Verlassener Wachturm bei Peguera & Camp de Mar – Anreise, Route, Tipps

Die Torre de Cap Andritxol ist ein kleines Abenteuer mit großer Aussicht, eine kurze Wanderung Mallorca, die dich in weniger als einem halben Tag glücklich macht. Der historische Wachturm steht exponiert auf einem Kap zwischen Peguera mit der Bucht Cala Fornells und Camp de Mar im Südwesten der Insel und gehört zur Gemeinde Calvià. Der Ausflug eignet sich als ruhiger Familienausflug, als Fotostopp zum Sonnenuntergang oder als frühe Frühstückstour, denn das weiche Morgen- und Abendlicht legt sich besonders schön über Meer und Kiefern.

Steinerner Wachturm mit Trockensteinhütte auf Mallorca, umgeben von Macchia und Felsen.
Torre de Cap Andritxol – historischer Wachturm – Bildnachweis: Jekaterina Sahmanova – iStock-Datei-ID: 1402682348

Der Pfad führt durch duftenden Wald über flache Felsplatten und kurze, steinige Passagen; die Steigungen sind moderat, die Wege übersichtlich, und nach rund einer bis zwei Stunden Hin- und Rückweg erreichst du wieder den Startpunkt. Oben öffnet sich ein 360-Grad-Panorama auf Buchten, Felsnasen und die Berglinie der Tramuntana; an klaren Tagen reicht der Blick weit entlang der Küste. Wer im Anschluss baden möchte, ist in wenigen Minuten an mehreren Stränden oder kleinen Felsbuchten und kann den Ausflug mit einem Sprung ins Meer abrunden. Genau deshalb gilt der Turm als unkompliziertes Ziel mit maximaler Wirkung: kurze Anfahrt, überschaubare Strecke, große Bilder – und das zu jeder Jahreszeit.

Lage & Anreise

Die Torre liegt im Gemeindegebiet von Calvià auf einem Kap zwischen Peguera (Cala Fornells) und Camp de Mar im Südwesten von Mallorca. Von Palma aus erreichst du den Startbereich je nach Verkehr in etwa 25–40 Minuten mit dem Auto; die Anreise verläuft über die Ma-1 Richtung Andratx bis zu den Ortszufahrten von Peguera oder Camp de Mar. Wer ohne Auto unterwegs ist, nutzt den TIB-Bus ab Palma; die Linien fahren regelmäßig in beide Orte, von den Haltestellen sind es – je nach gewähltem Einstieg – rund 30 bis 45 Gehminuten bis zum Pfadbeginn.

Mit dem Auto Parkenst du in Cala Fornells sehr umsichtig (wenige Stellplätze in Wohnstraßen) oder in Camp de Mar am Ortsrand, wo meist mehr Platz ist. Achte darauf, keine Einfahrten zu blockieren und Beschilderung sowie Anwohnerbereiche zu respektieren. Als Orientierung dienen „Cala Fornells“ und „Cap Andritxol“ in gängigen Offline- oder Smartphone-Karten; vor Ort weisen Holzpfosten, kleine Steinmännchen und deutliche Trampelpfade den Weg. Da es am Kap keine Infrastruktur gibt, empfiehlt es sich, Wasser mitzunehmen, die Route vorab zu speichern und die Wanderung möglichst bei stabilem Wetter zu starten.

Blick vom Torre de Cap Andritxol über die Bucht, Küstenfelsen und den wolkigen Himmel auf Mallorca.
Panorama am Torre de Cap Andritxol – Bildnachweis: Jekaterina Sahmanova – iStock-Datei-ID: 1402682383

Route & Schwierigkeit

Die Route zur Torre de Cap Andritxol lässt sich auf zwei Weisen gehen, beide als überschaubare Wanderung auf Mallorca. Von Cala Fornells führt der klassischste Zustieg durch Kiefernwald und über flache Felsplatten; je nach Tempo benötigst du für Hin- und Rückweg etwa 1:15 bis 2:00 Stunden. Von Camp de Mar startet ein etwas längerer, dafür besonders aussichtsreicher Küstenweg, der früh am Tag mit stillem Licht und weiter Aussicht belohnt. Beide Varianten verlaufen auf naturbelassenen, stellenweise steinigen Pfaden, die im Sommer sonnig und warm werden; schattige Passagen wechseln mit offenen Felsstufen.

Zur Schwierigkeit: Die Steigungen sind moderat und für trittsichere Kinder gut machbar, Kinderwagen sind jedoch ungeeignet. Bei Nässe können Felsplatten rutschig sein, und an exponierten Stellen hältst du Abstand zur Kante. Feste Schuhe, Wasser, Mütze und Sonnenschutz sind Pflicht; Flip-Flops bleiben zu Hause. Wer mittags unterwegs ist, plant kurze Pausen im Schatten, am besten mit Blick auf das Meer. Für zusätzliche Sicherheit speicherst du die Route offline, startest bei stabilem Wetter und teilst Start- und Rückkehrzeit mit deiner Begleitung. So bleibt die Tour kurz, klar und genussvoll – mit großem Panorama am Ziel.

