Orkney Urlaub: Tipps für Sehenswürdigkeiten, Fähren und Ausflüge

Orkney liegt nördlich des schottischen Festlands und besteht aus vielen Inseln, von denen Mainland die größte und wichtigste ist. Wer hierher reist, sucht meist keine klassische Städtereise und keinen warmen Badeurlaub. Orkney ist ein Ziel für Menschen, die Geschichte, Natur, Meer, Wind, kleine Orte und besondere Landschaften mögen.

Blick auf ein charmantes Dorf an der Küste mit einer markanten Steinkirche und traditionellen Häusern am Wasser.
Küstenort mit historischer Kirche – Bildnachweis: Leamus – iStock-Datei-ID: 1185218995

Die Inselgruppe wirkt ruhig, offen und weit. Es gibt kaum hohe Berge, dafür viel Himmel, grüne Flächen, Klippen, Buchten, alte Steinkreise, Kirchen, kleine Häfen und eine starke Verbindung zum Meer. Gerade diese Mischung macht Orkney so besonders. Man reist nicht wegen großer Showeffekte hierher, sondern wegen der Atmosphäre, der Geschichte und der Landschaft.

Orkney lohnt sich für Kulturfans, Naturfreunde, Paare, Fotografen, Wanderer, Schottland-Reisende und alle, die gern abseits der ganz klassischen Routen unterwegs sind. Die Inseln sind nicht übertrieben touristisch, aber gut genug erschlossen, um sie angenehm zu bereisen. Wer Zeit mitbringt und auch wechselhaftes Wetter akzeptiert, findet hier ein sehr besonderes Reiseziel.

Weite, grüne Hügel erstrecken sich bis zu einer kleinen Bucht mit hellen Häusern am Fuß einer steilen Klippe.
Grüne Küstenlandschaft und Klippen – Bildnachweis: TT – iStock-Datei-ID: 1206033427

Wie bewegt man sich vor Ort?

Auf Mainland, der Hauptinsel von Orkney, kommt man mit dem Auto am flexibelsten voran. Viele Sehenswürdigkeiten liegen verteilt, und mit einem Mietwagen oder dem eigenen Auto kann man die Route gut an Wetter, Licht und Tagesform anpassen. Gerade für Skara Brae, Ring of Brodgar, Yesnaby, Brough of Birsay oder die Churchill Barriers ist ein Auto sehr praktisch.

Trotzdem kann man Orkney auch ohne Auto erleben. Es gibt Busverbindungen, besonders rund um Kirkwall, Stromness und einige wichtige Orte. Man muss dann genauer planen, weil die Takte nicht überall so dicht sind wie in großen Städten. Für Reisende mit Zeit und Geduld ist das aber machbar.

Zwischen den Inseln fahren Fähren. Sie verbinden Mainland mit kleineren Inseln wie Hoy, Rousay, Westray, Sanday oder Stronsay. Wer Inselhüpfen plant, sollte Fahrpläne und Buchungen früh prüfen, vor allem im Sommer und wenn ein Auto mitgenommen werden soll.

Radfahren ist auf Orkney ebenfalls möglich, aber der Wind kann eine echte Rolle spielen. Die Landschaft ist zwar nicht extrem bergig, doch Gegenwind kann anstrengend sein. Wer gern aktiv unterwegs ist, findet trotzdem schöne Strecken, besonders mit guter Kleidung und etwas Flexibilität.

In Kirkwall und Stromness kann man vieles zu Fuß machen. Beide Orte sind überschaubar und eignen sich gut für Spaziergänge, Hafenbummel, kleine Geschäfte, Cafés und Museen. Für die ganze Inselwelt reicht Laufen allein aber natürlich nicht aus.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Highlights

Kirkwall: Hauptstadt mit Kathedrale, Hafen und Inselalltag

Kirkwall ist der Hauptort von Orkney und für viele Reisende der erste richtige Anlaufpunkt. Die Stadt ist klein, aber lebendig genug für einen schönen Aufenthalt. Man findet Geschäfte, Pubs, Restaurants, Unterkünfte, einen Hafen und mehrere kulturelle Sehenswürdigkeiten.

Das wichtigste Bauwerk ist die St Magnus Cathedral. Die rote Sandsteinkathedrale steht mitten im Ort und prägt das Stadtbild. Sie wirkt kräftig, nordisch und historisch, ohne überladen zu sein. Wer Orkney besser verstehen möchte, sollte hier unbedingt hineinschauen.

