Torre de Cala Pi und Cala Pi als Reiseziel: warum Klippen, Geschichte und eine der schönsten Buchten im Süden Mallorcas perfekt zusammenpassen
Am Torre de Cala Pi spürst du auf den ersten Blick, wie eng Geschichte und Meer auf Mallorca verbunden sind. Der runde Steinturm steht auf einer Felsnase über der Einfahrt der Cala Pi. Unter dir schiebt sich die schmale Bucht wie ein kleiner Fjord ins Land hinein. Oben weht der Wind über das Plateau, und du siehst weit über die Südküste. Genau diese Mischung aus Natur, Aussicht und Vergangenheit macht den Ort so besonders.

Heute kommen viele Menschen hierher, um den Ausblick zu genießen, Fotos zu machen und beim Sonnenuntergang über dem Meer zu sitzen. Du kannst den Moment ruhig auskosten, weil die Umgebung trotz der Beliebtheit oft überraschend still wirkt. Besonders schön ist es, wenn das Licht am späten Nachmittag weicher wird und die Felsen warm leuchten. Dann wirkt die Bucht unten noch geschützter, fast wie ein eigenes kleines Naturtheater.
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Früher war dieser Turm jedoch ein ernst gemeinter Wachposten. Er gehörte zu einem System aus Küstenwachtürmen, die Mallorca vor Angriffen und Piraten warnen sollten. Von hier oben hatte man die Südküste Mallorcas gut im Blick. Man konnte früh erkennen, wenn sich Schiffe näherten, und die nächsten Posten weiter entlang der Küste informieren. Der Turm war also nicht nur ein hübsches Bauwerk, sondern Teil einer Sicherheitskette, die für viele Orte überlebenswichtig war.
Wenn du hier oben stehst und dir vorstellst, wie ein Wachmann den Horizont nach Segeln abgesucht hat, bekommt der Platz sofort mehr Tiefe. Du siehst das Meer nicht nur als Kulisse, sondern als alte Grenze, die man beobachten musste. Genau deshalb fühlt sich der Wachturm heute so atmosphärisch an. Er erzählt dir ohne große Worte, wie viel Zeit hier schon vergangen ist, und lässt dich Mallorca für einen Moment von seiner stillen, aber bewegten Seite erleben.

Wo der Torre de Cala Pi liegt und wie er aussieht
Der Torre de Cala Pi gehört zur Gemeinde Llucmajor und liegt an der Südküste Mallorcas, etwas östlich von Cap Blanc und südlich von Llucmajor Stadt. Er steht auf der Punta de Cala Pi, einer Felszunge rund 20 Meter über dem Meer, direkt an der Einfahrt der Cala Pi. Von oben schaust du einerseits in die enge, tief eingeschnittene Bucht mit Sandstrand. Andererseits blickst du über das offene Meer Richtung Cabrera und weiter die Küste entlang. Gerade an klaren Tagen wirkt das Panorama fast endlos.
Der Turm selbst ist ein massiver, zylindrischer Bau aus hellem Kalkstein. Er ist knapp über zehn Meter hoch. Unten ist er leicht konisch. Weiter oben verläuft er senkrecht und wirkt wie ein kompakter Block gegen Wind und Wetter. Dadurch sieht man sofort, dass er nicht dekorativ gedacht war, sondern funktional und robust.
Der Eingang liegt erhöht auf der landeinwärts gerichteten Seite, wie bei vielen Wachtürmen der Insel. Früher gelangte man über Leitern hinein. So konnte man den Zugang im Ernstfall schnell sichern. Heute ist der Zugang verschlossen, und der Turm wird in der Regel nur von außen betrachtet. Trotzdem lohnt es sich, einmal näher heranzugehen und die Details anzuschauen.
