Poitiers: Eine geschichtsträchtige Stadt abseits der großen Touristenströme

Poitiers liegt im Westen Frankreichs in der Region Nouvelle-Aquitaine und ist die historische Hauptstadt der Landschaft Poitou. Die Stadt breitet sich auf einem Plateau zwischen den Flusstälern von Clain und Boivre aus. Dadurch entstanden natürliche Höhenunterschiede, Aussichtspunkte und grüne Bereiche direkt unterhalb des historischen Zentrums.

Stadtpanorama von Poitiers mit Kirchen, historischen Häusern und grünen Bäumen
Historische Skyline mit Kirchen und Altstadtdächern – Bildnachweis: margouillatphotos – iStock-Datei-ID: 1500222819

Obwohl Poitiers zahlreiche Kirchen, mittelalterliche Gebäude und Museen besitzt, wirkt die Stadt nicht wie ein stilles Freilichtmuseum. Die Universität, junge Einwohner, Cafés und kulturelle Einrichtungen sorgen für eine lebendige französische Studentenstadt, die Tradition und Gegenwart angenehm miteinander verbindet.

Die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten in Poitiers liegen relativ nah beieinander. Ein Stadtrundgang führt durch Fußgängerzonen, über kleine Plätze und vorbei an Fassaden aus hellem Stein. Trotzdem lohnt es sich, mindestens zwei Tage zu bleiben und die Stadt nicht nur als Zwischenstopp auf dem Weg zum Futuroscope zu betrachten.

Reisende blickt über Poitiers mit historischen Kirchen und roten Dächern
Panoramablick über die Dächer von Poitiers – Bildnachweis: margouillatphotos – iStock-Datei-ID: 1500238341

Notre-Dame-la-Grande ist das berühmteste Wahrzeichen

Die Kirche Notre-Dame-la-Grande steht mitten im historischen Zentrum und gehört zu den bedeutendsten Beispielen romanischer Baukunst in Frankreich. Besonders auffällig ist ihre reich geschmückte Westfassade, deren Figuren, Bögen und Reliefs biblische Geschichten darstellen. Die heutige Kirche entstand überwiegend im 11. und 12. Jahrhundert.

Viele Details lassen sich erst bei genauerem Hinsehen erkennen. Propheten, Könige und Szenen rund um die Geburt Christi verteilen sich über mehrere Ebenen. Die beiden seitlichen Türmchen mit ihren kegelförmigen Dächern verleihen Notre-Dame-la-Grande zusätzlich ein unverwechselbares Aussehen.

Die Kirche ist derzeit wegen umfangreicher Restaurierungsarbeiten geschlossen. Die berühmte Fassade bleibt jedoch von außen sichtbar. Im Tourismusbüro an der Place Charles-de-Gaulle informiert eine kostenlose Ausstellung über die Arbeiten und die Geschichte des Bauwerks. Vor der Reise sollte der aktuelle Stand der Restaurierung in Poitiers erneut geprüft werden.

Rund um Notre-Dame beginnt der schönste Stadtspaziergang

Die Place Charles-de-Gaulle vor der Kirche gehört zu den lebendigsten Orten der Poitierser Innenstadt. Cafés, Geschäfte und Marktangebote sorgen dafür, dass sich hier Einwohner, Studierende und Besucher begegnen.

Von diesem Platz führen mehrere Gassen durch das historische Zentrum. Beim Spaziergang entdeckt man kleine Innenhöfe, alte Stadthäuser und zahlreiche architektonische Details. Die Wege sind teilweise abschüssig, bleiben aber innerhalb der Altstadt von Poitiers gut überschaubar.

Besonders am frühen Vormittag ist die Atmosphäre angenehm. Später füllen sich die Einkaufsstraßen und Terrassen. Am Abend sorgen beleuchtete Fassaden und gut besuchte Restaurants für ein entspanntes französisches Stadtleben.

Prächtiges Rathaus von Poitiers auf der Place du Maréchal-Leclerc
Rathaus von Poitiers am zentralen Stadtplatz – Bildnachweis: littleclie – iStock-Datei-ID: 2202299023

Le Palais erinnert an Eleonore von Aquitanien und mittelalterliche Macht

Das Palais der Grafen von Poitou und Herzöge von Aquitanien gehört zu den bedeutendsten weltlichen Bauwerken der Stadt. Es entwickelte sich ab dem Mittelalter zu einem politischen und repräsentativen Zentrum. Später wurde ein Teil des Gebäudes über lange Zeit als Justizpalast genutzt.

