Tigelle sind kleine runde Fladen, die ebenfalls mit Salumi, Käse oder traditionellen Aufstrichen kombiniert werden.

Gerade für ein ungezwungenes Abendessen oder eine ausgedehnte Brotzeit sind beide Spezialitäten ideal.

Parmigiano Reggiano und Prosciutto machen einfache Gerichte besonders

Die Emilia-Romagna ist eine Region, in der einige wenige hochwertige Zutaten oft genügen. Ein Stück Parmigiano Reggiano mit einigen Tropfen gereiftem Balsamico kann bereits eine kleine Vorspeise sein.

Auch Prosciutto und andere regionale Wurstwaren gehören auf viele Antipasti-Platten. Der Mercato Albinelli ist ein guter Ort, um solche Produkte kennenzulernen oder als Mitbringsel einzukaufen.

Wer mit dem Flugzeug reist, sollte bei größeren Mengen tierischer Lebensmittel allerdings die jeweils geltenden Transport- und Einfuhrregeln des Ziellandes beachten.

Lambrusco ist weit besser als sein alter Ruf

Zum Essen passt Lambrusco, der typische perlende Wein der Region.

Viele verbinden den Namen noch immer mit sehr süßem Rotwein. Tatsächlich gibt es jedoch eine große Bandbreite von trocken bis lieblich und von hellrosa bis tiefrot. Ein trockener Lambrusco passt ausgezeichnet zu den kräftigen Fleisch- und Wurstspezialitäten der Emilia.

Gerade in Modena lohnt es sich deshalb, ihn noch einmal völlig neu kennenzulernen.

Modena besitzt keinen Strand – dafür viel italienisches Stadtleben

Wer einen Strandurlaub sucht, ist in Modena natürlich falsch. Die Stadt liegt im Landesinneren der Po-Ebene.

Dafür kann man einen heißen Nachmittag in schattigen Arkaden, Parks oder Museen verbringen. Der Giardino Ducale hinter dem Palazzo Ducale gehört zu den zentralen Grünanlagen und bietet eine angenehme Pause vom Pflaster der Altstadt.

Für eine Reise, die Stadtbesichtigung und Meer verbinden soll, lässt sich Modena später beispielsweise mit der Adriaküste kombinieren.

Modena mit dem Fahrrad erleben

Wie viele Städte der Emilia-Romagna eignet sich auch Modena gut für das Fahrrad. Das flache Gelände macht längere Strecken relativ angenehm.

Besonders interessant wird das Fahrrad, wenn Ziele knapp außerhalb des historischen Zentrums besucht werden sollen. Für größere Ausflüge in die Provinz existieren ebenfalls verschiedene Routen. Die Region ist unter anderem an längere Radwege wie die Ciclovia del Sole angebunden.

Im Zentrum selbst ist man jedoch häufig zu Fuß genauso schnell.

Frisch angerichteter Salat in Modena mit Blattsalat, Tomaten, Käse, Granatapfelkernen und dunklem Balsamico-Dressing auf einem weißen Teller.
Italienischer Salat in Modena – Bildnachweis: quintanilla – iStock-Datei-ID: 509114574

Maranello als wichtigster Tagesausflug

Für Motorsportfans ist Maranello der naheliegendste Ausflug. Das Ferrari-Museum lässt sich problemlos mit einem halben oder ganzen Tag verbinden.

Wer nur einen Tag insgesamt für Modena hat, sollte sich allerdings überlegen, ob er wirklich beide Ferrari-Museen besuchen möchte. Dom, Ghirlandina und Mercato Albinelli verdienen ebenfalls Zeit.

Mit zwei Tagen funktioniert die Kombination deutlich besser: Tag eins gehört der historischen und kulinarischen Stadt, Tag zwei Ferrari und Maranello.

Sassuolo und sein barocker Herzogspalast

Westlich beziehungsweise südwestlich von Modena liegt Sassuolo. Dort steht der Palazzo Ducale di Sassuolo, der im 17. Jahrhundert von einer älteren Burg zu einer prachtvollen Sommerresidenz der Este umgebaut wurde.

Der Palast wird wegen seiner Architektur, Fresken und Gärten auch als eine der barocken Kostbarkeiten der Region beschrieben.

Für Reisende, die bereits Ferrari und Balsamico kennen und noch mehr von der Geschichte des Herzogtums sehen möchten, ist Sassuolo ein interessanter Halbtagesausflug.

Spilamberto – ein Ziel für Balsamico-Liebhaber

Südöstlich von Modena liegt Spilamberto, einer der wichtigsten Orte für die Tradition des Balsamico.