Rund um die Kathedrale liegen kleine Straßen, Läden und Museen. Kirkwall ist kein Ort für Hektik. Man kann langsam durch den Ort gehen, am Hafen vorbeischauen, etwas essen und sich auf die Inselreise einstimmen.

Fischerboote liegen an einem Pier in einem Küstenort, umgeben von grünen Hügeln und einer lebendigen Bebauung.
Hafenleben in Orkney – Bildnachweis: Nicola Colombo – iStock-Datei-ID: 996079528

Stromness: Hafenort mit engen Gassen und viel Charakter

Stromness liegt im Westen von Mainland und gehört zu den schönsten Orten auf Orkney. Der Ort zieht sich entlang des Wassers, mit engen Gassen, alten Häusern, kleinen Läden und einem Hafen, der sehr gut zur Stimmung der Inseln passt.

Stromness wirkt etwas rauer und maritimer als Kirkwall. Man spürt hier stärker die Verbindung zu Fischerei, Seefahrt und Fähren. Besonders schön ist ein Spaziergang durch die Hauptstraße, die nicht wie eine klassische Einkaufsstraße wirkt, sondern wie ein gewachsener Ort mit viel Geschichte.

Auch für Übernachtungen ist Stromness sehr angenehm. Wer abends gern ruhig am Wasser ist und kurze Wege zum Hafen mag, findet hier eine gute Basis für den Westen der Insel.

Skara Brae: eines der wichtigsten Steinzeitdörfer Europas

Skara Brae gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Orkney und ist ein echter Höhepunkt für Geschichtsfreunde. Die steinzeitliche Siedlung ist ungewöhnlich gut erhalten und zeigt, wie Menschen hier vor vielen tausend Jahren gelebt haben.

Besonders beeindruckend ist, dass man nicht nur einzelne Steine sieht, sondern ganze Hausstrukturen erkennen kann. Räume, Gänge und steinerne Einrichtungen machen den Ort sehr greifbar. Man bekommt ein Gefühl dafür, dass Orkney schon lange vor unserer Zeit ein bedeutender Lebensraum war.

Skara Brae liegt nahe der Bay of Skaill. Dadurch lässt sich der Besuch gut mit einem Spaziergang am Meer verbinden. Gerade bei Wind und wechselndem Licht wirkt der Ort noch eindrücklicher.

Die Grundmauern eines alten Steinhauses sind in den grasbewachsenen Boden eingelassen und blicken auf das offene Meer.
Überreste einer prähistorischen Siedlung – Bildnachweis: Banu R – iStock-Datei-ID: 1398055383

Ring of Brodgar: Steinkreis in weiter Landschaft

Der Ring of Brodgar ist einer der großen Höhepunkte auf Orkney. Der Steinkreis liegt offen in der Landschaft zwischen Wasser, Wiesen und Himmel. Er wirkt nicht übertrieben inszeniert, sondern ruhig und stark durch seine Lage.

Man kann um den Steinkreis herumgehen und die Umgebung auf sich wirken lassen. Dabei merkt man schnell, dass der Ort nicht nur wegen der einzelnen Steine spannend ist. Die ganze Landschaft gehört spürbar zum Erlebnis dazu.

Besonders schön ist ein Besuch am Morgen oder am späteren Nachmittag. Dann ist es oft ruhiger, und das Licht passt gut zur offenen Landschaft. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, weil Wege je nach Wetter nass oder matschig sein können.

Standing Stones of Stenness und Maeshowe: Orkneys steinzeitliches Herz

Nicht weit vom Ring of Brodgar entfernt liegen die Standing Stones of Stenness. Diese Steine gehören zu den ältesten Monumenten der Region und sind ein weiterer wichtiger Teil der steinzeitlichen Landschaft von Orkney.

Ebenfalls sehenswert ist Maeshowe, ein großes Kammergrab. Der Besuch ist besonders interessant, weil man dort nicht nur die Bauweise sieht, sondern auch die spätere Geschichte des Ortes spürt. Wer Maeshowe besuchen möchte, sollte rechtzeitig planen, da Besichtigungen oft organisiert und zeitlich begrenzt sind.