Besonders eindrucksvoll ist die große Salle des Pas Perdus. Der riesige Saal besitzt ein hölzernes Dach, hohe Fenster und monumentale Kamine. Er gilt als eines der bemerkenswertesten Beispiele mittelalterlicher Profanarchitektur in Frankreich.

Die Geschichte des Palastes ist eng mit den Grafen von Poitou, den Plantagenets und Eleonore von Aquitanien verbunden. Durch Ausstellungen und Führungen wird das Gebäude inzwischen stärker für Besucher geöffnet. Zugangsmöglichkeiten und Führungszeiten können variieren und sollten vorab geprüft werden.

Die Kathedrale Saint-Pierre beeindruckt mit Größe und Glasfenstern

Die Kathedrale Saint-Pierre steht etwas unterhalb des höchsten Altstadtbereichs. Ihr breites Langhaus, die mächtigen Türme und die helle Steinfassade unterscheiden sich deutlich von der verspielteren Notre-Dame-la-Grande.

Im Inneren fallen die große gotische Raumwirkung und die historischen Glasfenster auf. Hinzu kommen seltene Wandmalereien, die bei Restaurierungsarbeiten wieder stärker sichtbar gemacht wurden. Die Kathedrale von Poitiers gehört deshalb zu den wichtigsten Stationen einer Reise durch die Stadt.

Der Vorplatz wirkt häufig ruhiger als die zentralen Einkaufsstraßen. Von hier lassen sich das Baptisterium Saint-Jean, das Musée Sainte-Croix und die Kirche Sainte-Radegonde bequem miteinander verbinden.

Altes Baptisterium Saint-Jean mit steinerner Fassade und Ziegeldach in Poitiers
Baptisterium Saint-Jean als historisches Wahrzeichen – Bildnachweis: walencienne – iStock-Datei-ID: 826405964

Das Baptisterium Saint-Jean reicht bis in die Spätantike zurück

Nur wenige Schritte von der Kathedrale entfernt steht das Baptisterium Saint-Jean. Seine Ursprünge reichen wahrscheinlich bis ins 5. Jahrhundert zurück, als sich das Christentum in Gallien zunehmend verbreitete. Damit gehört es zu den ältesten erhaltenen christlichen Bauwerken Europas.

Das kompakte Gebäude wirkt von außen eher zurückhaltend. Im Inneren befinden sich historische Wandmalereien und ein Taufbecken, das an die ursprüngliche Nutzung erinnert. Ein angeschlossenes Lapidarmuseum zeigt Sarkophage, Grabsteine, Reliefs und weitere Funde aus Poitiers und dem Poitou.

Der Besuch dauert nicht besonders lange, vermittelt aber ein eindrucksvolles Gefühl für die historische Tiefe der Stadt. Zusammen mit Kathedrale und Sainte-Radegonde bildet das Baptisterium ein besonders interessantes Kirchenviertel in Poitiers.

Sainte-Radegonde erzählt von Pilgern und einer verehrten Königin

Die Kirche Sainte-Radegonde liegt nahe dem Fluss Clain und ist der heiligen Radegunde gewidmet. Die frühere fränkische Königin gründete in Poitiers ein Kloster und wurde später zu einer wichtigen religiösen Persönlichkeit der Stadt.

In der Krypta befindet sich ihr Grab, das bis heute von Pilgern besucht wird. Romanische und gotische Bauteile verleihen der Kirche Sainte-Radegonde eine ruhige und besondere Atmosphäre.

Der Weg von der Kathedrale hinunter zur Kirche zeigt zugleich eine weniger geschäftige Seite der Stadt. Kleine Straßen und ältere Häuser führen in Richtung des Clain-Ufers, bevor es anschließend wieder bergauf ins Zentrum geht.

Das Musée Sainte-Croix verbindet Archäologie und Kunst

Das Musée Sainte-Croix ist das wichtigste Museum von Poitiers. Seine Sammlungen führen von der Vorgeschichte über die gallorömische Epoche und das frühe Mittelalter bis zur modernen Kunst. Zu den archäologischen Beständen gehören bedeutende Funde aus dem gesamten Poitou und Westfrankreich.

