Panades auf Mallorca: Das steckt hinter der traditionellen Spezialität

Nahaufnahme mehrerer runder Panades mit goldbrauner Kruste, einer traditionellen Spezialität der mallorquinischen Küche

Mallorcas Panades: Diese Spezialität solltest du unbedingt probieren

Wer auf Mallorca nicht nur Paella, Ensaimada oder Sobrasada probieren möchte, sollte nach Panades Ausschau halten. Die kleinen herzhaften Teigpasteten gehören zur traditionellen mallorquinischen Küche und sind besonders eng mit der Osterzeit verbunden. Gefüllt werden sie je nach Rezept mit Fleisch, Erbsen, Sobrasada oder anderen Zutaten.

Stapel runder, gefüllter Panades mit geflochtenem Rand auf Tabletts; Schild „Panades Tumbet 2.50 €“, daneben Zange und weiteres Gebäck auf einem Marktstand.
Mallorquinische Panades auf dem Wochenmarkt – Bildnachweis: Jeanne Emmel – iStock-Datei-ID: 1220135152

Optisch wirken Panades zunächst relativ schlicht. Ein runder Teigmantel umschließt die Füllung vollständig und wird oben mit einem Teigdeckel verschlossen. Gerade diese einfache Form gehört jedoch zu ihrem Charakter. Im Inneren entsteht beim Backen eine saftige, würzige Füllung, während der Teig außen stabil und leicht mürbe wird.

Auf Mallorca findet man unterschiedliche Familienrezepte und Varianten. Deshalb gibt es nicht die eine Panada, die überall exakt gleich schmeckt. Genau das macht die Spezialität interessant: Panades sind ein Stück mallorquinische Hausmannskost, bei dem Tradition und persönliche Familienrezepte eng miteinander verbunden sind.

Panades gehören zur traditionellen Küche Mallorcas

Panades werden auf Mallorca seit Generationen zubereitet. Besonders wichtig sind sie rund um Ostern, wenn in vielen Familien gemeinsam gebacken wird. Neben Panades gehören dann auch andere traditionelle Gebäcke wie Robiols und Crespells zur Saison.

Während Robiols und Crespells eher die süße Seite der Osterbäckerei repräsentieren, sind Panades herzhaft. Traditionell spielte Lammfleisch bei der Füllung eine wichtige Rolle. Heute gibt es daneben zahlreiche Varianten mit Schweinefleisch, Erbsen, Sobrasada oder Kombinationen verschiedener Zutaten.

Das gemeinsame Zubereiten gehört für viele Familien ebenso zur Tradition wie das spätere Essen. Häufig werden gleich größere Mengen hergestellt, sodass mehrere Bleche in den Ofen wandern.

Wer Mallorca während der Osterzeit besucht, begegnet Panades besonders häufig in Bäckereien und traditionellen Geschäften. Doch auch außerhalb dieser Wochen lassen sich die herzhaften Pasteten auf der Insel finden.

Mehrere goldbraune Panades liegen auf goldenen Tabletts an einem Marktstand.
Frisch gebackene Panades auf dem Markt – Bildnachweis: Neme Jimenez – iStock-Datei-ID: 1402598468

Was steckt in einer klassischen Panada?

Das Grundprinzip ist erstaunlich einfach. Außen befindet sich ein stabiler Teig, innen eine herzhafte Füllung. Traditionell wird der Teig unter anderem aus Mehl, Wasser und Fett hergestellt. Je nach Familienrezept können die genaue Zusammensetzung und die verwendeten Mengen unterschiedlich sein.

Auch bei der Füllung gibt es keine einzige verbindliche Variante. Besonders bekannt sind Panades mit Lammfleisch. Das Fleisch wird in kleinen Stücken in den ungebackenen Teig gegeben und während des Backens gegart.

Andere Rezepte kombinieren Fleisch mit Erbsen oder kleinen Mengen Sobrasada. Die mallorquinische Paprikawurst bringt zusätzliche Würze und Fett in die Füllung und sorgt für einen besonders kräftigen Geschmack.

Daneben existieren Panades, bei denen Erbsen stärker im Mittelpunkt stehen. Dadurch lässt sich die Spezialität durchaus unterschiedlich interpretieren, ohne ihren traditionellen Charakter vollständig zu verlieren.