Hier lässt sich ein Besuch hervorragend mit einer Acetaia verbinden. Visit Modena empfiehlt ausdrücklich eine Route, bei der eine Balsamico-Manufaktur und die Gastronomie von Spilamberto miteinander kombiniert werden.

Für Feinschmecker kann dieser Ausflug interessanter sein als noch eine weitere Kirche oder ein zusätzliches Museum.

Bologna ist nur einen Katzensprung entfernt

Modena liegt sehr günstig für eine Kombination mit Bologna. Beide Städte liegen an derselben Bahnlinie und sind direkt miteinander verbunden.

Bologna ist größer, lebhafter und besitzt kilometerlange Arkaden, die Piazza Maggiore und die berühmten Geschlechtertürme. Modena wirkt im direkten Vergleich deutlich kompakter und ruhiger.

Gerade diese Unterschiede machen eine Kombination reizvoll. Wer vier oder fünf Tage für die Emilia-Romagna besitzt, kann problemlos beide Städte besuchen.

Parma und Reggio Emilia ergänzen eine Genussreise

Auch Parma und Reggio Emilia passen hervorragend zu Modena.

Parma ist vor allem mit Parmigiano Reggiano und Prosciutto di Parma verbunden, besitzt aber zusätzlich eine elegante Innenstadt und bedeutende Kulturbauten.

Reggio Emilia liegt näher und lässt sich gut per Bahn erreichen. Wer eine längere Genussreise durch die Emilia-Romagna plant, kann Bologna, Modena, Reggio Emilia und Parma wie eine kulinarische Perlenkette miteinander verbinden.

Die beste Reisezeit für Modena

Für einen klassischen Städtetrip nach Modena sind Frühling und Herbst besonders angenehm. April, Mai, September und Oktober eignen sich gut für lange Spaziergänge durch die Altstadt und Ausflüge ins Umland.

Im Hochsommer kann es in der Po-Ebene heiß und teilweise schwül werden. Dann empfiehlt es sich, Dom, Markt und Stadtspaziergang auf den Vormittag zu legen und die heißesten Stunden für ein langes Mittagessen oder ein Museum zu nutzen.

August kann außerdem ungewöhnlich ruhig wirken, weil in Italien traditionell viele Menschen Urlaub machen und einzelne Betriebe schließen. So ist beispielsweise der Palazzo Ducale im August 2026 für reguläre Führungen geschlossen.

Der Herbst ist besonders interessant für Genussreisende. Weinlese, Balsamico-Traditionen und kräftigere regionale Gerichte passen hervorragend in diese Jahreszeit.

Mit der Bahn nach Modena

Der Bahnhof Modena liegt an der wichtigen Bahnverbindung zwischen Mailand und Bologna. Vom Bahnhof sind es nur wenige Gehminuten bis zum historischen Zentrum.

Dadurch eignet sich Modena hervorragend für einen Tagesausflug mit der Bahn. Auch wer in Bologna übernachtet, kann morgens nach Modena fahren und am Abend problemlos zurückkehren. Direkte Zugverbindungen zwischen beiden Städten bestehen regelmäßig.

Vom Bahnhof lässt sich außerdem das Museo Enzo Ferrari relativ unkompliziert erreichen.

Welcher Flughafen eignet sich für Modena?

Für internationale Reisende ist Bologna meist der praktischste große Flughafen. Von Bologna kann anschließend mit Bahn beziehungsweise weiterer Verbindung nach Modena gereist werden. Die Stadt liegt zudem nahe an den Autobahnen A1 und A22 und ist damit auch auf einer Mietwagenreise gut erreichbar.

Je nach Reiseroute können auch andere norditalienische Flughäfen infrage kommen. Für einen reinen Modena- oder Bologna-Modena-Städtetrip ist ein Mietwagen allerdings nicht zwingend notwendig.

Vorsicht mit dem Auto in der Altstadt

Wer mit dem Auto nach Modena kommt, sollte unbedingt auf die ZTL – Zona a Traffico Limitato achten.

Große Teile des historischen Zentrums sind verkehrsbeschränkt und die Zufahrten werden mit Kameras überwacht. Wer ohne entsprechende Genehmigung hineinfährt, riskiert ein Bußgeld. Das gilt auch für Mietwagen.

Am besten nutzt man ein Parkhaus außerhalb beziehungsweise am Rand der ZTL und läuft den Rest. Unter dem Novi-Sad-Park befindet sich beispielsweise ein zentrumsnahes unterirdisches Parkhaus.