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Oben befindet sich eine Plattform, auf der früher eine Brüstung verlief. Vom Weg aus erkennst du noch die Struktur, den kleinen Fenster- oder Schießschlitz und die grob behauenen Steine, die direkt aus der Umgebung stammen. Genau diese Details machen den Wachturm so greifbar, weil du siehst, wie schlicht und gleichzeitig durchdacht so ein Bau damals war. Und während du davor stehst, hast du immer das Meer im Blick, was den Ort zusätzlich besonders macht.
Geschichte des Turms – von Piratenangst bis Denkmalschutz
Der heute sichtbare Torre de Cala Pi stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Damals war Mallorca regelmäßig von Angreifern auf See bedroht, darunter auch Berberkorsaren. Die Küsten waren viel weniger besiedelt als heute. Viele Menschen lebten im Inselinneren, weil es dort sicherer war. Trotzdem mussten Fischer, Bauern und kleine Siedlungen am Meer geschützt werden, besonders dort, wo Buchten als natürliche Ankerplätze dienten.

Die Lösung war ein Netz aus Wachtürmen und Signaltürmen rund um die Insel. Der Turm über Cala Pi überwachte die Einfahrt der Bucht und einen Abschnitt der Südküste zwischen Cap Blanc und dem Osten. Wenn sich verdächtige Schiffe näherten, mussten die Wachmänner schnell reagieren. Sie gaben Rauchsignale oder Feuersignale. In manchen Fällen wurden auch Warnschüsse abgegeben. So konnten Nachbartürme und das Hinterland alarmiert werden, noch bevor ein Angriff überhaupt die Küste erreichte.
In den Türmen lebten und arbeiteten kleine Besatzungen. Oft waren es nur wenige Männer. Der Alltag war einsam, windig und hart. Man hielt Wache, reparierte Ausrüstung und beobachtete stundenlang den Horizont. Im Ernstfall standen diese Männer ganz vorne, weil sie die ersten waren, die etwas bemerkten und die ersten, die getroffen werden konnten.
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Mit dem Rückgang der Piratenangriffe verloren die Türme nach und nach ihre militärische Bedeutung. Viele verfielen im Lauf der Zeit. Manche wurden abgetragen, andere umgenutzt. Der Torre de Cala Pi blieb als Landmarke erhalten und wurde in den 1970er Jahren restauriert.
Heute steht er unter Denkmalschutz und ist frei zugänglich, auch wenn du ihn nur von außen besichtigen kannst. Er erinnert an eine Zeit, in der Mallorca keine Urlaubsinsel war. Es war eine Insel, die ihre Küsten aktiv im Blick behalten musste, Tag für Tag, bei jedem Wetter.
Die Wachtürme Mallorcas – ein Netz aus Steinen und Signalen
Der Torre de Cala Pi ist nur einer von vielen historischen Küstenwachtürme auf Mallorca. Früher standen rund um die Insel mehrere Dutzend solcher Türme. Viele lagen an exponierten Punkten. Dazu gehören Klippen, Halbinseln und kleine Inseln vor der Küste. Besonders in der Serra de Tramuntana findest du Standorte, von denen man das Meer weit überblicken konnte. Die meisten Anlagen entstanden in der frühen Neuzeit. Damals waren Überfälle durch Piraten für die Küstenorte eine reale Gefahr.
Die Türme waren so platziert, dass man sich gegenseitig sehen konnte. Entdeckte ein Turm verdächtige Schiffe, setzte er am Tag Rauchsignale. Nachts nutzte man Feuer. So wanderte die Warnung wie eine Kette entlang der Küste. Sie erreichte oft auch das Hinterland. Bewohner konnten sich dann in Sicherheit bringen, Hilfe organisieren oder sich vorbereiten.
Manche Türme waren reine Beobachtungsposten. Andere hatten zusätzlich eine kleine Verteidigungsfunktion. Dort konnte man den Zugang zur Bucht oder eine Landestelle im Blick behalten. In einzelnen Fällen wurden auch einfache Geschütze eingesetzt, um Boote auf Abstand zu halten.