Warum Panades besonders zu Ostern gegessen werden

Die starke Verbindung zwischen Panades und Ostern hat historische und religiöse Hintergründe. Nach der Fastenzeit spielten Fleischgerichte traditionell wieder eine größere Rolle. Gleichzeitig fällt Ostern in eine Jahreszeit, in der bestimmte landwirtschaftliche Produkte verfügbar waren.

Auf Mallorca entwickelten sich daraus verschiedene kulinarische Ostertraditionen. Panades, Robiols und Crespells werden bis heute eng mit diesen Tagen verbunden.

In vielen Familien ist das Backen ein gemeinschaftliches Ereignis. Teig wird vorbereitet, Fleisch geschnitten, Erbsen bereitgestellt und anschließend werden zahlreiche kleine Pasteten von Hand geformt.

Gerade diese familiäre Komponente erklärt, warum Diskussionen über das „richtige“ Panades-Rezept schwierig sind. Viele Mallorquiner kennen die Variante ihrer Eltern oder Großeltern und genau dieses Rezept gilt innerhalb der Familie als das traditionelle.

Kinderhände geben Fleisch und Erbsen in eine geformte Panada.
Füllung für Panades im Teigkörbchen – Bildnachweis: MFG_Fotografia – iStock-Datei-ID: 1218060854

Der Teig wird von Hand geformt

Für Panades benötigt man normalerweise keine spezielle Backform. Aus einer Portion Teig wird zunächst der Boden geformt. Mit den Fingern zieht man anschließend einen Rand nach oben, sodass eine kleine runde Teigschale entsteht.

In diese Schale kommt die rohe beziehungsweise vorbereitete Füllung. Danach wird aus einem weiteren Stück Teig ein Deckel geformt und aufgesetzt. Boden und Deckel werden am Rand sorgfältig miteinander verbunden.

Das Verschließen ist nicht nur dekorativ. Die Pastete soll beim Backen möglichst geschlossen bleiben, damit Fleischsaft und Aromen im Inneren erhalten bleiben.

Wer Panades zum ersten Mal selbst herstellt, wird vermutlich keine vollkommen gleichmäßigen Exemplare formen. Das ist kein Problem. Gerade die handgemachte Optik gehört zu dieser Spezialität dazu.

Einfaches Rezept für mallorquinische Panades

Für eine unkomplizierte Variante kann man Panades mit Schweinefleisch, Erbsen und etwas Sobrasada zubereiten. Wer es traditioneller mit Lamm mag, kann das Schweinefleisch entsprechend ersetzen.

Für etwa acht mittelgroße Panades benötigt man für den Teig ungefähr 500 Gramm Weizenmehl, 150 Milliliter Wasser, 100 Milliliter Olivenöl, rund 100 Gramm Schweineschmalz und etwas Salz. Abhängig vom verwendeten Mehl kann etwas mehr oder weniger Flüssigkeit erforderlich sein.

Für die Füllung eignen sich etwa 350 bis 400 Gramm klein gewürfeltes Fleisch, rund 150 Gramm Erbsen und etwa 80 Gramm Sobrasada. Hinzu kommen Salz und etwas schwarzer Pfeffer. Beim Salzen sollte man berücksichtigen, dass Sobrasada bereits kräftig gewürzt ist.

Zunächst Wasser, Öl, weiches Schmalz und Salz miteinander vermischen. Anschließend das Mehl portionsweise einarbeiten und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Er sollte gut formbar sein und nicht stark an den Händen kleben.

Nun den Teig in größere Portionen für die Böden und kleinere Portionen für die Deckel aufteilen. Aus den größeren Stücken mit den Händen kleine Schalen formen. Fleisch und Erbsen hineingeben und jeweils etwas Sobrasada darauf verteilen.

Anschließend die Teigdeckel auflegen und die Ränder sorgfältig zusammendrücken. Traditionell kann der Rand mit den Fingern leicht verziert werden.

Die Panades kommen anschließend in den vorgeheizten Backofen und werden bei ungefähr 180 Grad gebacken, bis der Teig goldgelb bis leicht gebräunt und die Füllung vollständig durchgegart ist. Abhängig von Größe und Backofen sollte man etwa 45 bis 60 Minuten einplanen.

Besonders bei Fleischfüllungen ist entscheidend, dass das Fleisch im Inneren vollständig gegart ist. Wer sich unsicher ist, kann eine Panada öffnen und die Füllung kontrollieren.