Besonders bekannt ist die Sammlung mit Werken der Bildhauerin Camille Claudel. Daneben werden Gemälde, Skulpturen, historische Objekte und regionale Kunst präsentiert. Das Gebäude aus den 1970er-Jahren bildet einen interessanten Kontrast zur historischen Architektur von Poitiers.

Für den Museumsbesuch sollten ungefähr zwei Stunden eingeplant werden. Bei Regen oder großer Sommerhitze ist das Musée Sainte-Croix eine besonders angenehme Ergänzung zum Stadtrundgang.

Saint-Hilaire-le-Grand liegt am französischen Jakobsweg

Südwestlich des Zentrums befindet sich die Kirche Saint-Hilaire-le-Grand. Sie ist dem heiligen Hilarius von Poitiers gewidmet und gehört zum historischen französischen Wegenetz nach Santiago de Compostela.

Die Kirche ist Teil des UNESCO-Welterbes „Jakobswege in Frankreich“. Säulen, Bögen und unterschiedliche Bauphasen geben dem Innenraum einen ungewöhnlichen Charakter. Für Liebhaber romanischer Kirchen ist Saint-Hilaire eine besonders sehenswerte Station.

Der Weg dorthin führt durch ruhigere Straßen außerhalb des direkten Einkaufszentrums. Der Besuch lässt sich gut mit dem nahen Parc de Blossac verbinden.

Alte Fachwerkhäuser und traditionelle Fassaden an einem ruhigen Platz in Poitiers
Historischer Platz mit Fachwerkhäusern in Poitiers – Bildnachweis: walencienne – iStock-Datei-ID: 924166994

Der Parc de Blossac ist die grüne Pause der Innenstadt

Der Parc de Blossac liegt am südlichen Rand des historischen Zentrums und gehört zu den schönsten Grünanlagen der Stadt. Gerade Wege, Baumreihen, Blumenbeete und offene Rasenflächen laden zu einer Pause ein.

Teile des Parks wurden im französischen Stil angelegt, andere Bereiche wirken lockerer und landschaftlicher. Familien, Studierende und Spaziergänger nutzen den Parc de Blossac zum Erholen, Lesen oder für ein kleines Picknick.

Da der Park nahe der Altstadt liegt, lässt er sich ohne zusätzlichen Ausflug in den Rundgang integrieren. Besonders nach mehreren Kirchen und Museen bietet die grüne Seite von Poitiers eine willkommene Abwechslung.

Am Clain zeigt sich Poitiers ruhig und naturnah

Unterhalb der Altstadt fließt der Clain durch grüne Täler. Wege entlang des Wassers zeigen Poitiers aus einer vollkommen anderen Perspektive. Statt mittelalterlicher Fassaden bestimmen Bäume, kleine Brücken und Uferbereiche das Bild.

Ein beliebtes Ziel ist das Îlot Tison, eine begrünte Insel beziehungsweise Uferlandschaft mit Spazierwegen und Aufenthaltsflächen. Der Bereich eignet sich gut für eine Pause abseits der historischen Innenstadt.

Wer länger bleibt, kann Stadtbesichtigung und Naturspaziergang miteinander kombinieren. Die Höhenunterschiede zwischen Plateau und Fluss sollten allerdings berücksichtigt werden, da der Rückweg in Richtung Zentrum von Poitiers teilweise bergauf führt.

Die Universität sorgt für ein junges Stadtgefühl

Poitiers besitzt eine lange akademische Tradition und ist bis heute eine bedeutende Universitätsstadt. Studierende prägen Cafés, Kulturangebote und das Nachtleben. Dadurch bleibt die Stadt auch außerhalb der klassischen Reisezeiten lebendig.

Rund um das Zentrum finden sich kleine Bars, Restaurants und Veranstaltungsorte. Die Atmosphäre ist meist entspannter und weniger touristisch als in den großen französischen Metropolen. Wer gerne das alltägliche Leben in Frankreich beobachtet, wird Poitiers besonders angenehm finden.

Das Nachtleben konzentriert sich nicht auf ein einziges Viertel. Kleine Lokale und Terrassen verteilen sich über die Innenstadt, sodass sich ein Abend gut mit einem Spaziergang durch das beleuchtete Poitiers verbinden lässt.

Futuroscope bringt Zukunft und Fantasie vor die Tore der Stadt

Rund 20 Minuten von Poitiers entfernt liegt das Futuroscope. Der Freizeitpark verbindet moderne Technik, spektakuläre Projektionen, Bewegungssimulatoren, Shows und fantasievoll gestaltete Erlebniswelten. Mehr als 40 unterschiedliche Erlebnisse richten sich an Familien, Jugendliche und Erwachsene.