Heute sind viele dieser Türme nur noch Ruinen. Andere sind noch gut erhalten und beliebte Ausflugsziele. Dazu zählen zum Beispiel der Torre de Cala Pi, der Torre d’Albercutx bei Pollença oder Türme auf der Halbinsel Formentor und auf Sa Dragonera. Wenn du mehrere besuchst, verstehst du schnell, wie dieses Netzwerk gedacht war. Du wirst zusätzlich mit fantastischen Aussichten belohnt, weil diese Orte fast immer spektakulär über dem Meer liegen.

Cala Pi – Bucht wie aus dem Bilderbuch
Direkt unter dem Torre de Cala Pi liegt Cala Pi, eine der fotogensten Buchten im Süden Mallorcas. Sie schneidet sich wie ein schmaler Canyon tief ins Land und ist an der Mündung nur wenige Dutzend Meter breit. Der eigentliche Sandstrand liegt am Ende dieser Schlucht. Er ist nicht riesig, wirkt aber durch die hohen Felswände besonders geschützt und fast wie ein kleines Naturbecken. Oben wachsen Pinien, aus denen sich der Name „Pi“ ableitet, und die der Bucht dieses grüne, mediterrane Dach geben.
Das Wasser ist oft ruhig und türkisfarben. Der Sand ist fein und weich. Durch die geschützte Lage entstehen meist nur kleine Wellen, was die Cala sehr familienfreundlich macht. Kinder spielen im flachen Bereich. Erwachsene schwimmen weiter draußen, ohne direkt in offene Brandung zu geraten. Am Rand siehst du einen kleinen Steg und alte Fischerhäuschen, die dem Ort viel Charakter geben und ihn weniger „resortmäßig“ wirken lassen. In der Hochsaison gibt es meist mehr Infrastruktur. Im Winter fühlt sich die Bucht dagegen deutlich ruhiger und naturbelassener an.
Nach unten kommst du über eine lange Steintreppe mit gut 140 Stufen. Schon beim Hinuntergehen ist der Blick in die Schlucht richtig schön, weil du die ganze Bucht wie auf einer Bühne vor dir siehst. Der Rückweg nach oben ist der anstrengendere Teil. Plane dafür ein paar Minuten extra ein, besonders wenn du mit Strandtasche unterwegs bist. Menschen mit Knie- oder Mobilitätsproblemen sollten das unbedingt berücksichtigen.
Wichtig ist auch der Umgang mit dem Ort. Hunde und Camping sind offiziell nicht erlaubt. Und im Sommer kann es trotz der kleinen Fläche schnell voll werden. Wenn du es entspannter willst, komm am besten früh am Tag oder eher außerhalb der Hauptzeiten. Dann hast du mehr Platz, kannst die Cala in Ruhe genießen und verstehst sofort, warum Cala Pi für viele ein echter Lieblingsspot im Süden ist.
Rund um Cala Pi – Spaziergänge, Ausflüge und Nachbarbuchten
Die kleine Siedlung Cala Pi oberhalb der Bucht besteht vor allem aus Ferienhäusern, ein paar Hotels sowie Restaurants und Bars. Es ist kein klassischer Großort, sondern eher ein ruhiges Küstenviertel, in dem sich vieles um die Bucht und die Aussicht dreht. Die Anreise mit dem Auto ist unkompliziert. Parken kannst du in den Straßen des Ortes oder auf kleineren Flächen in Strandnähe. In der Hochsaison lohnt es sich, früh zu kommen, weil die Plätze begrenzt sind und sich das Gebiet schnell füllt.
Vom Dorf aus kannst du mehrere kurze Wanderungen und Spaziergänge machen. Besonders beliebt ist der Weg Richtung Torre de Cala Pi. Ein kleiner Pfad bringt dich in wenigen Minuten zum Turm, und oben warten richtig schöne Blicke über Küste und Bucht. Wenn du es ruhig magst, ist das ideal für den frühen Morgen oder den späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird.