Zusammen mit Skara Brae und dem Ring of Brodgar zeigen diese Orte, warum Orkney für Archäologie und Frühgeschichte so bedeutend ist. Die Inseln erzählen hier eine Geschichte, die viel älter ist als Burgen, Kathedralen oder bekannte schottische Städte.

Yesnaby Cliffs: raue Küste und starke Ausblicke

Die Klippen von Yesnaby gehören zu den schönsten Naturorten auf Mainland. Hier trifft das Meer direkt auf Felsen, Gras, Wind und weiten Himmel. Man kann entlang der Küste spazieren und immer wieder neue Blicke auf Brandung, Felsformationen und offene See genießen.

Der Ort ist besonders schön für Fotografen und Naturfreunde. Man braucht aber gutes Schuhwerk und sollte vorsichtig bleiben. Die Klippen sind nicht überall gesichert, und der Wind kann kräftig sein.

Yesnaby ist kein Ort, den man bei sehr schlechtem Wetter erzwingen sollte. Bei passenden Bedingungen ist der Weg entlang der Küste aber einer der schönsten Spaziergänge auf Orkney.

Brough of Birsay: Gezeiteninsel mit Geschichte und Meerblick

Der Brough of Birsay liegt im Nordwesten von Mainland und ist eine kleine Gezeiteninsel. Bei Ebbe kann man über einen Damm hinüberlaufen. Genau deshalb muss man den Besuch gut planen und die Gezeiten beachten.

Auf der Insel findet man historische Spuren, Küstenblicke und oft auch gute Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Besonders in der passenden Saison können Papageitaucher und andere Seevögel ein Grund sein, diesen Ort einzuplanen.

Auch wenn man nicht hinübergeht, lohnt sich die Gegend. Die Küste ist schön, die Lage offen und der Blick aufs Meer sehr typisch für Orkney. Wer gern etwas abseits der bekanntesten Routen unterwegs ist, wird diesen Ort mögen.

Ein markanter, freistehender Felsen ragt vor einer steilen Küstenklippe aus dem tiefblauen Meer hervor.
Spektakuläre Felsformation im Meer – Bildnachweis: hstiver – iStock-Datei-ID: 484371438

Scapa Flow: Naturhafen mit großer Geschichte

Scapa Flow ist ein großer Naturhafen und spielt in der Geschichte Orkneys eine wichtige Rolle. Besonders im Ersten und Zweiten Weltkrieg hatte dieser Ort strategische Bedeutung. Heute wirkt die Landschaft ruhig, aber unter der Oberfläche steckt viel Geschichte.

Für Besucher ist Scapa Flow auf unterschiedliche Weise interessant. Man kann Aussichtspunkte anfahren, Museen besuchen oder sich mit der Marinegeschichte der Region beschäftigen. Auch Taucher kennen Scapa Flow wegen der Wracks.

Selbst wer sich nicht tief mit Militärgeschichte beschäftigt, merkt, dass Orkney durch seine Lage im Norden Europas immer ein wichtiger Ort für Seefahrt und Verteidigung war. Scapa Flow macht diese Seite der Inseln besonders deutlich.

Italian Chapel und Churchill Barriers: bewegende Geschichte auf kleinem Raum

Die Italian Chapel gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten auf Orkney. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von italienischen Kriegsgefangenen gestaltet und ist ein kleines, sehr berührendes Bauwerk. Von außen wirkt sie schlicht, innen überrascht sie durch ihre liebevolle Gestaltung.

In der Nähe liegen die Churchill Barriers. Diese Dämme verbinden mehrere Inseln und wurden ebenfalls im Krieg errichtet, um Scapa Flow besser zu schützen. Heute dienen sie auch als Straßenverbindung und gehören fest zur Route durch den Süden von Orkney.

Ein Ausflug hierher verbindet Geschichte, Landschaft und Meer. Man sieht, wie eng auf Orkney Natur, Alltag und Vergangenheit miteinander verbunden sind.

Hoy und der Old Man of Hoy: Orkneys wilde Seite

Hoy ist eine der bekanntesten kleineren Inseln von Orkney. Sie wirkt hügeliger, wilder und dramatischer als Mainland. Besonders berühmt ist der Old Man of Hoy, eine hohe Felsnadel vor der Küste.

Der Old Man of Hoy ist nicht direkt mal eben vom Parkplatz aus zu sehen. Wer ihn erleben möchte, muss eine Wanderung einplanen und auf Wetter, Kondition und Zeit achten. Dafür bekommt man eine der eindrucksvollsten Küstenlandschaften der Inselgruppe.