Statt klassischer Märchenwelten stehen Technologie und Zukunft im Mittelpunkt. Zu den Angeboten gehören Fahrgeschäfte, 4D-Erlebnisse, große Bildwelten und abendliche Shows. Das genaue Programm entwickelt sich regelmäßig weiter.

Für das Futuroscope sollte mindestens ein voller Tag eingeplant werden. In Verbindung mit dem Wassererlebnispark Aquascope oder einer Übernachtung auf dem Gelände können auch zwei Tage sinnvoll sein. Tickets, Öffnungstage und Showzeiten sollten rechtzeitig über die offiziellen Futuroscope-Informationen geprüft werden.

Poitiers mit Kindern bietet mehr als einen Freizeitpark

Familien verbinden Poitiers häufig zuerst mit dem Futuroscope. Doch auch die Stadt selbst bietet mehrere kindgerechte Ziele. Alte Türme, Kirchenfassaden und das Palais können Geschichte anschaulich vermitteln.

Das Espace Mendès France beschäftigt sich mit Wissenschaft, Technik und Bildung. Wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen richten sich teilweise ausdrücklich an Familien und Schulklassen. Auch Parks und Wege am Fluss Clain sorgen für Bewegung zwischen den Besichtigungen.

Für kleinere Kinder sollte das Programm nicht mit zu vielen Kirchen gefüllt werden. Eine Mischung aus Altstadt, Museum und Natur macht einen Familientag abwechslungsreicher.

Chauvigny ist der schönste Ausflug ins Mittelalter

Rund 20 Kilometer östlich von Poitiers liegt Chauvigny. Die Oberstadt erhebt sich über dem Tal der Vienne und besitzt eine in Europa ungewöhnliche Ansammlung von fünf mittelalterlichen Burganlagen auf einem einzigen Hügel.

Zwischen Ruinen, Türmen und gepflasterten Straßen öffnen sich weite Blicke über die Landschaft. Kunsthandwerker, kleine Läden und historische Gebäude geben der mittelalterlichen Stadt Chauvigny einen lebendigen Charakter.

Eine weitere Attraktion ist der Vélorail. Auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke bewegen sich Besucher mit einem schienenähnlichen Fahrrad durch die Umgebung. Je nach gewählter Strecke dauert das Erlebnis ungefähr ein bis zwei Stunden.

Brunnenanlage zwischen gepflegten Baumreihen im Parc de Blossac in Poitiers
Grüner Parc de Blossac mit großer Fontäne – Bildnachweis: David Taljat – iStock-Datei-ID: 2242864585

Saint-Savin lohnt sich für außergewöhnliche Wandmalereien

Östlich von Poitiers liegt die Abtei Saint-Savin-sur-Gartempe. Ihre romanischen Wandmalereien gehören zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bildzyklen Frankreichs und brachten der Anlage die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe ein.

Der Ausflug lässt sich gut mit Chauvigny verbinden, wenn ein Mietwagen zur Verfügung steht. Auch eine ausgewiesene Radroute führt von Poitiers über Chauvigny in Richtung Saint-Savin.

Wer sich besonders für romanische Kunst interessiert, findet hier eine eindrucksvolle Ergänzung zu den Kirchen von Poitiers.

Die regionale Küche ist bodenständig und genussvoll

In Poitiers und im Poitou trifft französische Bistroküche auf regionale Produkte. Ziegenkäse, Fleischgerichte, Gemüse und Süßspeisen spielen auf vielen Speisekarten eine wichtige Rolle.

Eine bekannte Spezialität der Region ist der Chabichou du Poitou, ein kleiner Ziegenkäse mit geschützter Herkunft. Dazu passen Brot, Salat oder ein Glas regionaler Wein. Auch der Kuchen Broyé du Poitou wird traditionell zu Kaffee oder als süßes Mitbringsel serviert.

Rund um Notre-Dame, die Rue de la Regratterie und die zentralen Plätze finden Besucher Restaurants, Cafés und kleine Bistros. Wer etwas abseits der Hauptwege sucht, entdeckt häufig ruhigere Lokale mit regionaler französischer Küche.

Die beste Reisezeit für Poitiers

Frühling und früher Herbst eignen sich besonders gut für einen Stadtbesuch. Die Temperaturen sind meist angenehm für längere Spaziergänge und die Parks zeigen sich grün beziehungsweise herbstlich gefärbt.