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Weitere Wege verlaufen entlang der Klippen zu kleinen Aussichtspunkten. Auch die Nachbarbucht Cala Beltrán ist spannend. Sie ist winzig, sehr ursprünglich und wirkt deutlich wilder als Cala Pi. Der Küstenpfad dorthin ist etwas anspruchsvoller, weil es stellenweise steiniger und unebener wird. Mit festen Schuhen fühlt es sich deutlich entspannter an.
Mit dem Auto bist du außerdem schnell an anderen Zielen im Süden. Westlich liegen Cap Blanc und die Steilküste mit Leuchtturm und weiteren Aussichtspunkten. Östlich erreichst du in etwa einer halben Stunde die Strände rund um Sa Ràpita und Es Trenc, wenn du einen Kontrast zur engen Cala Pi suchst. Und im Inland wartet Llucmajor mit Markt, Cafés und typischem Inselleben, falls du den Tag noch mit einem Ortsspaziergang abrunden willst.
Beste Zeit, Stimmung und Tipps für deinen Besuch
Cala Pi und der Torre de Cala Pi lassen sich das ganze Jahr über besuchen. Im Frühling ist das Licht oft klar, die Vegetation frisch und die Temperaturen sind angenehm für Spaziergänge und kurze Wanderungen entlang der Klippen. Du hast dann meist eine tolle Sicht, und die Küste wirkt besonders lebendig.
Im Sommer badest du im warmen Wasser, musst aber mit mehr Betrieb und vollen Parkplätzen rechnen. Dann lohnt es sich, früh morgens zu kommen. Schau zuerst vom Turm auf die Bucht. Geh danach entspannt hinunter an den Strand. So hast du beides, Aussicht und Badezeit, ohne dass es sich stressig anfühlt.

Im Herbst ist das Meer häufig noch warm, die Luft milder und die Menschenmengen nehmen ab. Das ist für viele die perfekte Kombi, weil du noch baden kannst, aber deutlich mehr Ruhe hast. Im Winter herrscht am Strand oft Stille, und der Turm wird zum idealen Punkt für einen kurzen Küstenspaziergang mit weitem Blick über das Meer.
Nimm für den Turm und die Wege entlang der Klippen am besten feste Schuhe mit, vor allem wenn du weiter Richtung Cala Beltrán laufen möchtest. Auf den Felsen kann es bei Feuchtigkeit rutschig sein, und es gibt nicht überall Geländer. Pack außerdem eine Wasserflasche, etwas zu essen und Sonnenschutz ein. Direkt am Turm gibt es kaum Schatten und meist keine Infrastruktur. Wenn du vorbereitet bist, wird der Besuch deutlich entspannter und du kannst die Küste wirklich genießen.
Deine Zeit am Torre de Cala Pi
Der Besuch am Torre de Cala Pi ist kein großes, anstrengendes Abenteuer, sondern eher ein stiller Moment an einem der schönen Übergänge zwischen Land und Meer auf Mallorca. Du kannst einen halben Tag daraus machen: erst durch den Ort schlendern, dann zum Turm gehen und die Aussicht genießen, später über die Stufen hinunter an den Strand und im klaren Wasser schwimmen. Vielleicht hängst du noch einen Spaziergang zu einer Nachbarbucht dran oder fährst am späten Nachmittag weiter die Südküste entlang.
Ob du den Turm als Fotomotiv suchst, die Geschichte der Wachtürme nachspüren willst oder einfach einen besonderen Blick auf eine der schönsten Buchten der Insel erleben möchtest – dieser kleine Rundturm über der Bucht erzählt überraschend viel.
Warst du schon einmal in Cala Pi oder am Torre de Cala Pi unterwegs und wie hast du diesen Ort erlebt? Wir freuen uns jederzeit über deine Kommentare und deine persönlichen Tipps für Ausflüge an die Südküste Mallorcas.