Hoy eignet sich gut für einen Tagesausflug, wenn man etwas mehr Zeit auf Orkney hat. Die Fähre, die Landschaft und die ruhigere Atmosphäre machen die Insel zu einem starken Kontrast zu Kirkwall oder den bekannten Steinzeitstätten.

Rousay: kleine Insel mit viel Archäologie

Rousay ist eine gute Wahl für Reisende, die Orkney etwas tiefer erleben möchten. Die Insel liegt nördlich von Mainland und ist bekannt für viele archäologische Stätten auf vergleichsweise kleinem Raum.

Man findet dort Kammergräber, alte Siedlungsreste, Küstenblicke und ruhige Straßen. Rousay wird manchmal wie eine Art Freilichtmuseum beschrieben, weil Geschichte und Landschaft hier sehr eng zusammenliegen.

Für einen Besuch sollte man die Fähre gut planen. Mit Auto oder Fahrrad ist man auf der Insel deutlich flexibler. Wer sich für Frühgeschichte interessiert und nicht nur die bekanntesten Orte sehen möchte, sollte Rousay in Betracht ziehen.

Strände und Buchten: Orkney von seiner ruhigen Seite

Orkney ist kein klassisches Badeziel, aber die Strände sind oft wunderschön. Breite Buchten, heller Sand, klares Wasser und viel Ruhe machen sie besonders. Die Bay of Skaill, Waulkmill Bay oder kleinere Strände auf den Inseln zeigen Orkney von einer sehr sanften Seite.

Zum Baden ist das Wasser meist frisch, auch im Sommer. Viele Besucher kommen eher zum Spazieren, Fotografieren, Picknicken oder Durchatmen. Gerade an sonnigen Tagen wirken die Strände fast überraschend hell und freundlich.

Man sollte immer Wind, Wetter und Gezeiten beachten. Orkneys Küste ist schön, aber nicht mit einem warmen Mittelmeerstrand zu vergleichen. Genau dieser Unterschied macht sie reizvoll.

Ein kleines Ruderboot liegt in kristallklarem Wasser vor einem hellen Sandstrand an der Küste von Orkney.
Malerische Bucht mit einsamem Boot – Bildnachweis: Jule_Berlin – iStock-Datei-ID: 178111485

Wie kommt man hin?

Orkney erreicht man entweder per Fähre oder mit dem Flugzeug. Die Fähren sind für viele Reisende die schönste Art der Anreise, weil man langsam auf die Inselwelt zukommt. Es gibt Verbindungen vom schottischen Festland nach Stromness, Kirkwall oder St Margaret’s Hope, je nach Route und Anbieter.

Eine beliebte Verbindung führt von Scrabster nach Stromness. Wer aus Richtung Inverness oder schottischem Hochland kommt, kann diese Route gut einbauen. Außerdem gibt es Fährverbindungen ab Aberdeen sowie ab Gills Bay nach St Margaret’s Hope.

Mit dem Flugzeug reist man meist über Kirkwall Airport an. Verbindungen bestehen vor allem zu schottischen Städten wie Edinburgh, Glasgow, Aberdeen oder Inverness. Für Reisende aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz bedeutet das meistens einen Umstieg auf dem britischen Festland.

Wer mit dem eigenen Auto oder Camper unterwegs ist, sollte Fährplätze früh buchen. Besonders im Sommer können beliebte Zeiten schnell knapp werden. Auch Unterkünfte und Mietwagen sollte man rechtzeitig planen, weil die Auswahl auf den Inseln begrenzt ist.

Für die Einreise nach Großbritannien sollten Reisende außerdem die aktuellen Regeln prüfen. Je nach Staatsangehörigkeit kann vor der Reise eine elektronische Reisegenehmigung nötig sein.

Was isst man auf Orkney?

Orkney hat eine bodenständige, regionale Küche, die stark vom Meer und von der Landwirtschaft geprägt ist. Fisch, Krabben, Jakobsmuscheln, Hummer, Rindfleisch, Lamm, Käse, Brot und einfache Gerichte spielen eine wichtige Rolle.

Besonders bekannt sind Meeresfrüchte. Wer gern Fisch isst, sollte auf Orkney frische Gerichte probieren. Jakobsmuscheln, Krabben, weißer Fisch oder Räucherfisch passen sehr gut zu einer Reise an diese Küste.