Im Juli und August kann es warm werden. Gleichzeitig finden Veranstaltungen statt und viele Terrassen sind bis in den Abend belebt. Wer zusätzlich das Futuroscope bei Poitiers besuchen möchte, sollte Tickets und Unterkunft in der Ferienzeit frühzeitig reservieren.

Der Winter ist ruhiger und eignet sich für Museen, Kirchen und gemütliche Restaurants. Regen und kühle Temperaturen sind möglich, doch die kurzen Wege machen Poitiers zu einem angenehmen ganzjährigen Reiseziel.

Die Anreise mit dem Zug ist besonders bequem

Poitiers liegt an der schnellen Bahnverbindung zwischen Paris und Südwestfrankreich. Direkte TGV-Züge fahren vom Pariser Bahnhof Montparnasse nach Poitiers. Die kürzesten Verbindungen benötigen derzeit ungefähr 1 Stunde und 22 Minuten, die durchschnittliche Reisezeit liegt bei rund 1 Stunde und 43 Minuten.

Auch aus Richtung Bordeaux, Tours und La Rochelle bestehen Zugverbindungen. Der Bahnhof liegt westlich der Altstadt. Vom Bahnsteig führt der Weg bergauf ins Zentrum, wobei Busse und Aufzüge beziehungsweise Treppenanlagen den Höhenunterschied erleichtern.

Für Fahrten nach Paris und während stark nachgefragter Zeiten empfiehlt sich eine frühe Reservierung. Fahrpläne können sich ändern und sollten kurz vor der Anreise nach Poitiers erneut geprüft werden.

Mobilität vor Ort

Die historische Innenstadt lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Notre-Dame-la-Grande, Le Palais, die Kathedrale und das Musée Sainte-Croix liegen innerhalb eines kompakten Bereichs.

Poitiers besitzt außerdem ein städtisches Busnetz. Für Futuroscope, äußere Stadtteile und einige Ziele im Umland sind Bus oder Regionalzug praktisch. Der Bahnhof von Poitiers liegt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ungefähr 20 Minuten vom Futuroscope-Park entfernt.

Ein Auto ist für die Innenstadt nicht notwendig. Für Chauvigny, Saint-Savin und kleinere Orte im Poitou bietet es jedoch mehr Flexibilität. In der Altstadt sollte möglichst ein Parkhaus genutzt werden, da enge Straßen und begrenzte Stellflächen die Parkplatzsuche in Poitiers erschweren können.

Reisende auf einer Brücke mit Blick auf den Fluss Clain und grüne Ufer in Poitiers
Spaziergang am Fluss Clain in Poitiers – Bildnachweis: margouillatphotos – iStock-Datei-ID: 1598875272

Sicherheit und praktische Hinweise

Poitiers ist eine überschaubare Stadt, in der sich Besucher im Zentrum normalerweise unkompliziert bewegen können. In vollen Fußgängerzonen, am Bahnhof und in öffentlichen Verkehrsmitteln sollten Taschen und Wertsachen dennoch aufmerksam verwahrt werden.

Einige Straßen verlaufen steil zwischen Altstadtplateau und Flusstälern. Bequeme Schuhe sind deshalb wichtig. Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten ihre Route vorher prüfen und bei längeren Steigungen Busse nutzen.

Da Notre-Dame-la-Grande derzeit restauriert wird, sollten aktuelle Zugänge und Baustellenhinweise berücksichtigt werden. Auch bei anderen historischen Gebäuden können Öffnungszeiten und Führungen kurzfristig angepasst werden.

Für wen sich Poitiers besonders lohnt

Poitiers eignet sich für Kulturreisende, Liebhaber romanischer Architektur und Besucher, die eine kleinere französische Stadt ohne dauerhaften Großstadttrubel kennenlernen möchten.

Familien können Altstadt, Museen und Futuroscope Xperiences miteinander verbinden. Paare finden ruhige Gassen, Cafés und schöne Plätze für ein verlängertes Wochenende.

Auch auf einer Frankreich-Rundreise ist Poitiers ein lohnender Zwischenstopp zwischen Paris, dem Loiretal, Bordeaux und der Atlantikküste. Die Stadt bietet genügend eigene Sehenswürdigkeiten, ohne dass das Programm hektisch werden muss.

Wie viele Tage sollte man für Poitiers einplanen?