Gäste eines Hotels innerhalb der ZTL sollten vorab mit der Unterkunft klären, ob und wie das Kennzeichen registriert werden muss.

Modena lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden

Für die eigentliche Innenstadt ist zu Fuß gehen die beste Möglichkeit. Piazza Grande, Dom, Ghirlandina, Mercato Albinelli und Piazza Roma liegen angenehm nah beieinander.

Auch das Museo Enzo Ferrari lässt sich in einen längeren Stadtspaziergang integrieren. Wer außerhalb gelegene Ziele wie Pavarottis Wohnhaus oder eine Acetaia besuchen möchte, benötigt dagegen Bus, Taxi, Mietwagen oder eine organisierte Tour.

Bequeme Schuhe reichen damit für den größten Teil eines klassischen Modena-Wochenendes völlig aus.

Ein Tag in Modena – so könnte der Rundgang aussehen

Der Vormittag beginnt idealerweise auf der Piazza Grande. Zuerst sollte der Dom besucht werden, anschließend lohnt der Aufstieg auf die Ghirlandina. Danach geht es durch die umliegenden Straßen zum Mercato Albinelli. Diese Kombination wird auch von der offiziellen Tourismusorganisation als Kern eines ersten Modena-Besuchs empfohlen.

Zum Mittagessen passen Tortellini, Gnocco fritto oder eine regionale Antipasti-Platte.

Am Nachmittag führt der Weg über Piazza Roma zum Palazzo Ducale und anschließend zum Museo Enzo Ferrari.

Der Abend gehört wieder der Altstadt. Ein Aperitivo, Lambrusco und ein gemütliches Abendessen sind vermutlich der passendste Abschluss für einen Tag in Modena.

Zwei Tage zeigen die Stadt deutlich vielseitiger

Am zweiten Tag kann der Schwerpunkt auf Motor Valley und Genuss liegen.

Ferrari-Fans fahren nach Maranello und verbringen dort einige Stunden im Museo Ferrari. Anschließend lässt sich eine Acetaia besuchen. Genau diese Verbindung aus Ferrari und Balsamico gehört zu den klassischen Erlebnissen rund um Modena.

Wer sich weniger für Autos interessiert, kann stattdessen Galleria Estense, Palazzo Ducale und Casa Museo Luciano Pavarotti einplanen.

Damit wird deutlich, wie unterschiedlich eine Modena-Reise aussehen kann: mittelalterliche Kunst, Oper, Sportwagen oder Kulinarik können problemlos den Schwerpunkt bilden.

Drei Tage sind ideal für Genießer

Mit einem dritten Tag wird der Aufenthalt richtig entspannt. Dann kann beispielsweise Spilamberto, Sassuolo oder eine ausführliche Tour durch mehrere Produzenten im Umland folgen.

Auch ein Kochkurs oder eine längere Verkostung passt gut in einen dreitägigen Aufenthalt.

Wer anschließend weiterreist, kann problemlos Richtung Bologna, Parma oder in die Apenninen fahren.

Praktische Tipps für die Reise nach Modena

Für Dom, Ghirlandina, Ferrari-Museen und besondere Führungen lohnt sich besonders an Wochenenden eine vorherige Reservierung. Ferrari bietet Tickets und Museumspakete direkt über seine offizielle Museumsseite an.

Wer einen traditionellen Balsamico-Hersteller besuchen möchte, sollte ebenfalls nicht davon ausgehen, einfach spontan in jede Acetaia hineinlaufen zu können. Viele Besichtigungen finden nach Anmeldung statt.

Im Sommer gehören Wasser und Sonnenschutz ins Tagesgepäck. Gleichzeitig sind die vielen Arkaden angenehm, weil sie zumindest abschnittsweise Schatten bieten.

Bei einer Unterkunft im historischen Zentrum sollte vor der Anreise mit dem Auto unbedingt die ZTL-Regelung geklärt werden.

Torre della Ghirlandina in Modena am Ende einer schmalen historischen Gasse mit farbigen Hausfassaden, Balkonen und Kopfsteinpflaster.
Torre della Ghirlandina in Modena – Bildnachweis: Borisb17 – iStock-Datei-ID: 2267849774

Häufige Fragen & Antworten für die Reise nach Modena

Ist Modena eine Reise wert?
Ja. Besonders interessant ist Modena für Reisende, die italienische Geschichte, gutes Essen und Motorsport miteinander verbinden möchten. Dom, Ghirlandina und Piazza Grande gehören zum UNESCO-Welterbe, während Ferrari und Balsamico zwei völlig andere Seiten der Stadt zeigen.