Hände formen eine ungebackene Panada, daneben Schüsseln mit Fleisch und Erbsen.
Panades werden von Hand geformt – Bildnachweis: MFG_Fotografia – iStock-Datei-ID: 1218061583

Panades mit Lamm

Eine der bekanntesten traditionellen Varianten wird mit Lammfleisch gefüllt. Das passt auch zur historischen Verbindung der Panades mit der Osterzeit.

Das Fleisch wird in kleine Stücke geschnitten und gewürzt. Je nach Familienrezept kommen zusätzlich Erbsen, Sobrasada oder Speck hinzu.

Lamm besitzt einen charakteristischen Geschmack, der deutlich kräftiger ausfallen kann als bei einer Variante mit Schweinefleisch. Wer traditionelle mallorquinische Küche kennenlernen möchte, sollte diese Version zumindest einmal probieren.

Gerade während der Osterzeit findet man in traditionellen Bäckereien unterschiedliche Varianten, sodass sich ein kleiner Vergleich durchaus lohnt.

Panades mit Erbsen

Sehr beliebt sind auch Panades mit Erbsen, die auf Mallorca häufig als panades de pèsols bezeichnet werden. Je nach Rezept werden die Erbsen allein oder gemeinsam mit Fleisch und Sobrasada verwendet.

Die Erbsen bringen eine leichte Süße in die ansonsten würzige Füllung. Zusammen mit dem mürben Teig entsteht dadurch ein interessanter Kontrast.

Wer eine vegetarische Variante herstellen möchte, kann grundsätzlich ebenfalls mit Gemüsefüllungen experimentieren. Das entspricht zwar nicht unbedingt jeder traditionellen Familienversion, zeigt aber, wie flexibel das Grundprinzip der kleinen Pasteten ist.

Wichtig ist bei Gemüsefüllungen, dass diese nicht zu viel Flüssigkeit enthalten. Andernfalls kann der Teig während des Backens weich werden oder aufbrechen.

Nahaufnahme mehrerer runder Panades mit goldbrauner Kruste, einer traditionellen Spezialität der mallorquinischen Küche
Traditionelle mallorquinische Panades – Herzhaft gefüllte Teigtaschen frisch gebacken – Bildnachweis: MFG_Fotografia Stock-Datei-ID: 1218060838

Sobrasada sorgt für typisch mallorquinische Würze

Eine kleine Menge Sobrasada de Mallorca kann den Geschmack einer Panada deutlich verändern. Die weiche Paprikawurst schmilzt beim Backen teilweise und verteilt ihre Würze in der Füllung.

Dabei braucht man gar nicht besonders viel. Schon kleine Stücke zwischen Fleisch und Erbsen reichen aus, um ein kräftigeres Aroma zu erhalten.

Wer Sobrasada verwendet, sollte mit zusätzlichem Salz vorsichtig umgehen. Abhängig vom Produkt bringt die Wurst bereits genügend Würze mit.

Zusammen mit Lamm oder Schweinefleisch entsteht eine besonders herzhafte Variante, die deutlich macht, wie stark Panades mit der traditionellen Küche der Insel verbunden sind.

Warm oder kalt – wie schmecken Panades am besten?

Frisch aus dem Backofen sollte man Panades zunächst etwas abkühlen lassen. Die Füllung kann sehr heiß sein und der Teig wird nach einer kurzen Ruhezeit stabiler.

Viele Mallorquiner essen Panades auch kalt oder bei Zimmertemperatur. Dadurch eignen sie sich hervorragend zum Mitnehmen, für ein Picknick oder als herzhafter Snack.

Am nächsten Tag schmecken sie häufig ebenfalls noch sehr gut. Wer sie lieber warm mag, kann sie vorsichtig im Backofen erwärmen.

Gerade diese unkomplizierte Aufbewahrung war früher praktisch. Eine vollständig geschlossene Pastete ließ sich leichter transportieren als viele andere Fleischgerichte.

Wie gesund sind Panades?

Panades sind eine herzhafte Spezialität und sollten eher als vollständiger Snack oder kleine Mahlzeit betrachtet werden als als leichtes Gebäck. Der Teig liefert vor allem Kohlenhydrate und Fett, während Fleisch zusätzlich Protein beisteuert.