Für die Altstadt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind zwei volle Tage sinnvoll. An einem Tag lassen sich Notre-Dame, Palais, Kathedrale und Baptisterium erkunden. Der zweite Tag bietet Zeit für Museum, Parks und ruhigere Viertel.

Mit einem Besuch im Futuroscope sollte mindestens ein weiterer Tag eingeplant werden. Wer zusätzlich Chauvigny oder Saint-Savin sehen möchte, kann problemlos vier bis fünf Tage in Poitiers und Umgebung verbringen.

Große historische Kirche zwischen den Häusern der Altstadt von Poitiers
Monumentale Kirche über der Altstadt von Poitiers – Bildnachweis: rparys – iStock-Datei-ID: 611630182

Häufige Fragen & Antworten für die Reise nach Poitiers

Wie viele Tage braucht man für Poitiers?
Für die historische Innenstadt sind zwei Tage empfehlenswert. Mit Futuroscope und einem Ausflug nach Chauvigny lohnt sich ein Aufenthalt von vier Tagen.

Was sollte man in Poitiers unbedingt gesehen haben?
Zu den wichtigsten Orten gehören Notre-Dame-la-Grande, Le Palais, die Kathedrale Saint-Pierre, das Baptisterium Saint-Jean und das Musée Sainte-Croix.

Kann Notre-Dame-la-Grande derzeit besichtigt werden?
Die Kirche ist wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen. Die berühmte Fassade kann weiterhin von außen betrachtet werden, und im Tourismusbüro informiert eine Ausstellung über die Arbeiten.

Lohnt sich Poitiers ohne Besuch im Futuroscope?
Ja. Die Stadt besitzt eine sehenswerte Altstadt, bedeutende romanische Kirchen, Museen und historische Gebäude. Das Futuroscope ist eine zusätzliche Attraktion, aber nicht der einzige Reisegrund.

Kann man Poitiers gut zu Fuß erkunden?
Ja. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander. Wegen einiger Steigungen und Treppen sind bequeme Schuhe empfehlenswert.

Ist Poitiers für Familien geeignet?
Ja. Das Futuroscope, Wissenschaftsangebote, Parks und die kompakte Innenstadt bieten ein abwechslungsreiches Programm für unterschiedliche Altersgruppen.

Wie lange fährt man mit dem Zug von Paris nach Poitiers?
Die schnellsten direkten TGV-Verbindungen benötigen derzeit ungefähr eine Stunde und 22 Minuten. Andere Verbindungen können etwas länger dauern.

Wann ist die beste Reisezeit für Poitiers?
April bis Juni sowie September und Oktober sind besonders angenehm für Stadtbesichtigungen. Poitiers kann aber grundsätzlich das ganze Jahr über besucht werden.

Welche Ausflüge lohnen sich rund um Poitiers?
Besonders empfehlenswert sind die mittelalterliche Stadt Chauvigny, die Abtei Saint-Savin und das Futuroscope. Mit mehr Zeit kommen weitere Dörfer und Landschaften des Poitou infrage.

Poitiers bleibt als ruhige Kulturstadt zwischen Romanik und Zukunft in Erinnerung

Poitiers überrascht mit einer ungewöhnlichen Verbindung. Auf wenigen Straßen begegnen Besucher spätantiken Mauern, romanischen Fassaden, gotischen Kirchen und einem der bedeutendsten mittelalterlichen Paläste Frankreichs.

Gleichzeitig wirkt die Stadt jung und entspannt. Studierende füllen Cafés und Plätze, am Clain beginnen grüne Spazierwege und vor den Toren wartet mit dem Futuroscope eine vollkommen andere Erlebniswelt.

Wer sich zwei oder drei Tage Zeit nimmt, entdeckt hinter Notre-Dame-la-Grande eine vielseitige Stadt mit französischer Geschichte, regionaler Küche und kurzen Wegen. Gerade weil Poitiers weniger berühmt ist als Paris, Bordeaux oder die großen Städte des Loiretals, fühlt sich der Aufenthalt angenehm unaufgeregt an.


Welche französischen Städte hast du schon besucht? Hast du vielleicht sogar schon die Stadt Poitiers besucht und kannst etwas über die romantischen Kirschen, dem mittelalterlichen Palais oder weitere Sehenswürdigkeiten berichten? Schreibe deine Erfahrungen und Empfehlungen gerne in die Kommentare.