Auch Fleischprodukte von Orkney haben einen guten Ruf. Rind und Lamm kommen oft aus regionaler Haltung und werden in Pubs oder Restaurants eher schlicht, aber kräftig serviert. Dazu passen Kartoffeln, Gemüse und ein lokales Bier.

Orkney ist außerdem für Käse, Backwaren und Whisky bekannt. Die Highland Park Distillery in Kirkwall ist vielen Whiskyfreunden ein Begriff. Wer Whisky mag, kann eine Verkostung oder Führung einplanen, sollte aber früh reservieren.

In Kirkwall und Stromness findet man Pubs, Cafés, kleine Restaurants und Bäckereien. Auf kleineren Inseln ist die Auswahl begrenzter. Dort sollte man vorher prüfen, was geöffnet ist, oder sich etwas Proviant mitnehmen.

Ein beeindruckender Kreis aus aufrechten, alten Steinen steht in einer weiten, hügeligen Landschaft unter blauem Himmel.
Megalithische Steinkreis-Anlage – Bildnachweis: Jule_Berlin – iStock-Datei-ID: 168729840

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Orkney liegt meist zwischen Mai und September. Dann sind die Tage lang, viele Sehenswürdigkeiten gut erreichbar, Fähren und Touren laufen häufiger, und die Chancen auf angenehme Spaziergänge sind besser.

Juni, Juli und August sind die beliebtesten Monate. Die Tage sind sehr lang, die Natur ist grün, und viele Besucher kommen zum Wandern, Fotografieren, für Geschichte und Vogelbeobachtung. Gleichzeitig sollte man in dieser Zeit früh buchen, weil Unterkünfte, Fähren und Mietwagen stärker gefragt sind.

Mai und September sind oft sehr schöne Alternativen. Es ist etwas ruhiger, die Landschaft bleibt reizvoll, und man kann viele Orte entspannter erleben. Das Wetter kann natürlich wechselhaft sein, aber das gilt auf Orkney ohnehin das ganze Jahr.

Der Winter ist rauer, dunkler und windiger. Für klassische Erstbesucher ist er nicht die einfachste Zeit. Wer aber Ruhe, dramatisches Licht, wenig Tourismus und eine sehr nordische Stimmung sucht, kann Orkney auch im Winter interessant finden.

Grundsätzlich sollte man auf Orkney immer wetterfeste Kleidung einpacken. Wind und Regen können schnell kommen, auch wenn der Tag schön beginnt. Eine gute Jacke, feste Schuhe und flexible Planung gehören hier einfach zur Reise.

Für wen lohnt sich das Reiseziel?

Orkney lohnt sich besonders für Reisende, die Geschichte und Natur verbinden möchten. Die steinzeitlichen Monumente, alten Orte, Küstenwege und kleinen Häfen ergeben eine Mischung, die man nicht an vielen Orten findet.

Für Paare ist Orkney ein schönes Ziel, wenn sie ruhige Tage, Spaziergänge, gutes Essen und besondere Landschaften mögen. Es ist kein klassisches Romantikziel, aber gerade die Ruhe und Weite machen die Reise sehr angenehm.

Familien können Orkney gut besuchen, wenn Kinder sich für Natur, Tiere, Schiffe und alte Geschichten interessieren. Viele Orte liegen draußen, und die Wege sind oft nicht zu kompliziert. Man sollte aber Wetter und Fahrzeiten realistisch einplanen.

Kulturfans kommen auf Orkney sehr stark auf ihre Kosten. Skara Brae, Ring of Brodgar, St Magnus Cathedral, Maeshowe, Museen, Scapa Flow und viele kleinere Stätten bieten genug Stoff für mehrere Tage.

Naturfreunde mögen Orkney wegen der Klippen, Strände, Vogelwelt, Robben, offenen Landschaften und kleinen Inseln. Wer gerne wandert, fotografiert oder einfach draußen ist, findet hier viele gute Gründe zu bleiben.

Für Badeurlauber ist Orkney weniger geeignet. Die Strände sind schön, aber das Wasser bleibt kühl, und das Wetter ist nicht auf Sonnenurlaub ausgelegt. Wer aber Küste, Wind und Weite liebt, wird genau daran Freude haben.