Geschichte & Turm

Die Torre de Cap Andritxol ist Teil der Küstenwache auf Mallorca, die im 16. und 17. Jahrhundert vor Überfällen warnte und die Seewege überwachte. Von diesem Wachturm hatte man freie Sicht auf die Buchten; bei Gefahr wurden Zeichen weitergegeben – tagsüber Rauch, nachts Feuer – und so erreichten die Meldungen schnell die Nachbartürme und die Orte im Hinterland. Der Turm ist außen zugänglich, das Innere bleibt in der Regel verschlossen; rund um den Sockel laden flache Felsen zum Sitzen, Staunen und Fotografieren ein, während der Wind vom Kap die Aussicht noch klarer wirken lässt. Kleine Mauerreste und gelegentliche Tafeln erinnern an die frühere Funktion, doch heute ist die beste „Wache“ die Kamera und ein ruhiger Blick über Meer und Küstenlinie. Bitte respektiere Mauern, Balustraden und die Vegetation, klettere nicht auf bröseliges Mauerwerk und halte Abstand zu Kanten, besonders bei Wind. So bleibt die Geschichte spürbar, und der Ort bewahrt seinen stillen Charakter für kommende Besucher.

Baum im Vordergrund, darunter das tiefblaue Meer und die felsige Halbinsel am Cap Andritxol.
Blick vom Torre de Cap Andritxol auf die Steilküste Mallorcas – Bildnachweis: rdonar – iStock-Datei-ID: 1218861065

Aussicht & Fotospots

Oben öffnet sich ein weites Panorama über die Buchten von Peguera und Camp de Mar, zur Illa des Malgrat, über das Sa-Mola-Massiv bei Andratx und an klaren Tagen bis nach Dragonera – ein klassischer Blick für Mallorca-Postkarten. Die besten Fotospots liegen leicht versetzt um den Turmsockel; so bekommst du wahlweise Meer, Kiefern oder den Turm selbst als Vordergrund ins Bild. Für Fotos sind die frühen Morgenstunden mit weichem Gegenlicht ideal, während der späte Nachmittag warmes Licht und einen starken Sonnenuntergang liefert. Nimm ein Tuch oder eine dünne Jacke mit, denn am Kap pfeift oft der Wind, und suche für Langzeitbelichtungen einen windgeschützten Standpunkt.

Für die Bildgestaltung helfen klare Linien: Küstenkanten als Leitlinien, Kiefernäste als Rahmen und der Turm im Drittel für Balance. Mit dem Smartphone funktionieren HDR- und Panorama-Modus gut; wer mit Kamera unterwegs ist, deckt mit 24–70 mm die meisten Motive ab, ein leichtes Tele komprimiert Küstenstaffelungen schön. Nach Regen oder an klaren Tagen ist die Fernsicht besonders kräftig; an diesigen Tagen wirken Detailshots von Felsen, Kiefern und Turmstrukturen besser. Drohnenflüge sind je nach Schutzzone eingeschränkt: Prüfe die Regeln vorab, halte Abstand zu Brutplätzen und fliege nicht bei starkem Wind. Sicherheit geht vor – bleibe hinter natürlichen Kanten, vermeide loses Gestein und achte auf Böen, bevor du Stativ oder Kamera positionierst. So nimmst du starke Bilder mit nach Hause und lässt den Ort gleichzeitig unberührt zurück.

Kombis: Baden, Bucht & Bummel

Nach der Tour locken Badepausen in Cala Fornells, Camp de Mar (Fußsteg-Insel) oder an kleinen Felsbuchten westlich von Peguera. Wer noch Lust hat, spaziert zum Caló d’en Monjo (ruhige Bucht) oder fährt rüber nach Port d’Andratx für einen Hafenbummel. Kulinarisch passt „pa amb oli“ in Cala Fornells, Eis an der Promenade von Peguera oder ein später Fisch am Wasser. Wer Märkte mag, findet im Umland mehrere Wochenmärkte für einen kurzen Stopp auf dem Rückweg.

Blick auf Cala Fornells mit kristallklarem Wasser, Booten, Ferienhäusern an der Steilküste und üppiger Vegetation
Cala Fornells auf Mallorca – mediterrane Badebucht mit türkisblauem Wasser, Villen und Palmen – Bildnachweis: Freeartist – Stock-ID: 2167554595

Beste Zeit & Sicherheit

Frühling, Herbst und milde Wintertage sind ideal; im Sommer startest du sehr früh oder kurz vor Sonnenuntergang. Prüfe an heißen, windigen Tagen die Waldbrandlage, bleib auf den Wegen und respektiere Privatgrund. Nimm genug Wasser mit (keine Versorgung am Kap), trage feste Schuhe und halte Kinder an exponierten Kanten nah bei dir. Empfang kann am Kap schwanken – Offline-Karte vorher speichern.


Die Torre de Cap Andritxol ist eines dieser Ziele, die wenig Aufwand und sehr viel Erlebnis bedeuten. Du kombinierst kurze Anfahrt, einfache Pfade und große Bilder zu einem halben Tag, der sich wie Urlaub im Urlaub anfühlt. Wer früh kommt, hat den Platz oft für sich und teilt nur mit Möwen und Pinienduft. Wer abends kommt, bekommt goldene Konturen auf Meer und Felsen – und den perfekten Abschluss mit Tapas unten im Ort. Für Familien ist der Turm eine gute Einstiegswanderung, für Fotofans ein sicherer Treffer, für alle anderen ein Grund, wiederzukommen. Pack Wasser, Schuhe, Kamera – und genieße den Blick.

Warst du schon an der Torre de Cap Andritxol? Wie hat dir die Aussicht gefallen, welche Route bist du gegangen – und würdest du den Ausflug weiterempfehlen? Teile gern deine Tipps und Eindrücke in den Kommentaren.