Wie viele Tage sollte man für Modena einplanen?
Ein Tag reicht für das historische Zentrum und einzelne Highlights. Zwei Tage sind ideal für Altstadt, Ferrari und Balsamico. Drei Tage ermöglichen zusätzlich Ausflüge nach Maranello, Sassuolo oder Spilamberto.

Was muss man in Modena unbedingt gesehen haben?
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Modena gehören Piazza Grande, Dom, Ghirlandina, Mercato Albinelli, Palazzo Ducale und Museo Enzo Ferrari.

Gehört Modena zum UNESCO-Welterbe?
Der Dom, die Ghirlandina und die Piazza Grande wurden 1997 gemeinsam zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Kann man die Ghirlandina besteigen?
Ja. Der Turm kann zu den entsprechenden Besuchszeiten bestiegen werden. Bis zum Aussichtspunkt müssen ungefähr 200 Stufen bewältigt werden.

Welches Ferrari-Museum liegt direkt in Modena?
Direkt in der Stadt befindet sich das Museo Enzo Ferrari. Das klassische Museo Ferrari liegt im nahe gelegenen Maranello.

Lohnt sich Maranello als Ausflug?
Für Ferrari-Fans unbedingt. Dort befinden sich das Ferrari-Museum, das Werksgelände und das Fiorano-Testgelände. Spezielle Panoramatouren können Einblicke in Bereiche rund um Werk und Teststrecke ermöglichen.

Was sollte man in Modena essen?
Unbedingt probieren sollte man Tortellini, Gnocco fritto, Tigelle beziehungsweise Crescentine, Parmigiano Reggiano und Balsamico. Dazu passt ein regionaler Lambrusco.

Kann man in Modena Balsamico-Manufakturen besuchen?
Ja. In der Stadt und im Umland gibt es zahlreiche Acetaien, die Führungen und Verkostungen anbieten. Auch die kommunale Acetaia kann im Rahmen organisierter Führungen besucht werden.

Kann man Modena gut zu Fuß erkunden?
Ja. Das historische Zentrum ist kompakt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander. Vom Bahnhof lässt sich die Altstadt ebenfalls in wenigen Minuten erreichen.

Braucht man in Modena ein Auto?
Für die Innenstadt nicht. Ein Auto ist vor allem für Acetaien, Pavarottis Wohnhaus und Ausflüge ins Umland praktisch. Wer mit dem Auto fährt, muss die ZTL im historischen Zentrum beachten.

Kann man Bologna und Modena miteinander verbinden?
Ja. Zwischen beiden Städten bestehen direkte Bahnverbindungen, weshalb sie sich hervorragend in einer gemeinsamen Reise durch die Emilia-Romagna kombinieren lassen.

Modena schmeckt nach Italien und klingt nach schnellen Motoren

Modena als Reiseziel lebt von Gegensätzen, die erstaunlich gut zusammenpassen. Auf der Piazza Grande scheint die Zeit zwischen romanischem Dom und mittelalterlichem Glockenturm stehen geblieben zu sein. Nur wenig später steht man unter einem futuristischen gelben Dach zwischen Ferraris und italienischer Ingenieurskunst.

Dann gibt es noch eine dritte Seite: das kulinarische Modena. Tortellini dampfen in der Brühe, Parmigiano wird in dicken Stücken serviert und in dunklen Dachräumen stehen kleine Holzfässer, in denen Balsamico jahrzehntelang reift. Genau diese Genusskultur macht die Stadt zu einem Reiseziel, das man nicht nur besichtigt, sondern tatsächlich schmecken kann.

Hinzu kommen Luciano Pavarotti, die prächtige Vergangenheit der Este und die Nähe zu Bologna, Maranello und weiteren Orten der Emilia-Romagna. So lässt sich Modena problemlos in einem Tag entdecken, aber ebenso gut zum Mittelpunkt einer mehrtägigen Genuss- und Kulturreise machen.

Wer Italien gern etwas langsamer erlebt und neben berühmten Bauwerken auch Märkte, traditionelle Restaurants und regionale Produzenten entdecken möchte, findet in Modena genau die richtige Mischung.


Warst du schon einmal in Modena oder der Emilia-Romagna? Welche Sehenswürdigkeit, Ferrari-Erfahrung, Acetaia oder kulinarische Spezialität würdest du anderen Reisenden für einen Aufenthalt in Modena besonders empfehlen?