Historische Steinruinen mit grasbewachsenen Mauern direkt an einer Bucht unter einem bewölkten Himmel.
Archäologische Stätte am Meer – Bildnachweis: Lumir Pecold – iStock-Datei-ID: 2203977410

Häufige Fragen und Antworten

Wie viele Tage sollte man für Orkney einplanen?

Für einen ersten guten Eindruck sind drei bis fünf Tage sinnvoll. Wer zusätzlich Hoy, Rousay oder weitere Inseln besuchen möchte, sollte eher eine Woche einplanen.

Ist Orkney ohne Auto machbar?

Ja, aber mit Einschränkungen. Kirkwall, Stromness und einige wichtige Orte sind mit Bus und Touren erreichbar. Mit Auto ist man deutlich flexibler, besonders bei Wetterwechseln und abgelegenen Sehenswürdigkeiten.

Ist Orkney teuer?

Orkney ist nicht unbedingt billig, vor allem wegen Anreise, Fähren, Mietwagen und begrenzter Unterkunftsauswahl. Wer früh bucht und einfache Unterkünfte nutzt, kann die Kosten besser steuern.

Kann man Orkney mit Shetland kombinieren?

Ja, das ist möglich, besonders über Fährverbindungen oder Flüge. Man sollte aber genug Zeit einplanen, denn beide Inselgruppen verdienen mehr als nur einen kurzen Abstecher.

Sind die Orkney-Inseln sehr touristisch?

Orkney ist beliebt, aber nicht so überlaufen wie manche bekannten Orte in Schottland. Im Sommer kann es an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten voller werden. Insgesamt bleibt die Stimmung aber eher ruhig.

Kann man auf Orkney Papageitaucher sehen?

Ja, in der passenden Saison kann man Papageitaucher an bestimmten Küstenabschnitten sehen, zum Beispiel auf Hoy oder rund um Birsay. Eine Garantie gibt es nicht, und man sollte Abstand zu den Vögeln halten.

Welche Kleidung braucht man für Orkney?

Wichtig sind wind- und regenfeste Kleidung, feste Schuhe, warme Schichten und eine Mütze oder Kapuze. Auch im Sommer kann es kühl und windig werden.

Ist Orkney für Wohnmobil-Reisende geeignet?

Ja, Orkney kann gut mit Wohnmobil bereist werden. Fähren und Stellplätze sollte man aber früh planen. Wildes Parken ist nicht überall passend, deshalb sollte man Rücksicht auf Regeln, Natur und Anwohner nehmen.

Kann man auf Orkney Nordlichter sehen?

Ja, es ist möglich, besonders in klaren Winternächten. Auf Orkney werden sie oft als Merry Dancers bezeichnet. Garantieren kann man sie aber natürlich nicht.

Welche Insel sollte man neben Mainland besuchen?

Hoy ist gut für dramatische Landschaften und den Old Man of Hoy. Rousay ist spannend für Archäologie. Wer mehr Zeit hat, kann auch Westray, Sanday oder andere Inseln einplanen.

Orkney bleibt als ruhige Reise in den Norden in Erinnerung

Orkney ist kein Reiseziel, das sich über laute Attraktionen verkauft. Die Inseln wirken durch ihre Weite, ihre Geschichte und die Nähe zum Meer. Man fährt über schmale Straßen, sieht Steinkreise im Wind, läuft an Klippen entlang und sitzt abends vielleicht in einem kleinen Pub in Kirkwall oder Stromness.

Besonders schön ist, dass Orkney nicht nur ein einzelnes Highlight hat. Die Reise lebt von vielen Eindrücken. Skara Brae, Ring of Brodgar, St Magnus Cathedral, Stromness, Yesnaby, Scapa Flow und die kleineren Inseln ergeben zusammen ein sehr eigenes Bild.

Wer Schottland liebt und eine ruhigere, geschichtlich starke Inselwelt sucht, sollte Orkney unbedingt im Blick behalten. Es ist ein Ziel für Menschen, die gerne draußen sind, langsam reisen und Orte mögen, die nicht sofort alles preisgeben.


Warst du schon einmal auf Orkney oder auf einer anderen schottischen Insel? Welche Ziele in Schottland kannst du anderen Lesern empfehlen? Und welche Reise steht als nächstes auf deinem Plan? Schreib deine Erfahrungen und Tipps gerne in die Kommentare.