Erbsen bringen Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und verschiedene Mikronährstoffe mit. Welche Nährwerte eine einzelne Panada tatsächlich besitzt, hängt jedoch stark von Größe, Teigrezept und Füllung ab.

Durch Schmalz beziehungsweise Öl und eine mögliche Zugabe von Sobrasada können Panades relativ energiereich sein. Das macht sie nicht automatisch zu einem schlechten Lebensmittel – entscheidend sind wie so oft Menge und gesamte Ernährung.

Eine Panada mit Salat oder Gemüse kann beispielsweise problemlos eine kleine Mahlzeit ergeben. Wer selbst backt, kann außerdem die Zusammensetzung der Füllung beeinflussen und beispielsweise mehr Erbsen und etwas weniger fettreiche Zutaten verwenden.

Darauf sollte man beim Kauf achten

Wer Panades auf Mallorca kaufen möchte, sollte nach Möglichkeit eine traditionelle Bäckerei oder einen Forn ausprobieren. Besonders während der Osterzeit ist die Auswahl häufig groß.

Es lohnt sich zu fragen, welche Füllung verwendet wurde. Von außen lässt sich schließlich kaum erkennen, ob sich Lamm, Schweinefleisch, Erbsen oder eine Kombination im Inneren befindet.

Der Teig sollte nicht unangenehm fettig oder völlig durchweicht wirken. Gleichzeitig darf man von einer traditionellen Panada keinen luftigen Blätterteig erwarten. Der Teig ist bewusst kompakter und muss die Füllung sicher umschließen.

Wer verschiedene Bäckereien besucht, wird vermutlich Unterschiede feststellen. Genau das ist Teil des Erlebnisses, denn Panades sind stark von lokalen und familiären Rezepten geprägt.

Panades sind nicht dasselbe wie Empanadas

Der Name kann zunächst verwirren. Panades erinnern zwar an verschiedene gefüllte Teigtaschen aus Spanien und Lateinamerika, besitzen auf Mallorca aber ihre eigene Form und Tradition.

Eine klassische mallorquinische Panada ist normalerweise rund und vollständig geschlossen. Die Seiten stehen relativ hoch und oben befindet sich ein eigener Teigdeckel.

Empanadas können dagegen je nach Region vollkommen anders aussehen und werden häufig halbmondförmig hergestellt. Auch Teig und Füllungen unterscheiden sich.

Wer auf Mallorca in einer Bäckerei nach Panades fragt, bekommt deshalb eine sehr charakteristische Spezialität der Insel und nicht einfach irgendeine spanische Teigtasche.

Ein Stück Mallorca, das viele Urlauber übersehen

Mallorcas Küche besteht aus wesentlich mehr als den Gerichten, die auf Speisekarten in den großen Ferienorten auftauchen. Gerade traditionelle Backwaren erzählen viel über die Geschichte und Alltagskultur der Insel.

Panades sind dafür ein schönes Beispiel. Ihre Zutaten sind vergleichsweise einfach, die Zubereitung benötigt keine komplizierte Technik und trotzdem existieren unzählige Varianten.

Besonders interessant wird die Spezialität, wenn man sie dort probiert, wo sie noch nach traditionellen Rezepten hergestellt wird. Ein kleiner Forn in einem mallorquinischen Ort kann kulinarisch manchmal genauso spannend sein wie ein bekanntes Restaurant am Meer.

Wer während der Osterzeit auf Mallorca unterwegs ist, sollte deshalb unbedingt nach Panades Ausschau halten. Aber auch zu anderen Jahreszeiten lohnt sich die Frage in einer traditionellen Bäckerei.

Vielleicht schmeckt die erste Panada mit Lamm, die nächste mit Erbsen und eine dritte mit Sobrasada vollkommen anders. Genau darin liegt ein Teil ihres Reizes: Es gibt nicht nur eine Panada – sondern viele mallorquinische Familienrezepte und Varianten, die bis heute weitergegeben werden.

Habt ihr auf Mallorca schon einmal Panades probiert? Welche Füllung mögt ihr am liebsten – Lamm, Fleisch mit Erbsen oder eine Variante mit Sobrasada? Wir freuen uns über eure Erfahrungen, Familienrezepte und kulinarischen Mallorca-Tipps in den Kommentaren.

AI-Assisted: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung vom Autor geprüft und redaktionell überarbeitet.